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Der Lohnunterschied nach Geschlecht ist ein wichtiger Indikator für den Stand der Gleichstellung von Frauen und Männern im Erwerbsleben. Er weist darauf hin, dass Frauen häufig Berufe ausüben, die schlecht entlöhnt werden, und dass sie weniger oft Karriere machen als Männer.

Lohnunterschied, privater und öffentlicher Sektor

Stadt Zürich 2016

Der Medianlohn der Männer lag 2016 in der Stadt Zürich insgesamt (privater und öffentlicher Sektor zusammen) bei Fr. 8 269 pro Monat, jener der Frauen bei Fr. 7 039. Damit erhalten Frauen Fr. 1 230 weniger als Männer, was einer Differenz von 14,9 Prozent entspricht.

Der Medianlohn ist derjenige Lohn, der die Beschäftigten in zwei gleich grosse Teile teilt. Das bedeutet, dass die eine Hälfte der Beschäftigten mehr, die andere Hälfte weniger verdient. Die Werte der Grafik wurden anstatt mit dem Median mit dem arithmetischen Mittel (Durchschnitt) berechnet. Der Lohnunterschied fällt dadurch grösser aus, da sehr hohe Löhne häufiger von Männern bezogen werden.

Quelle: Schweizerische Lohnstrukturerhebung LSE, 2016

Lohnunterschied, erklärbar und unerklärbar

Stadt Zürich 2016

Die Zerlegung der Lohndifferenz in einen erklärbaren und einen unerklärbaren Teil basiert auf den Durchschnittslöhnen.

Der Durchschnittslohn der Männer liegt in der Stadt Zürich bei Fr. 9 592, jener der Frauen bei Fr. 7 560 im Monat. Dies ergibt eine Differenz von Fr. 2 032 beziehungsweise 21,0 Prozent. Mehr als zwei Drittel (69,3 %) dieser Differenz sind durch Unterschiede in der persönlichen Qualifikation der Beschäftigten, der Funktion und der Branche zu erklären. 30,7 Prozent sind nicht erklärbar und lassen sich nicht durch Unterschiede der in der Berechnungsmethode aufgenommenen Variablen* begründen.

Für die nicht-erklärbare Lohndifferenz wird der Begriff «Lohndiskriminierung» verwendet. Bezogen auf den Gesamtlohn beträgt die Lohndiskriminierung in der Stadt Zürich 6,5 Prozent (30,7 % von 21,0 %). Dies entspricht einer Differenz von Fr. 624 pro Monat zu Ungunsten der Frauen.

*Dazu gehören: Ausbildung, Alter, Dienstjahre, Erwerbspensum, Anforderungsniveau, berufliche Stellung, Gesamtarbeitsvertrag (ja/nein), Lohnart (Stundenlohn/Monatslohn), Unternehmensgrösse, Sektor (öffentlich oder privat), Branche.

Quelle: Schweizerische Lohnstrukturerhebung LSE, 2016

Lohndifferenz: erklärbar und nicht erklärbar
Schema Lohndifferenz; Quelle: Statistik Stadt Zürich

Lohnklassen nach Alter und Geschlecht in der Stadtzürcher Privatwirtschaft

Stadt Zürich 2016

In der nachfolgenden Tabelle sind die Arbeitnehmenden der Stadt Zürich nach Geschlecht, Altersklasse und Lohnklasse (monatlicher Bruttolohn, umgerechnet auf Vollzeitstellen) dargestellt. Die Tabelle zeigt Anteilswerte, die sich in den Spalten auf 100 Prozent addieren.

Lesebeispiel: 4,5 Prozent der Männer im Alter von 20 bis 29 Jahren verfügen über einen monatlichen Bruttolohn von bis zu Fr. 4 000. 82,7 Prozent verdienen zwischen Fr. 4 001 und Fr. 8 000, 11,4 Prozent zwischen Fr. 8 001 und Fr. 12 000, und 1,4 Prozent verdienen über Fr. 12 000 monatlich.

Quelle: Schweizerische Lohnstrukturerhebung LSE, 2016

Lohnunterschied nach Geschlecht und Anforderungsniveau

Stadt Zürich, 2016

Die nachfolgende Grafik zeigt den Medianlohn nach Geschlecht und Anforderungsniveau. Am tiefsten sind die mittleren Löhne von Beschäftigten, die einfache körperliche oder handwerkliche Tätigkeiten ausüben: Die Frauen verdienen im Mittel Fr. 4 501 und die Männer Fr. 5 383 pro Monat. Der Medianlohn der Männer in dieser Gruppe von Beschäftigten übersteigt denjenigen der Frauen um 16 Prozent.

Der Lohnunterschied bei den Beschäftigten, die komplexe Tätigkeiten ausüben, beträgt ebenfalls 16 Prozent. In absoluten Zahlen ist der Lohnunterschied zwischen den Frauen und den Männern dieser Gruppe jedoch grösser: Männer, die komplexe Tätigkeiten ausüben, verdienen rund Fr. 1 600 mehr als Frauen mit derselben Beschäftigung.

Das Anforderungsniveau wird aus der Berufsgruppe gemäss ISCO-08-Nomenklatur abgeleitet.

Quelle: Schweizerische Lohnstrukturerhebung LSE, 2016

Lohnunterschied nach Geschlecht und beruflicher Stellung

Stadt Zürich, 2016

Je höher die berufliche Stellung, desto höher der Lohn und desto höher der Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern. Männer im unteren Kader verdienen rund 15 Prozent oder Fr. 1 500  mehr als Frauen. Im mittleren Kader beträgt die Differenz Fr. 2 600, was 20 Prozent entspricht. Im oberen Kader beträgt der Lohnunterschied fast Fr. 3 500. Der Medianlohn der Männer in dieser Position liegt bei Fr. 14 131, bei den Frauen beträgt er Fr. 10 656.

Bei den Beschäftigten ohne Kaderfunktion verdient die Hälfte der Frauen mehr als Fr. 6 327, bei den Männern Fr. 7 012. Der Medianlohn der Männer liegt dabei Fr. 685 oder 10 Prozent über jenem der Frauen.

Quelle: Schweizerische Lohnstrukturerhebung LSE, 2016

Lohnunterschied nach Geschlecht und Ausbildung

Stadt Zürich, 2016

Betrachtet man den Lohnunterschied nach Geschlecht und Ausbildung, so fällt auf, dass der Lohnunterschied bei den Akademikerinnen und Akademikern mit rund Fr. 2 200 beziehungsweise 20 Prozent am höchsten ist. Der Medianlohn der Männer mit Universitätsabschluss liebt bei Fr. 11 218 , derjenige der Frauen bei Fr. 9 000.

Der Medianlohn von Männern ohne abgeschlossene Berufsausbildung übersteigt den Medianlohn der Frauen um 10 Prozent. Ihr Medianlohn liegt bei Fr. 5 034, derjenige der Frauen bei Fr. 4 546.

Quelle: Schweizerische Lohnstrukturerhebung LSE, 2016

Lohnstrukturerhebung (LSE)

Der monatliche Bruttolohn nach Geschlecht und Alter stammt aus der Lohnstrukturerhebung (LSE). Diese Unternehmensbefragung wird alle zwei Jahre vom Bundesamt für Statistik durchgeführt (siehe Glossar). Die Stichprobe der LSE 2016 für die Stadt Zürich enthält Daten zu Arbeitnehmenden im öffentlichen und privaten Sektor, die in der Stadt Zürich tätig sind.

Da vor 2012 andere Selektionen vorgenommen wurden, sind Vergleiche mit den Daten vor 2012 nicht möglich (2008: Arbeitnehmende in Unternehmen des privaten Sektors, in denen die Mehrheit der Beschäftigten in der Stadt Zürich tätig ist; 2010: Arbeitnehmende in Unternehmen des privaten Sektors mit Hauptsitz in der Stadt Zürich).

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