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Preisträger_innen erzählen

Rechtsberatung TGNS, Schtifti Foundation, Frauenredaktion Radio LoRa, mannebüro züri  – vier Preisträger_innen erzählen, was ihnen der Gleichstellungspreis bedeutet und inwiefern sie davon profitieren konnten.

2014: Rechtsberatung TGNS

Rechtliche Unterstützung und Aufklärung

links und rechts: Kristin Hoffmann und Alecs Recher, Rechtsberatende bei TGNS; in der Mitte: Henry Hohmann, Präsident von TGNS
Bild: Renate Wernli

2014 holte sich die in Zürich ansässige Rechtsberatung Transgender Network Switzerland den Gleichstellungspreis. Der Stadtrat zeichnete damit ihr grosses Engagement für die Gleichstellung von Transmenschen aus.

Transgender Network Switzerland TGNS wurde 2010 gegründet. Das kostenlose Beratungsangebot des Vereins richtet sich an Transmenschen und ihre Angehörigen sowie an Schulen, Ausbildungsbetriebe, Behörden und Fachleute. TGNS vertritt die Interessen von Transmenschen auf politischer Ebene, leistet Öffentlichkeitsarbeit und arbeitet mit internationalen Organisationen zusammen. Zudem engagiert sich TGNS für eine Klärung und Verbesserung der Rechtslage von Transmenschen.

Für das Angebot des Vereins, das in der Schweiz einzigartig ist, sind Professionalität und viel ehrenamtliche Arbeit nötig: «Wir beraten online, am Telefon und persönlich zu den unterschied-lichsten Fragen. Es geht zum Beispiel um die Änderung des Namens oder des amtlichem Geschlechts, um Diskriminierung am Arbeitsplatz oder um Probleme mit der Krankenkasse», erklärt Alecs Recher, Leiter der Rechtsberatung. Henry Hohmann, Präsident von TGNS, freut sich: «Der Gleichstellungspreis ist ein Zeichen, dass die Anliegen von Transmenschen wahr-genommen werden. Er ist eine Würdigung unserer Arbeit.» Mit dem Preisgeld möchte TGNS unter anderem eine Publikation zum Thema Transgender in der Arbeitswelt finanzieren und Unterstützung von strategisch relevanten Gerichtsfällen leisten.

www.transgender-network.ch

Medienberichterstattung zum Gleichstellungspreis 2014

2013: Schtifti Foundation

Anerkennung und neue Sportgeräte

Schtifti-Jugendliche in Aktion
Bild: Silvia Voser

Die Schtifti Foundation, 2003 in Zürich gegründet und inzwischen in der ganzen Schweiz als Sozialprojekt im Bereich Gesundheitsförderung bekannt, hat 2013 den Gleichstellungspreis der Stadt Zürich erhalten. Fester Bestandteil der Schtifti-Aktivitäten sind die jährlich rund 30 GORILLA-Workshops an Schulen: Rund 35 Freestyle-Sportlerinnen und -Sportler leiten Tages-Workshops mit Sportarten wie Frisbee, Footbag, Breakdance, Slalom- oder Longboard; gleichzeitig will GORILLA den Kindern und Jugendlichen ein Gefühl für den eigenen Körper vermitteln, die Freude an Bewegung wecken und ihnen zeigen, wie gut gesunde Ernährung schmeckt. «Wir wollen den Jugendlichen ein neues Rollenmodell vorleben», sagt Stiftungsgründer Roland Grolimund. «Für Freestyle-Sportarten lassen sich Mädchen durchaus begeistern, und die Koch-Workshops kommen bei den Jungs gut an». Für Grolimund und das Schtifti-Team ist der Gleichstellungspreis eine Anerkennung ihres zehnjährigen Engagements gegen starre Rollenbilder bei der Zürcher Jugend – und ein willkommener Beitrag an neue Sportgeräte.

www.schtifti.ch

2011: Frauenredaktion Radio LoRa

Respekt!

Die Macherinnen «der Hälfte des Äthers» versammelt
Bild: Renate Wernli

Die Pionierinnenleistung der Frauenredaktion von Radio LoRa, die unter dem Titel «Die Hälfte des Äthers» ein breites Programm in vielen und immer neuen Sprachen gestaltet, wurde 2011 mit dem Gleichstellungspreis der Stadt Zürich ausgezeichnet. Seit 30 Jahren sendet das Alternative Lokalradio aus dem Zürcher Kreis 4, und fast ebenso lang sind Frauen mit ihren Themen und ihrer Musik präsent. Im LoRa erhalten Migrantinnen eine Stimme: sie berichten aus ihren Ländern über Frauenpolitik, Feminismus und queeres Leben – laut und leise, zornig und mit Humor.

Gegen 20 Frauen nehmen regelmässig an den Redak-tionssitzungen teil, und für spezielle Anlässe kann die Frauenredaktion auf rund 40 Radiomacherinnen zählen. Wichtige Daten im Radio-Jahr sind unter anderem der Internationale Frauentag am 8. März oder die 16 Tage gegen Gewalt an Frauen. «Gegenüber früher sind viel mehr Frauen mit Migrationserfahrungen im LoRa aktiv», erklärt Maria Robinigg, die Leiterin der LoRa-Frauenstelle. «Der Gleichstellungspreis war für die LoRa-Macherinnen eine Bestätigung ihrer Arbeit, und er hat die Stellung der Frauenredaktion gestärkt». Das Preisgeld eröffnete unter anderem die Möglichkeit, Sendungsmacherinnen zu unterstützen, die eine Radio-Weiterbildung absolvieren wollten.

www.lora.ch

2010: mannebüro züri

Erweiterung des Beratungsangebots

Das Team des mannebüros (v.l.n.r).: Martin Bachmann, Daniel Häsli, Philipp Gonser, Mike Mottl
Bild: zVg

25 Jahre sind eine lange Zeit. Das mannebüro züri, 1989 von zwei Studierenden der Schule für Soziale Arbeit gegründet, ist inzwischen eine bekannte Fachstelle im Bereich Männerarbeit. Das mannebüro züri wird von einem Verein getragen; neben dem Geschäfts-leiter arbeiten zwei Männer-berater und ein Sekretär in Teilzeitpensen auf der Beratungsstelle im Kreis 4.

«Das Grundanliegen unserer Arbeit ist immer noch das gleiche», sagt Männerberater Martin Bachmann. «Im mannebüro züri arbeiten Männer für Männer, die in Not sind, an ihre persönlichen Grenzen kommen, denen die klassischen männlichen Strategien nicht mehr weiterhelfen». In der Beratung sind es Themen wie häusliche Gewalt, Trennungen und Besuchsrecht, mit denen sich Männer ans mannebüro wenden; in den letzten zehn Jahren ist die Gefährderansprache im Rahmen des Gewaltschutzgesetzes als Aufgabe hinzu gekommen, und als neuestes Angebot wurde in Kooperation mit einer Fachfrau in Psychotherapie eine sexologische Beratung aufgebaut.

«Der Gleichstellungspreis 2010 hat in Team und Vorstand einen grossen Schub ausgelöst», erklärt Bachmann. «Dank des Preises konnten wir Ausbildungen mitfinanzieren, die einen Ausbau des Beratungsangebots möglich machen. Das wiederum wurde in den Medien aufgenommen. Die Anerkennung unseres Engagements ermuntert uns, an den oft schwierigen Männerthemen dranzubleiben und für einen konstruktiven Dialog zwischen Männern und Frauen zu arbeiten».

www.mannebuero.ch

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