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Die Schweizerische Landesausstellung von 1939 in Zürich

Arbeiten am Turm der Schwebebahn am rechten Seeufer (VII.80.:60.)
Arbeiten am Turm der Schwebebahn am rechten Seeufer (VII.80.:60.)

Umzug am «Bündnertag» im Rahmen der Kantonaltage Bild 9 (VII.80.:79.)
Umzug am «Bündnertag» im Rahmen der Kantonaltage Bild 9 (VII.80.:79.)

Bernhardiner an der nationalen Hundeausstellung (VII.80.:77.)
Bernhardiner an der nationalen Hundeausstellung (VII.80.:77.)

Vor 75 Jahren - am 6. Mai 1939 - ist in Zürich die Landesausstellung, im Volksmund «Landi», eröffnet worden. Sie dauerte ein knappes halbes Jahr - bis am 29. Oktober 1939 - und stand ganz im Zeichen der geistigen Landesverteidigung. Im Vordergrund der Ausstellung standen nicht nur die Leistungen von Gewerbe und Industrie, sondern auch das «Sein und Schaffen» des Schweizer Volkes.

Als Hauptattraktionen der Landi zählten das Landidörfli, in dem Häuser in den traditionellen Baustilen verschiedener Kantone gruppiert waren, der Schifflibach, auf dem die Leute in kleinen Booten durchs Ausstellungsgelände trieben sowie die Gondeln, welche auf 75 Metern Höhe quer über den See schwebten.

Die Ausstellung bot aber auch einige Kontrastpunkte: Zeigte das Landidörfli beim Zürichhorn eine sehr traditionelle Schweiz, wurden auf der anderen Seeseite z.B. mit dem Pavillon der Aluminiumindustrie moderne Technik oder mit dem «Landi-Stuhl» von Hans Coray modernes Design präsentiert. Zudem ging der sachliche, leicht wirkende Baustil vieler Pavillons unter der Bezeichnung «Landistil» in die Schweizer Architekturgeschichte ein.

Arbeiten am Turm der Schwebebahn am linken Seeufer
Arbeiten am Turm der Schwebebahn am linken Seeufer (VII.80.:60.)

Ruhepause auf den berühmten Landistühlen beim Festplatz
Ruhepause auf den berühmten Landistühlen beim Festplatz (VII.80.:60.)

Demonstration eines gynäkologischen Stuhles in der Abteilung «Vorbeugen und Heilen»
Demonstration eines gynäkologischen Stuhles in der Abteilung «Vorbeugen und Heilen» (VII.80.:68)

Die Landi fiel mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in eine unruhige Zeit. Doch trotz der ersten Generalmobilmachung am 1. September 1939 wurde die Ausstellung nicht vorzeitig geschlossen. Umso wichtiger wurde nun die geistige Landesverteidigung; konnten doch die Besucherinnen und Besucher gleich selbst sehen, was es denn zu verteidigen gab. Geprägt wurde das Bild der Landesausstellung aber auf jeden Fall von den Uniformen der Schweizer Soldaten.

Alles in allem war die Ausstellung ein grosser Erfolg: Über 10 Millionen Eintrittskarten wurden verkauft. Und noch heute prägen Designelemente, wie der Landi-Stuhl, unseren Alltag.

Das Stadtarchiv Zürich besitzt einen Teil des offiziellen Archivs der Schweizerischen Landesaustellung von 1939. Unter der Signatur VII.80. findet man Protokolle der Ausstellungskommission, des Organisationskomitees, Akten von Stadtrat Heinrich Oetiker, dem Chefbauleiter der Landi sowie Publikationen und Zeitungsausschnitte. Zu erwähnen ist insbesondere die umfangreiche, thematisch geordnete Bilddokumentation, welche 24 Archivschachteln umfasst und sich auf den damaligen offiziellen Führer der Landesausstelllung bezieht. Mit Hilfe dieser zahlreichen Aufnahmen erhält man nicht nur Einblicke in die verschiedenen thematischen Pavillons, in das Landidörfli und die verschiedensten Angebote für das leibliche Wohl. Man findet auch Fotos zu Anlässen wie dem Auslandschweizertagt, dem Ballon-Wettfliegen sowie der nationalen Hundeschau. Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang auch die Aufnahmen der «Eintrittsmillionäre», das heisst, Fotos von Besucherinnen und Besuchern, welche zufälligerweise einen Jubiläumseintritt gekauft haben.

Das 50`000. Kind des Nestlé-Kinderparadies bekommt einen Puppe geschenkt (VII.80.:69.)
Das 50`000. Kind des Nestlé-Kinderparadies bekommt einen Puppe geschenkt (VII.80.:69.)

Fahrt auf dem Schifflibach mit Ausblick auf zeitgenössische, bildende Kunst (VII.80.:60.)
Fahrt auf dem Schifflibach mit Ausblick auf zeitgenössische, bildende Kunst (VII.80.:60.)

Operationsdemonstration in der Abteilung «Vorbeugen und Heilen» (VII.80.:68.)
Operationsdemonstration in der Abteilung «Vorbeugen und Heilen» (VII.80.:68.)

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