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Lohn

Der Lohnunterschied nach Geschlecht ist ein wichtiger Indikator für den Stand der Gleichstellung von Frauen und Männern im Erwerbsleben. Er weist darauf hin, dass Frauen häufig Berufe ausüben, die schlecht entlöhnt werden, und dass sie weniger oft Karriere machen als Männer.

Durchschnittlicher Lohnunterschied, privater und öffentlicher Sektor, Stadt Zürich, 2018

Quelle: Schweizerische Lohnstrukturerhebung LSE, 2018

Der Durchschnittslohn der Männer lag in der Stadt Zürich 2018 bei 10 191 Franken, jener der Frauen bei 7726 Franken im Monat. Dies ergibt eine Differenz von 2465 Franken beziehungsweise 24 Prozent. Die Werte der Grafik wurden mit dem arithmetischen Mittel (Durchschnitt) berechnet. Der Lohnunterschied fällt dadurch grösser aus, da sehr hohe Löhne häufiger von Männern bezogen werden. 

Mittlerer Lohnunterschied

Der Medianlohn der Männer lag 2018 in der Stadt Zürich insgesamt (privater und öffentlicher Sektor zusammen) bei 8539 Franken pro Monat, jener der Frauen bei 7067 Franken. Damit erhalten Frauen 1472 Franken weniger als Männer, was einer Differenz von 17,2 Prozent entspricht.

Der Medianlohn ist derjenige Lohn, der die Beschäftigten in zwei gleich grosse Teile teilt. Das bedeutet, dass die eine Hälfte der Beschäftigten mehr, die andere Hälfte weniger verdient.

Lohnunterschied, erklärbar und unerklärbar, Stadt Zürich, 2018

Quelle: Schweizerische Lohnstrukturerhebung LSE, 2018

Die Zerlegung des Lohnunterschieds in einen erklärbaren und einen unerklärbaren Teil basiert auf den Durchschnittslöhnen.

Erklärbarer Lohnunterschied

Fast drei Viertel (73,3 %) des monatlichen Lohnunterschieds von 2465 Franken (24 Prozent) sind durch Unterschiede in der persönlichen Qualifikation der Beschäftigten, der Funktion und der Branche zu erklären. 26,7 Prozent sind nicht erklärbar und lassen sich nicht mit den in die Berechnungsmethode aufgenommenen Variablen* begründen.

Lohndiskriminierung

Der nicht mit objektiven Faktoren erklärbare Lohnunterschied ist ausschliesslich auf das Geschlecht zurück zu führen, deshalb wird dafür der Begriff «Lohndiskriminierung» verwendet. Bezogen auf den Gesamtlohn beträgt die Lohndiskriminierung in der Stadt Zürich 6,5 Prozent (26,7 % des beobachteten Lohnunterschieds von 24 %). Das heisst, unter Berücksichtigung aller objektiven Erklärungsfaktoren verdienen Frauen rein aufgrund ihres Geschlechts pro Monat 6,5 Prozent oder 658 Franken weniger als Männer.

*Dazu gehören: Ausbildung, Alter, Dienstjahre, Erwerbspensum, Anforderungsniveau, berufliche Stellung, Gesamtarbeitsvertrag (ja/nein), Lohnart (Stundenlohn/Monatslohn), Unternehmensgrösse, Sektor (öffentlich oder privat), Branche.

Schema erklärbare und unerklärbare Lohndifferenz

Schema Lohndifferenz
Schema Lohndifferenz; Quelle: Statistik Stadt Zürich

Lohnklassen nach Alter und Geschlecht in der Stadtzürcher Privatwirtschaft, Stadt Zürich, 2018

Quelle: Schweizerische Lohnstrukturerhebung LSE, 2018

In der Grafik sind die Löhne der Arbeitnehmenden in der Stadt Zürich nach Geschlecht, Altersklasse und Lohnklasse (monatlicher Bruttolohn, umgerechnet auf Vollzeitstellen) dargestellt. Die Grafik zeigt Anteilswerte, die sich in den Spalten auf 100 Prozent addieren.

Lesebeispiel: 7,1 Prozent der Frauen im Alter von 20 bis 29 Jahren verfügte 2018 über einen monatlichen Bruttolohn von bis zu 4000 Franken; 83,7 Prozent verdiente zwischen 4001 und 8000 Franken. 8 Prozent erhielt einen Lohn zwischen 8 000 und 12 000 Franken, und 1,3 Prozent der Frauen verdiente über 12 000 Franken pro Monat.

Lohnunterschied nach Geschlecht und Anforderungsniveau, Stadt Zürich, 2018

Quelle: Schweizerische Lohnstrukturerhebung LSE, 2018

Die Grafik zeigt den Medianlohn nach Geschlecht und Anforderungsniveau. Am tiefsten sind die mittleren Löhne von Beschäftigten, die einfache körperliche oder handwerkliche Tätigkeiten ausüben: Die Frauen dieser Gruppe von Beschäftigten verdienten 2018 im Mittel 4853 Franken und die Männer 5749 Franken pro Monat. Der Medianlohn der Männer überstieg denjenigen der Frauen um 16 Prozent, das sind 896 Franken pro Monat.

Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern bei den Beschäftigten, die komplexe Tätigkeiten ausüben, ist höher und lag 2018 bei 18 Prozent. Männer verdienten pro Monat rund 1843 Franken mehr als Frauen mit derselben Beschäftigung.

Das Anforderungsniveau wird aus der Berufsgruppe gemäss ISCO-08-Nomenklatur abgeleitet.

Lohnunterschied nach Geschlecht und beruflicher Stellung, Stadt Zürich, 2018

Quelle: Schweizerische Lohnstrukturerhebung LSE, 2018

Die Grafik zeigt den Medianlohn nach Geschlecht und beruflicher Stellung. Je höher die berufliche Stellung, desto höher der Lohn und desto höher der Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern. Männer im unteren Kader verdienten 2018 in der Stadt Zürich rund 12 Prozent oder 1080 Franken mehr als Frauen. Im mittleren Kader betrug die Differenz 3037 Franken, was 23 Prozent entspricht. Im oberen Kader belief sich der Lohnunterschied auf fast 4103 Franken. Der Medianlohn der Männer in dieser Position lag bei 14 286 Franken, bei den Frauen betrug er 10 183 Franken.

Bei den Beschäftigten ohne Kaderfunktion verdiente 2018 die Hälfte der Frauen mehr als 6398 Franken, bei den Männern mehr als 6945 Franken. Der Medianlohn der Männer lag dabei 547 Franken oder 8 Prozent über jenem der Frauen.

Lohnunterschied nach Geschlecht und Ausbildung, Stadt Zürich, 2018

Quelle: Schweizerische Lohnstrukturerhebung LSE, 2018

Betrachtet man den Lohnunterschied nach Geschlecht und Ausbildung, so fällt auf, dass der Lohnunterschied bei den Akademikerinnen und Akademikern mit rund 2137 Franken beziehungsweise 19 Prozent am höchsten ist. Der Medianlohn der Männer mit Universitätsabschluss liegt bei 11 316 Franken, derjenige der Frauen bei 9179 Franken. 

Der Medianlohn von Männern ohne abgeschlossene Berufsausbildung übersteigt den Medianlohn der Frauen um 13 Prozent. Ihr Medianlohn liegt bei 5492 Franken, derjenige der Frauen bei 4760 Franken.

 

Lohnunterschied nach Geschlecht und Branche, Stadt Zürich 2018

Quelle: Schweizerische Lohnstrukturerhebung LSE, 2018

Die Grafik zeigt den Medianlohn nach Geschlecht und Branche.

Personen in den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen verdienen am meisten. Männer verdienen in dieser Branche im Mittel 12 235 Franken, Frauen 9 088 Franken. Der Lohnunterschied beträgt 3147 Franken (25,7 Prozent) und ist damit – verglichen mit den anderen Branchen – am höchsten.

Am anderen Ende des Lohnspektrums steht die Branche «Gastgewerbe und Gastronomie». Frauen verdienen in dieser Branche im Mittel 5805 Franken, Männer 4648 Franken. Mit 130 Franken beziehungsweise 2,8 Prozent fällt in dieser Branche auch der Lohnunterschied am tiefsten aus.

Lohnstrukturerhebung (LSE)

Der monatliche Bruttolohn nach Geschlecht und Alter stammt aus der Lohnstrukturerhebung (LSE). Diese Unternehmensbefragung wird alle zwei Jahre vom Bundesamt für Statistik durchgeführt (siehe Glossar). Die Stichprobe der LSE 2016 für die Stadt Zürich enthält Daten zu Arbeitnehmenden im öffentlichen und privaten Sektor, die in der Stadt Zürich tätig sind.

Da vor 2012 andere Selektionen vorgenommen wurden, sind Vergleiche mit den Daten vor 2012 nicht möglich (2008: Arbeitnehmende in Unternehmen des privaten Sektors, in denen die Mehrheit der Beschäftigten in der Stadt Zürich tätig ist; 2010: Arbeitnehmende in Unternehmen des privaten Sektors mit Hauptsitz in der Stadt Zürich).

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