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Nutzungsstrategie Schlachthof-Areal

stadt-zuerich.ch/schlachthofareal

Die Stadt Zürich ist Eigentümerin des Schlachthof-Areals zwischen Hohl-, Herdern-, Basler- und Hardgut-Strasse an der Grenze zwischen Aussersihl und Altstetten. Das attraktive Areal mit seinen denkmalgeschützten Bauten wird seit mehr als hundert Jahren zu grossen Teilen von der Fleischwirtschaft genutzt. Die Mietverträge mit den heutigen Nutzerinnen und Nutzern laufen spätestens im Jahr 2029 aus. Die Stadt will deshalb klären, wie sie das Areal ab dem Jahr 2030 nutzen will. Sie erarbeitet dazu bis Mitte 2022 einen Strategieprozess. Dieser bildet die Grundlage für weitere Planungsschritte bis hin zu allfälligen Bauprojekten.

Geschichte und aktuelle Nutzung

Schlachthof-Areal mit denkmalgeschützten Bauten

Im Vorfeld der Eingemeindung von 1893 kaufte die Stadt Zürich an der Stadtgrenze zur damalig selbständigen Gemeinde Altstetten im Gebiet des Letzibachs ein über 17 Hektaren grosses Grundstück, um einen Zentralschlachthof zu errichten. Nach einer langen Planungszeit begann man 1905 mit den Bauarbeiten. Die Ausführung des Schlachthofbaus erfolgte unter Aufsicht des städtischen Hochbauamts. Als Architekten wählte der Stadtrat Gustav Albert Uhlmann aus Mannheim. Am 1. August 1909 konnte der neue Schlachthof in Betrieb genommen werden. Die Anlage kostete schliesslich 5,85 Millionen Franken, 2 Millionen mehr als ursprünglich angenommen. Die Kostenüberschreitung war auf die Bauteuerung und vor allem auf die mangelnde Erfahrung mit vergleichbaren Grossprojekten zurückzuführen. Zwischen 1982 und 1985 wurde die Anlage letztmals umfassend erneuert.

Aktuelle Zonierung / Planungsrechtliche Festlegungen

Im regionalen Richtplan ist das gesamte Schlachthofareal als «Arbeitsplatzgebiet» definiert. Arbeitsplatzgebiete dienen der langfristigen Sicherung von ausreichend grossen, zusammenhängenden und gut erschlossenen Flächen für Arbeitsnutzungen wie produktionsorientierte gewerblich-industrielle Nutzungen, Handel, Bildung, Forschung, Logistik, Gütergrossverteiler/innen und Dienstleistungen. Der erwähnte Richtplan sieht für das Schlachthof-Areal folgende Hauptfunktionen vor: «Schlachthof, ergänzend produzierendes Gewerbe oder öffentliche Bauten und Anlagen sowie Freiraum». In der aktuellen Bau- und Zonenordnung der Stadt Zürich liegt das Areal hauptsächlich in der Industrie- und Gewerbezone I (blau). Nur zwei kleinere Parzellen liegen in der Wohnzone 5 (orange, Wohnanteil 0 %). Ein Grossteil der Gebäude und der Umgebung auf dem Areal steht unter Denkmalschutz.

Das Schlachthof-Areal im Geviert der Herdern-, Basler-, Hardgut- und der Hohlstrasse umfasst eine Fläche von rund 58'000 m2 mit dem «Centravo-Areal» beziehungsweise 54'600 m2 ohne diese Parzelle.

Das sogenannte «Centravo-Areal» in der nordwestlichen Ecke des Schlachthof-Areals ist nicht direkter Gegenstand der Nutzungsstrategie. Auf diesem Areal plant die Stadt ein Gebäude zu erstellen, das als neue Wache für Schutz & Rettung sowie als neuer Sitz des Stadtarchivs dienen könnte.

Auftrag

Der Stadtrat will die Nutzung nach 2029 frühzeitig klären. Dies erfolgt ab 2019 in vier Schritten:

Schritt 1: Nutzungsstrategie

Für die Ausarbeitung einer Nutzungsstrategie gilt es die Potenziale des Areals und den Bedarf nach standortgebundenen städtischen Nutzungen zu klären. Verschiedene Nutzungsvarianten werden entwickelt, dabei werden Varianten mit und ohne Schlachtbetrieb erarbeitet.

Schritt 2: Städtebauliches Konzept, Testplanung

Für die Erarbeitung eines entsprechenden städtebaulichen Konzepts eignet sich aus Erfahrung eine Testplanung. Am Ende des zweiten Schrittes liegt ein konkretes Nutzungs- und Bebauungskonzept vor.

Schritt 3: Planungsrechtliches Verfahren

Erfordert das angestrebte Nutzungs- und Bebauungskonzept Anpassungen des Planungsrechts, muss ein zusätzlicher Zeitbedarf von etwa zwei Jahren eingerechnet werden.

Schritt 4: Wettbewerb und Bauprojekt

Auf Basis des Nutzungs- und Bebauungskonzepts und den planungsrechtlichen Vorgaben wird allenfalls ein Wettbewerbsverfahren durchgeführt.

Bis ins Jahr 2029 wird der Schlachtbetrieb auf dem Areal fortgeführt. Die Frage, ob das Areal über das Jahr 2029 hinaus Platz für die Fleischwirtschaft bieten kann und soll, ist offen und Gegenstand der laufenden Erarbeitung einer Nutzungsstrategie. Der Stadtrat hat diesbezüglich keinen Vorentscheid gefällt.

Nutzungsstrategie

Die Nutzungsstrategie legt die zukünftigen Nutzungsziele für das Schlachthof-Areal grob fest. Dazu werden das Potenzial (Flächen) des Areals, der Bedarf an städtischen Nutzungen (öffentliche Bauten und Anlagen) sowie die Chancen einer Weiterentwicklung des Arbeitsplatzgebiets aufgezeigt. Varianten mit unterschiedlicher Nutzungsausrichtung werden entwickelt und bewertet. Dabei wird aufgezeigt, wie auf dem Areal zusätzlich ein Mehrwert für das Quartier, zum Beispiel durch die Öffnung des Areals geschaffen werden kann.

Einbezug der Akteursgruppen

Während des Strategieprozesses wurden die Bedürfnisse und Ideen der heutigen Mietparteien, des Quartiers, des Gewerbes und weiterer Interessierter angehört. Dazu wurden Informationsveranstaltungen sowie Echoräume durchgeführt. Zum Auftakt der Nutzungsstrategie wurde am 16. September 2019 über das geplante Vorhaben vor Ort im Restaurant Schlachthof informiert. Am ersten Echoraum vom 9. Dezember 2019 nahmen rund 50 interessierte Personen teil. Dabei standen die Bedürfnisse der Teilnehmenden an das Schlachthof-Areal im Fokus. Beim zweiten Echoraum, welcher Corona bedingt auf den 14. September 2021 verschoben werden musste, wurden vier Gruppen von Nutzungsvarianten vorgestellt und mit den rund 70 Teilnehmenden diskutiert.

Die Rückmeldungen aus den beiden Echoräumen bilden, nebst den Einschätzungen der Verwaltung und externen Fachleuten sowie den vielfältigen Rahmenbedingungen, eine wichtige Grundlage für den Abschluss des Strategieprozesses. Dieser ist für Mitte 2022 vorgesehen. Danach wird über dessen Ergebnisse sowie über die nächsten Planungsschritte und weitere Mitwirkungsmöglichkeiten informiert werden.

Zweiter Echoraum am 14. September 2021

Am 14. September 2021 nahmen knapp 70 Personen in der Bullinger Kirche am zweiten Echoraum teil. Die Stadtpräsidentin und Stadtrat Andreas Hauri begrüssten die Vertreterinnen und Vertreter aus dem Quartier, dem Gewerbe, der aktuellen Mieterschaft, der Verwaltung, der Politik und weiterer Interessengruppen. In drei Runden diskutierten die Teilnehmenden vier mögliche Gruppen von Nutzungsvarianten und notierten ihre Anliegen auf Tischpapieren. In einer Schlussrunde wurden die wichtigsten Rückmeldungen zu den einzelnen Varianten-Gruppen im Plenum vorgetragen. Dabei zeigte es sich wie vielfältig und teils kontrovers die Bedürfnisse und Ansprüche an das Schlachthof-Areal sind.

Digitale Informationsveranstaltung «Fleischmarkt» vom 2. Februar 2021

Der Think-Tank W.I.R.E. hat eine Studie zu den «Entwicklungen und Trends im Fleischmarkt und dessen Auswirkungen auf den Schlachtbetrieb Zürich» erarbeitet. An der digitalen Informationsveranstaltung vom 2. Februar 2021 haben die Autoren die Ergebnisse der Studie vor rund 50 Teilnehmenden präsentiert.

 

Am 2. Februar 2021 präsentierte der Think-Thank W.I.R.E die Ergebnisse ihrer Studie zu den «Entwicklungen und Trends im Fleischmarkt und dessen Auswirkungen auf den Schlachtbetrieb Zürich».

1. Echoraum vom 9. Dezember 2019

Am 9. Dezember 2019 fanden rund 50 Personen den Weg ins Verwaltungszentrum Werd zum ersten Echoraum. In zwei Runden diskutierten die Anwesenden die heutige Situation des Schlachthof-Areals, die Bedürfnisse des Gewerbes sowie des Quartiers und welche Rolle das Schlachthof-Areal dabei spielen könnte. Ein Apéro bildete den Abschluss der Veranstaltung.

Informationsveranstaltung (16. September 2019)

Die erste Informationsveranstaltung, an der rund 50 Personen teilnahmen, fand am 16. September 2019 im Restaurant Schlachthof statt. Das geplante Vorhaben der «Nutzungsstrategie Schlachthof-Areal» wurde vorgestellt und Fragen der Anwesenden wurden diskutiert. Ein Apéro bildete den Abschluss der Informationsveranstaltung.

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