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Tipps vom Betreibungsamt

„Post“ vom Betreibungsamt. Was ist zu tun?

Im Kanton Zürich werden jedes Jahr ca. 400‘000 Betreibungsverfahren eingeleitet. Jede und jeder kann betrieben werden. Der Betreibung hat nicht in jedem Fall zwingend eine Mahnung vorauszugehen. Auch minderjährige Personen können betrieben werden, wenn auch in etwas eingeschränkter Form. Nur ganz wenige Betreibungen erfolgen tatsächlich völlig zu unrecht. 

Tipps: 

  • Briefe vom Betreibungsamt unbedingt öffnen!

  • Kooperation mit dem Betreibungsamt verringert meist die Kosten! Melden Sie sich beim Betreibungsamt, wenn Sie Termine nicht einhalten können.

  • Wird man per Post aufgefordert, innert einer bestimmten Frist etwas auf dem Betreibungsamt abzuholen, sollte dies getan werden damit nicht unnötige Kosten entstehen. Ist es nicht möglich, der Aufforderung innert Frist Folge zu leisten, kann auch jemand bevollmächtigt werden. Die meisten „Abholungseinladungen“ enthalten ein entsprechendes Vollmachtsformular. Erkundigen Sie sich innert Frist beim Betreibungsamt, wenn Sie Fragen zur konkreten Vorgehensweise haben!

  • Wird man betrieben, stellt das Betreibungsamt dem Schuldner (derjenige, der betrieben wird) einen Zahlungsbefehl zu. Der Zahlungsbefehl enthält die Aufforderung, die Schuld entweder innert 20 Tagen zu bezahlen oder innert 10 Tagen Rechtsvorschlag zu erheben. Gleichzeitig wird dem Schuldner angedroht, dass die Pfändung erfolgen kann, wenn die Forderung nicht bezahlt wird oder der Schuldner keinen Rechtsvorschlag erhebt. Achtung: Es empfiehlt sich in den meisten Fällen nur dann Rechtsvorschlag zu erheben, wenn man wirklich zu unrecht betrieben wurde, da ansonsten immer höhere Kosten entstehen können. Der Gläubiger hat den Rechtsvorschlag auf dem gerichtlichen oder verwaltungsrechtlichen Weg zu beseitigen, bevor er die Pfändung verlangen kann.

    Zahlungsbefehle werden nicht mit der normalen Post (auch nicht eingeschrieben), sondern persönlich zugestellt. Diese Zustellungen erfolgen an den Schuldner oder an einen „erwachsenen“ Mitbewohner. Kann die Zustellung nicht innert Frist erfolgen, kann der Zahlungsbefehl auch durch die Polizei (daheim oder bspw. am Arbeitsort) zugestellt werden.

  • Unter Umständen empfiehlt es sich auch, mit dem Gläubiger direkt Kontakt aufzunehmen. Kann mit dem Gläubiger eine Lösung (bspw. ein Abzahlungsmodus) gefunden werden, gilt es, die Abmachungen auch einzuhalten. Allenfalls kann mit dem Gläubiger auch vereinbart werden, dass die Betreibung beim Betreibungsamt zurückgezogen resp. gelöscht wird. Somit besteht kein Eintrag im Betreibungsregister mehr!

  • Wird man zu unrecht betrieben, kann der Schuldner (der Betriebene) innert 10 Tagen Rechtsvorschlag erheben. Dies kann direkt bei der Zustellung des Zahlungsbefehls oder auch später erfolgen. Zur Beweissicherung empfiehlt es sich, den Rechtsvorschlag schriftlich oder direkt beim Betreibungsamt zu erheben: Achtung: Frist 10 Tage ab Zustellung des Zahlungsbefehls. Erfolgt eine Betreibung zu unrecht, kann man sich auch mittels einer Klage zur Wehr setzen. In diesem Fall oder bei anderweitigen Fragen zur Betreibung kann das Betreibungsamt kontaktiert werden oder man kann sich an eine unentgeltliche Rechtsauskunftsstelle wenden.

  • Wird die Betreibung nicht innert 20 Tagen bezahlt und/oder wurde der erhobene Rechtsvorschlag definitiv beseitigt, kann der Gläubiger die Fortsetzung der Betreibung verlangen. Es kommt somit (in den meisten Fällen) zur Pfändung. Zur Pfändung wird man vorgeladen. Auch hier gilt: Folgen Sie der Aufforderung, um unnötige Kosten zu vermeiden. Können Termine nicht eingehalten werden, melden Sie sich umgehend beim Betreibungsamt. Erscheint der Schuldner nicht zum Pfändungsvollzug, so kann er auch polizeilich vorgeführt werden. Anlässlich des Pfändungsvollzugs stellt das Betreibungsamt fest, welche pfändbaren Vermögenswerte der Schuldner besitzt und/oder ob beim Schuldner ein Teil des Lohnes gepfändet werden kann.

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