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Präsidialdepartement

9. Januar 2018

Max Frisch-Preis 2018 für Maja Haderlap

Dorothee Elmiger erhält Förderpreis

Die Stadt Zürich verleiht den mit 40 000 Franken dotierten Max Frisch-Preis 2018 an die österreichisch-slowenische Schriftstellerin Maja Haderlap. Der erstmals vergebene Max Frisch-Förderpreis in der Höhe von 10 000 Franken geht an Dorothee Elmiger. Die Preise werden am Sonntag, 16. September 2018, 11 Uhr, in einer öffentlichen Feier im Schauspielhaus Zürich übergeben.

Mit dem Max Frisch-Preis der Stadt Zürich werden Autorinnen und Autoren aus dem deutschsprachigen Raum ausgezeichnet, deren Arbeit in künstlerisch kompromissloser Form Grundfragen der demokratischen Gesellschaft thematisiert. Er ist mit insgesamt 50 000 Franken dotiert und wird alle vier Jahre vergeben. Die bisherigen Preisträger waren Tankred Dorst (1998), Jörg Steiner (2002), Ralf Rothmann (2006), Barbara Honigmann (2011) und Robert Menasse (2014).

Poetische Brillanz und politische Brisanz

Der Hauptpreis in der Höhe von 40 000 Franken geht an die österreichisch-slowenische Schriftstellerin Maja Haderlap (*1961), deren Lyrik und Prosa poetische Brillanz mit politischer Brisanz vereint. «In einer Zeit, da vielerorts in Europa wieder Identitätspolitik betrieben wird, wo Menschen, Kulturen, Sprachen geschieden werden, steht Maja Haderlaps Werk für eine Literatur, die sich mit keiner Grenze abfindet. Ihre Dichtung entdeckt hinter jedem Wort ein anderes, enthüllt hinter jedem Schweigen eine Klage und findet hinter jedem Geheimnis eine Tat», so die Begründung der Jury. Die in Klagenfurt lebende Maja Haderlap gilt als eine der bedeutenden lyrischen Stimmen der Gegenwartsliteratur. Mit ihrem Roman «Engel des Vergessens», der den Widerstand der Kärntner Slowenen gegen die deutsche Wehrmacht thematisiert, gewann sie den Ingeborg-Bachmann-Preis 2011. Zuvor hatte sie mehrere Gedichtbände in slowenischer Sprache veröffentlicht. 2014 erschien auf Deutsch der Lyrikband «langer transit». Seit 2016 ist Maja Haderlap Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Vielstimmig und vielschichtig

Mit dem Förderpreis in der Höhe von 10 000 Franken wird die Schweizer Schriftstellerin Dorothee Elmiger (*1985) ausgezeichnet, die sich mit Grenzen in ihren politischen und sozialen Dimensionen auseinandersetzt. «Ihre vielstimmige und vielschichtige Prosa zeugt von einem poetischen Sensorium, das für die gesellschaftliche Gegenwart eine ganz eigene, ebenso einfache wie abgründige literarische Sprache findet», begründet die Max Frisch-Preis-Jury. Dorothee Elmigers Roman «Einladung an die Waghalsigen» (2010) wurde für den Schweizer Buchpreis nominiert und mit dem aspekte-Literaturpreis für das beste deutschsprachige Prosadebüt ausgezeichnet. 2011 gewann sie den Rauriser Literaturpreis. Für ihren zweiten Roman «Schlafgänger» (2014), einen Roman über Wohlstand und Verteilung, über Migration und Grenzüberschreitung, erhielt sie ein Werkjahr der Stadt Zürich und wurde mit dem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet. Dorothee Elmiger lebt in Zürich.

Erstmals vergebener Förderpreis

Neu wird der Max Frisch-Preis als Haupt- und als Förderpreis verliehen, um auch Schriftstellerinnen und Schriftsteller der jüngeren Generation unterstützen zu können. Zuständig für die Jurierung und die Bestimmung der Preisträger ist die Max Frisch-Stiftung an der ETH Zürich. Den Preis und dessen Ausrichtung finanziert die Stadt Zürich.




Thema: Kultur

Organisationseinheit: Präsidialdepartement, Kultur