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Zu schön um wahr zu sein, die Abo-Falle

Veröffentlicht am Montag, 24. Februar 2020 um 12.01 Uhr
Von Thomas Schlittler

Gewinner- ID, GRATULATION, Herzlichen Glückwunsch: Immer wieder landen vielversprechende Gewinn-SMS auf dem Smartphone. Doch Vorsicht: Es ist zu schön, um wahr zu sein. Die Opfer werden damit auf betrügerische Internetseiten gelockt. Gewinn winkt dann höchstens den Gaunern.

Das Smartphone vibriert, der SMS-Ton klingelt. Dimitri S* aus Zürich kann es kaum fassen, als er seine Nachrichten checkt: GEWONNEN! Seine persönliche Gewinner-ID und ein SMS-Code für den Preis wurden gleich mitgeschickt. So viel Glück hat er ja noch nie gehabt! Allerdings kann er sich auch nicht daran erinnern, dass er jemals bei einem Wettbewerb mitgemacht hätte. Erste Zweifel kommen auf, ob es sich bei dem Gewinnversprechen vielleicht um einen bösen Scherz oder gar Betrug handeln könnte. Was aber, wenn doch etwas dran ist? Schliesslich kannte der Absender seine private Handynummer. Vielleicht hat er ja einmal unwissentlich bei einer Ziehung teilgenommen oder es schlicht vergessen. Auf keinen Fall möchte er seinen Preis verpassen. Der Zürcher gibt seiner Neugierde nach und sendet den erhaltenen Code an die angegebene Nummer, um mehr zu erfahren. Was kann schon passieren?

Miriam E* dagegen hat gerade keine Zeit, um sich viele Gedanken zu machen. Sie ist spät dran, muss ihr Tram erwischen. In wenigen Minuten ist sie zu einem wichtigen Kundenmeeting geladen. Im Treppenhaus wandert ihr Blick noch rasch aufs Handy. Sie wundert sich zwar einen kurzen Moment lang über die Gewinnbenachrichtigung, klickt dann aber rasch auf den angezeigten Link auf ihrem Display. Um welchen Gewinn soll es hier gehen? Schon ist die Falle zugeschnappt.

Persönliche Daten und Bankverbindung

Beide Geschichten zeigen, wie schnell man Betrügern aufsitzen kann. Ist man erstmal mit ihnen in Kontakt getreten, wird es unangenehm: Auf den unseriösen Internetseiten werden allerhand persönliche Angaben verlangt – darunter Bankverbindung oder Kreditkartennummer. Dass die preisgegebenen Daten auch an Dritte verkauft werden, versteht sich von selbst. Bevor der angekündigte Gewinn übergeben werden kann, wird zudem nicht selten eine Gegenleistung fällig, wie zum Beispiel “Gebühren”, der Anruf einer kostenpflichtigen Nummer oder der Besuch einer Verkaufsveranstaltung. Oft tappen Opfer auch in eine Abo-Falle und schliessen unwissentlich ein Abo für kostenpfichtige SMS oder einen Videodienst ab. Hier wird darauf spekuliert, dass sie die anfallenden Kosten nicht prüfen oder gegen Zahlungsaufforderungen einknicken.

Und der sensationelle Preis? Vom angeblichen Gewinn hören und sehen die Opfer nie etwas. Sie werden von den Anbietern mit falschen Versprechungen und fiesen Tricks hereingelegt, um ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

*Name geändert

Tipps - so verhalten Sie sich richtig

  • Beantworten Sie das SMS nicht. Es wartet kein Preis auf Sie, es handelt sich um eine betrügerische Masche.
  • Klicken Sie nie auf den Link in der Nachricht.
  • Löschen Sie das SMS unverzüglich.

Sie wurden bereits Opfer und haben Angaben gemacht?

  • Informieren Sie rasch Ihre  Bank und/oder Kreditfirma und lassen Sie Ihre Kreditkarte sperren.
  • Von Ihrem Konto wurde Geld abgehoben? Melden Sie sich bei der Polizei.

Daran erkennen Sie unseriöse Angebote

  • Denken Sie daran: Wenn Sie nie an einem Gewinnspiel teilgenommen haben, können Sie auch nichts gewonnen haben. Und überhaupt: Der Gewinn einer Luxusreise wird kaum per SMS verkündet werden.
  • Werden gleich Ansprüche erhoben, viele persönliche Daten abgefragt oder möchte man Ihnen etwas aufschwatzen? Finger weg!
  • Sobald Sie sich unter Zeitdruck entscheiden sollen, kann es nicht seriös sein.

Ansprechstelle für weitere Fragen

Stadtpolizei Zürich
Prävention
8004 Zürich

Telefon 044 411 74 44

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