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Medienmitteilungen

8. Juni 2012

Der Kunstbetrieb kehrt ins Löwenbräu zurück

Löwenbräukunst Preview

Nach fast zweijähriger Bauzeit kehrt der Kunstbetrieb Ende August zurück ins Löwenbräukunst-Areal. Das interessierte Publikum hat vorab die Gelegenheit, einen ersten Blick in die neuen Räume zu werfen und Kunst inmitten der Baustelle zu erleben. Die Löwenbräu-Kunst AG, an der neben der Stadt Zürich und der Stiftung Kunsthalle auch der Migros-Genossenschafts-Bund beteiligt ist, hat den umgebauten Kunstteil am 1. Juni von der Immobilienfirma PSP Swiss Property übernommen und fungiert künftig als Besitzerin und Vermieterin. Damit ist ein wichtiges Ziel der Stadtzürcher Kulturpolitik erreicht: die langfristige Sicherung des Löwenbräu-Areals für den Kunstbetrieb.

Entstehung

1995 entschieden sich die Kunsthalle Zürich, das Migros Museum für Gegenwartskunst und eine kleine Anzahl privater Galerien für das traditionsreiche Löwenbräuareal als neuen Standort. Damit wurde der Grundstein für die heutige Erfolgsgeschichte gelegt. Das Löwenbräukunst-Areal entwickelte sich innert kürzester Zeit zu einem Zentrum für Gegenwartskunst von internationalem Renommee. Ein wichtiger Erfolgsfaktor war dabei das weltweit einzigartige Modell eines Gebäudekomplexes, der kommerzielle, private und öffentliche Bereiche der zeitgenössischen Kunst, Galerien, private Sammlungen und Institutionen unter einem Dach vereinte.

Häufige Eigentümerwechsel in den nachfolgenden Jahren hatten die Zukunft des Kulturbetriebs im Löwenbräu-Areal wiederholt gefährdet. 2005 hatten Vertretende der Kunsthalle die Stadt Zürich um Unterstützung zur Erhaltung der Kunst im Löwenbräu-Areal gebeten. In der Folge hat der Stadtrat ein Projekt zur langfristigen Sicherung des Kunst- und Kulturbetriebs Löwenbräu lanciert.

Löwenbräu-Kunst AG

Die Stadt Zürich hat im Frühjahr 2011 gemeinsam mit der Stiftung Kunsthalle Zürich und dem Migros-Genossenschafts-Bund (vertreten durch die Liegenschaften-Betrieb AG) die Löwenbräu-Kunst AG gegründet. Die drei Aktionärinnen beteiligten sich mit je einem Drittel am Aktienkapital von 27 Millionen Franken. Diese AG hat in der Folge den Kunstteil mit seinen sanierten Alt- und Neubauten von der Eigentümerin PSP Swiss Property AG für rund 65 Millionen  erworben und Ende Mai übernommen. Das Migros Museum für Gegenwartskunst, die Kunsthalle Zürich und die anderen Mieter profitieren dabei von einer vorteilhaften Mietzinsgestaltung und langfristigen Mietverträgen von bis zu 25 Jahren. Durch den Kauf des Kunstkomplexes durch die Löwenbräu-Kunst AG konnte die Tätigkeit der dort ansässigen Institutionen und privaten Galerien auf einer langfristigen Grundlage und mit vernünftigen Mietbedingungen für alle Partnerinnen und Partner gesichert werden.

Kulturpolitische Bedeutung

Die Magnetwirkung der Kunst im Löwenbräukunst-Areal hat 1996 die Kunstmeile im Kreis 5 begründet und für das gesamte Quartier wichtige Impulse gesetzt. Bereits im November 2005 setzte der Gemeinderat einen privaten Gestaltungsplan für das Löwenbräu-Areal fest, der die kulturelle Nutzung einer Teilfläche vorschrieb. Damit diese Vorgabe erfüllt werden konnte, beteiligte sich die Stadt Zürich als Aktionärin zu einem Drittel an der im Mai 2011 gegründeten Löwenbräu-Kunst AG.

Die Stadt Zürich ist sich der kulturpolitischen Bedeutung des Löwenbräukunst-Areals bewusst, das wesentlich zur Festigung von Zürichs Ruf als Kulturstandort beigetragen hat. Sie engagiert sich deshalb seit Jahren für eine langfristige Erhaltung dieses Zentrums der Gegenwartskunst; im «Leitbild der städtischen Kulturförderung» ist dieses Ziel seit 2004 festgehalten.

Das Engagement der Stadt steht auch im Rahmen des Legislaturschwerpunkts «Kultur- und Kreativstadt Zürich» und ist gestützt auf die vom Stadtrat publizierten «Strategien Zürich 2025». Mit der Eröffnung der sanierten und erweiterten «Löwenbräukunst» stärkt Zürich sein Kulturangebot und seinen Ruf als attraktiver und innovativer Standort für die Kunst- und Kreativwirtschaft. Diese Branche ist in den letzten Jahren zu einem wichtigen und nicht mehr wegzudenken Pfeiler der Zürcher Wirtschaft geworden. Weitere aktuelle Projekte ergänzen diese Bemühungen: Am gleichen Tag wird das Festival ART AND THE CITY eröffnet. Ebenfalls in Zürich-West entsteht auf dem Toni-Areal ein grosses Zentrum für Kultur und Bildung, und die für 2017 geplante Eröffnung der Kunsthaus-Erweiterung wird einen weiteren Meilenstein in Zürichs kulturellem Angebot markieren.

Mieterschaft

Von den Mieterinnen und Mietern der ersten Stunde kehren die Kunstinstitutionen Kunsthalle Zürich und Migros Museum für Gegenwartskunst, die Galerien Hauser & Wirth, Bob van Orsouw und Eva Presenhuber sowie die Buchhandlung Kunstgriff zurück in renovierte und teils bedeutend vergrösserte Räume im Löwenbräukunst-Areal. Die Kunsthalle und das Migros Museum für Gegenwartskunst können ihre Fläche fast verdoppeln.

Neu wird die Luma Stiftung von Kunstmäzenin Maja Hoffmann einziehen. LUMA Westbau / POOL usw. wird im Neubau-West neben Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen auch ein Boardinghouse für Künstlerinnen und Künstler sowie Stipendiatinnen und Stipendiaten des Projekts betreiben. Als weitere neue Mietende kommen der Kunstbuchverlag JRP|Ringier und die Galerie Freymond-Guth Fine Arts, sowie weitere Galerien als Untermieterinnen in den Räumen von Daros Latinamerica hinzu. Während einzelne Mietende bereits eingezogen sind, sind andere dabei die Räume noch individuell anzupassen. Gleichzeitig laufen Verhandlungen mit Interessentinnen und Interessenten für die letzten freien Flächen.

Kunsthalle Zürich

Die Kunsthalle Zürich hat sich in den 27 Jahren ihres Bestehens zu einem international bedeutenden Zentrum für zeitgenössische Kunst entwickelt. Mit dem Ausbau der Kunsthalle wird die Ausstellungsfläche mit öffentlicher Bibliothek und Vermittlungsräumen von rund 800 auf 1200 Quadratmeter erhöht. Dazu kommen neue Archiv-, Werkstatt- und Büroräume. Verein und Stiftung Kunsthalle investieren gesamthaft rund 13 Millionen Franken in die Beteiligung am Aktienkapital der Löwenbräu-Kunst AG und in den Ausbau der Infrastruktur. Die Aktienkapitalbeteiligung von 9 Millionen und die Ausbaukosten von 4 Millionen Franken decken Stiftung und Verein Kunsthalle Zürich zu 100 Prozent mit privaten Spenden, Zuwendungen von Stiftungen und Eigenleistungen.

Migros Museum für Gegenwartskunst

Das Migros Museum für Gegenwartskunst verfügt neu über zwei Ausstellungsebenen mit einer Fläche von 1300 Quadratmetern (gesamte Mietfläche 2500 Quadratmeter): Ein Stockwerk wird für die Präsentation der Sammlung genutzt, während das andere für wechselnde Einzel- oder Gruppenausstellungen zur Verfügung steht. Ein neuer Veranstaltungsraum ermöglicht den Ausbau des Vermittlungs- und Rahmenprogrammes. Das Museum positioniert sich mit diesen Neuerungen als attraktiver und dynamischer Begegnungsort für das zeitgenössische Kunstschaffen.

Das vom grössten Schweizer Detailhändler Migros mäzenatisch finanzierte Migros Museum für Gegenwartskunst ist Teil des Migros-Kulturprozent. Seit 1957 ist dieses freiwillige Engagement, einen festen Betrag des Umsatzes für soziale und kulturelle Zwecke zu verwenden, in den Statuten der Migros verankert.

Preview-Woche

Ganz für die Öffentlichkeit zugänglich wird das während zwei Jahren wegen Umbaus geschlossene Löwenbräukunst-Areal am 31. August 2012. Aber bereits in der Woche vom 10. bis 17. Juni kann man anlässlich von Preview-Ausstellungen in der Kunsthalle Zürich, dem Migros Museum für Gegenwartskunst und den Galerien Hauser & Wirth, Bob van Orsouw und Freymond-Guth Fine Arts einen ersten Augenschein im Gebäude nehmen.

Anschliessend wird «Löwenbräukunst» für die Fertigstellung der Bauarbeiten, den Einzug der Mietenden und die Vorbereitung der ersten Ausstellungen wieder geschlossen und am 31. August feierlich wiedereröffnet. Ende September wird es zudem einen Tag der offenen Tür geben, um der Stadtzürcher Bevölkerung einen besonderen Dank für die weitreichende Unterstützung auszudrücken. 

Thema: Kultur

Organisationseinheit: Präsidialdepartement