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Quartierspiegel goes Open Data

Veröffentlicht am Freitag, 3. Juli 2015 um 11.30 Uhr
Von Micha L. Rieser

      

Statistik Stadt Zürich veröffentlicht die Quartierspiegel in dritter Auflage. Dabei handelt es sich um statistische Publikationen über die Quartiere, deren Eigenheiten und Bewohner. Der gesamte Inhalt der erstmals mit Bildern aus Wikipedia illustrierten Quartierspiegel wird unter einer freien Lizenz veröffentlicht. Was das mit Open Data zu tun hat? 

Seit 2012 setzt sich Open Data Zürich dafür ein, Daten frei verfügbar zu machen. Bisher waren das jedoch vor allem Daten in strukturierter, tabellarischer Form. Diese werden zunehmend unter einer freien Lizenz angeboten. Dabei sind Daten viel mehr als das. Zu diesen gehören auch Bilder, Texte und andere digitale Inhalte. Die Wikipedia-Community, als ein bekanntes Beispiel, ist an dieser Form von freien Daten interessiert und verarbeitet sie zu lexikalischem Inhalt weiter.

Micha L. Rieser, Wikipedian in Residence, Universitätsbibliothek Basel

Statistik Stadt Zürich benötigt für seine Quartierspiegel Bilder aus den diversen Quartieren. Solche Abbildungen sind mitunter sehr kostspielig und mit grossem Beschaffungsaufwand verbunden. Dagegen stehen Bilder unter einer freien Lizenz meist kostenlos zur Verfügung. Eine Wikipedia ist an den historischen Textbeiträgen in den Quartierspiegeln interessiert; sie braucht für eine wörtliche Übernahme aber zwingend eine freie Lizenz. Daraus entstand die Idee, gezielt zusammenzuarbeiten: Die Wikipedianer liefern per Crowdsourcing gezielt freie Bilder, und im Gegenzug werden sämtliche Quartierspiegel komplett unter eine freie Lizenz gestellt, damit die Inhalte auf der Wikipedia-Plattform und auch anderswo weiterverwendet werden dürfen.

Vonseiten von Wikipedia wurden gezielt Touren durch die statistischen Quartiere unternommen, ob von Einzelpersonen oder von ganzen Gruppen, um für die Quartierspiegel möglichst viele Motive fotografisch festzuhalten. Die Fotos wurden gleichzeitig auf die Mediendatenbank Wikimedia Commons hochgeladen. Dort stehen sie unter einer freien Lizenz und können von allen interessierten Personen weitergenutzt werden.

Seit dem 30. Juni ist es nun so weit: Erstmals werden in der Schweiz statistische Publikationen samt Bildern und Texten unter einer freien Lizenz veröffentlicht. Ich hoffe sehr, dass dies Schule macht und weitere Ämter mit ihren Publikationen unter einer freien Lizenz nachziehen. Die wiederholte Verwendung bedeutet stets eine Nutzensteigerung für die gesamte Bevölkerung.

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