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Medienmitteilungen

Präsidialdepartement

16. Dezember 2010

Verkehrsunfälle in Zürich: Am gefährlichsten ist der Feierabend

Zwischen 16 und 19 Uhr häufen sich die Unfälle – vor allem im Sommer

Wann passieren in der Stadt Zürich die meisten Verkehrsunfälle? Wer ist zu welcher Zeit daran beteiligt? Wann sind sie am gravierendsten? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert eine Publikation von Statistik Stadt Zürich und der Dienstabteilung Verkehr der Stadt Zürich. Die Haupterkenntnisse der Studie: In den verkehrlichen Abendspitzenstunden (zwischen 16 und 19 Uhr) ereignen sich – besonders im Sommer – am meisten Unfälle, und die grösste Gefahr für die Autofahrenden sind die anderen Autofahrenden.

In der soeben erschienenen Publikation wird die zeitliche Dynamik des Unfallgeschehens unter verschiedenen Gesichtspunkten dargestellt und untersucht. Fachleute erhalten neue Anhaltspunkte für Massnahmen in den Bereichen Verkehrssicherheit und Planung.

Was auf der Hand liegt: Die grösste Gefahr für die Autofahrenden sind die anderen Autofahrenden. Je mehr Autos in Zürich unterwegs sind, desto häufiger kracht es und desto mehr Personen verunfallen dabei. Das zeigt sich an Werktagen deutlich am Morgen, wenn der Verkehr in die Stadt fliesst, und noch deutlicher am Abend, wenn er unter erhöhtem zeitlichem Druck wieder zurück will. Im sogenannten Feierabendverkehr wird die Situation durch die menschliche Komponente verschärft. Nach rund zehn aktiven und anstrengenden Stunden im Rahmen von Beruf und Freizeit zeigen alle Verkehrsteilnehmenden Ermüdungserscheinungen, die ihren Ausdruck in mangelnder Aufmerksamkeit und grösserer Empfänglichkeit für ablenkende Reize finden. Das Resultat ist eine Häufung bestimmter Unfälle (z.B. Auffahrkollisionen), die über das eigentlich zu erwartende Mass hinausgeht. Daher sollten künftige Präventionsbemühungen diesem Aspekt der abnehmenden Fahrtüchtigkeit durch Ermüdung verstärkt Rechnung tragen.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Zwischen 7 und 9 Uhr morgens findet 13,6% des täglichen städtischen Gesamtverkehrs statt, aber nur 11,1% der Unfälle fallen in diese beiden Stunden. Zwischen 16 und 19 Uhr dagegen kommen auf 22,3% des täglichen Gesamtverkehrs immerhin 25,2% des Unfallgeschehens. Morgens ereignen sich also weniger Unfälle, als man es aufgrund der Verkehrsmenge erwarten würde. Abends dagegen mehr.
  • Auch am Wochenende folgen die Unfallzahlen dem Trend der Verkehrsmenge und nehmen tagsüber stetig zu. Im Zürcher Ausgehverkehr ist sowohl Samstag- wie Sonntagnacht eine Massierung von Unfallereignissen erkennbar. Zwischen 0 und 8 Uhr morgens steht einer Verkehrsmenge von 13,6% eine Unfallbeteiligung von 28,6% des gesamten Tages gegenüber.
  • Personenwagen dominieren das Unfallgeschehen der Stadt Zürich zu jeder Tageszeit klar. Sowohl Motorräder als auch Velos haben fast unabhängig von der Uhrzeit nahezu konstante Anteile am Unfallgeschehen. Lediglich abends und nachts sind sie tendenziell etwas stärker vertreten.
  • Um die Mittagszeit (10–14 Uhr) ist das durchschnittliche Alter der an Unfällen beteiligten Personen höher als zu anderen Tageszeiten.
  • Die Schwere der Verletzungen ist am späten Abend, nachts und in den Morgenstunden (ca. 21–9 Uhr) etwas grösser als tagsüber (ca. 10–20 Uhr). Während nachts jede sechste im Strassenverkehr verunfallte Person als schwer verletzt eingestuft wird, ist es tagsüber nur jede siebte oder achte.
  • Während eine Kollision tagsüber einen Sachschaden von rund 6000 Franken nach sich zieht, steigt der Betrag abends auf bis zu 8000 Franken an, überschreitet nachts die Marke von 10 000 Franken und gipfelt in den frühen Morgenstunden in durchschnittlich fast 14 000 Franken pro Unfall.

Die Publikation «Chronologie der Kollision» (Analyse 5/2010) ist gratis im Internet verfügbar
(www.stadt-zuerich.ch/statistik) oder kann bei Statistik Stadt Zürich als Broschüre bezogen werden (Preis Fr. 15.–).

Statistik Stadt Zürich
Napfgasse 6, Postfach, 8022 Zürich
Telefon: 044 412 08 00
Telefax: 044 412 08 40

 

Thema: Sicherheit

Organisationseinheit: Statistik Stadt Zürich