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Der Schock auf der Telefonrechnung: SMS-Fallen

Veröffentlicht am Dienstag, 11. Oktober 2016 um 10.30 Uhr
Von Thomas Wenk, Chef Digitale Ermittlungsdienste

Lästige Werbepost ist schon längst nicht mehr nur eine Sache des Briefkastens. Auch per E-Mail oder SMS bekommt man unerwünschte Benachrichtigungen. Deshalb wunderte sich eine ältere Dame nicht weiter darüber, als Sie auf ihrem Smartphone täglich eine Nachricht von einem Flirtchat erhielt. Doch was sie für kostenlose, aber mühsame Werbung hielt, sollte sie teuer zu stehen kommen. Ihre nächste hohe Telefonrechnung war der Beweis: Sie war in eine SMS-Falle getappt!

So funktioniert die SMS-Falle

Das Hinterhältige an der Falle: Die ältere Dame hatte gar keine Nachricht geschrieben. Es reicht, wenn man auf einen Link klickt, den man mit einer SMS erhalten hat. Dass man ein Abo abschliesst, wird in den meisten Fällen übersehen, da die Kosten meist im Kleingedruckten oder in den AGB versteckt sind. Man zahlt dann allein schon, wenn man eine Nachricht empfängt. Jedesmal, wenn eine Nachricht zugestellt wird, bekommt der Anbieter Geld dafür. Wieviele SMS dem Kunden zugeschickt werden, kann er selber nicht steuern. Meist nervt man sich über die lästigen SMS und löscht diese. Und abgerechnet wird mit der Telefonrechnung. 

Viele Geschädigte merken also erst am Monatsende, dass sie Opfer einer SMS-Falle geworden sind. Die ältere Dame hatte ganz bestimmt keinen Flirtservice bestellt. Oft haben die Kunden unwissentlich etwas im Internet angeklickt, wie im Fall der älteren Dame. Eltern müssen plötzlich exorbitante Rechnungen bezahlen, weil die Kinder per SMS Klingeltöne bestellt haben. Andere haben versehentlich auf eine Werbe-SMS geantwortet. Wenn man nicht aufpasst, kann das schnell sehr teuer werden.

Schutz vor SMS-Fallen

Das können Sie tun, um sich vor SMS-Fallen zu schützen:

  • Zunächst einmal ist Vorsicht geboten bei allen unbekannten Absendern, vor allem von Kurznummer (mit vier oder fünf Ziffern).
  • Antworten Sie nicht auf Werbe-SMS oder solche, die Ihnen einen Gewinn versprechen.
  • Kontrollieren Sie sorgfältig die Rechnungen.
  • Um auf Nummer Sicher zu gehen, kann man das Abo- oder so genannten Mehrwertdienste auch ko0plett beim Telefonanbieter kostenlos sperren lassen. Das geht über die Hotline oder ganz einfach auf die Internetseite der Telefongesellschaft. 

SMS Fallen - Thomas Wenk erklärt wie diese funktionieren

Was tun, wenn man schon in der Falle sitzt

Thomas Wenk, Chef Kompetenzzentrum Digitale Ermittlungsdienste (DED) der Stadtpolizei Zürich, rät zu folgenden Schritten, wenn man unerwünschte SMS bekommt:

  • Wenn Sie den Eindruck haben, es handle sich um eine Abo-SMS, antworten Sie darauf sofort mit der Nachricht «STOP ALL», um den Dienst zu beenden.
  • Informieren Sie den Kundendienst Ihres Telefonanbieters, dass Sie diesen speziellen Dienst nicht bestellt haben.
  • Falls Beträge auf der Rechnung auftauchen, können Sie einmalig schriftlich dem Telefonanbieter gegenüber abstreiten, diese Kosten verursacht zu haben.
  • Kontrollieren Sie die Rechnung auf Kurznummern, die kostenpflichtige Nachrichten geschickt haben. Auf der Seite des Bundesamts für Kommunikation (BAKOM) kann man sich informieren, wer dieser Anbieter ist. Schicken Sie ein «STOP ALL» an diese Anbieter.
  • Wenden Sie sich an das BAKOM, um zusätzliche Hilfe und nützliche Informationen zu bekommen. Auch steht Ihnen hier ggf. ein Ombudsmann zur Verfügung, falls Sie sich nicht mit ihrem Telefonanbieter einigen können.

Wie kann ich meine Kosten auf meinem Telefon kontrollieren

Bei jedem Telecomanbieter haben Sie die Möglichkeit Online im Kundencenter Mehrwertnummern und Mehrwertdienste zu sperren. Zudem können Sie jederzeit kontrollieren, wie hoch ihre Telefonrechnung ist.

Wer keinen Onlinezugang hat, kann die Einstellungen auch telefonisch beim entsprechenden Kundendienst oder in einer der Verkaufsstellen machen lassen. 

Weitere Informationen

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