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Invasive Neophyten – Problempflanzen

Eine grosse rosafarbene Blüte eine Pflanze der Art Drüsiges Springkraut.
Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)

Neophyten (deutsch: neue Pflanzen) sind Pflanzenarten, die der Mensch gezielt oder unabsichtlich aus anderen Kontinenten in neue Gebiete eingeführt hat. In diesen Gebieten sind diese Arten nicht heimisch. Die meisten dieser Arten verschwinden oder fügen sich problemlos in unsere Pflanzenwelt ein. Wenige Arten verbreiten sich stark. Sie werden invasiv und verursachen dadurch Probleme. Sie müssen möglichst frühzeitig bekämpft werden. Eine von 1000 eingeführten Pflanzen wird zum Problemfall.

Problemfelder

Ein Wiesenbord entlang eines Bahngeleises voller giftiger Pflanzen des Berufkrautes.
Giftiges Berufkraut (Erigeron annuus)

  • sie gefährden die Gesundheit für Mensch und Tier: durch Pollen, fototoxische Verbrennungen und Gifte (Nutztiere)
  • sie verringern die biologische Vielfalt: indem sie andere Arten verdrängen, sich mit verwandten Arten vermischen und die Lebensräume verändern
  • sie schaden den Infrastrukturbauten: was den Unterhalt von Strassen, Gleisen, Grünanlagen verteuert

Massnahmen

Grün Stadt Zürich geht nach dem «Aktionsplan invasive Neophyten» gegen Problempflanzen vor. Alle betroffenen Stellen und Personen werden einbezogen.

Der Aktionsplan definiert Ziele, Grundsätze und Massnahmen: 

  • Bekämpfen: die Ausbreitung von invasiven Neophyten wird verhindert und die negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt verringert.
  • Überwachen: alle stadteigenen Flächen werden überwacht und kontrolliert.
  • Absprechen: die Dienstabteilungen der Stadt Zürich sprechen sich untereinander und mit angrenzenden Gemeinden und Besitzern von grossen Grundstücken sowie Fachpersonen ab.
  • Informieren: Private erhalten Informationen und die Öffentlichkeit wird auf das Problem aufmerksam gemacht.

Was kann ich tun?

Erkennen

Mit der Praxishilfe Neophyten können Sie zehn invasive Neophyten im eigenen Garten einfach erkennen und bestimmen.

Bekämpfen

Entfernen Sie im eigenen Garten invasive Neophyten.

Die Stadt bezahlt einen Teil der Entfernung von invasiver Neophyten auf privaten Grundstücken.   

Entsorgen

Bitte entsorgen Sie invasive Neophyten mit der Kehrrichtabfuhr. Keinesfalls in den Bioabfall oder die Grüngutabfuhr geben. Deponieren sie keine vernichteten Pflanzen. Durch falsches Entsorgen verbreiten sich invasive Neophyten.

Melden

Bitte melden Sie Fundorte von invasiven Neophyten über das Kontaktformular unten auf dieser Webseite. Geben Sie die Art (Foto), den genauen Standort (ideal mit Planausschnitt), eine Angabe zur betroffenen Fläche oder Anzahl Pflanzen an.

Ersatzpflanzen

Gelb blühendes Johanniskraut, das anstelle der Amerikanischen Goldrute, verwendet werden kann.
Johanniskraut (Hypericum) als Esatzpflanze für Kanadische Goldruten (Solidago canadensis)

Ersatzpflanzen für invasive Neophyten sind attraktive und lang blühende Pflanzen. Achten Sie darauf, dass der Standort geeignet ist. Sie fördern damit die Vielfalt. 

Beitragswesen – Finanzielle Beteiligung

An etwa 4000 Orten in Zürich wachsen invasive Neophyten. Ein Viertel wächst auf privatem Grund. Die Stadt Zürich bezieht deshalb Private in die Bekämpfung der Neophyten mit ein.
Hauseigentümer, Mietparteien, Hauswartungen und Gartenbau-Fachbetriebe können finanzielle Unterstützung zur Bekämpfung beantragen. Die Unterstützung gibt es für alle Neophyten auf der «Schwarze Liste» und der «Watch List» von Info Flora.

Auf dem untenstehenden Formular finden Sie die Bedingungen.

Bei Bauarbeiten müssen folgende Punkte beachtet werden:

  • Die ausgehobene Erde kann Samen und Teile von invasiven Neophyten enthalten. Sie müssen richtig entsorgt werden, damit sie sich nicht weiterverbreiten.
  • Durch den Bau entstehen offene Flächen auf denen sich invasive Neophyten schnell ausbreiten. Kontrollieren Sie solche Flächen regelmässig. 

  • Verwenden Sie keine invasiven Neophyten (siehe «Schwarze Liste» und «Watch List» von Info Flora).

    Es ist verboten die Pflanzen auf der «Liste verbotener Pflanzen gemäss Freisetzungsverordnung» anzupflanzen. Die besonderen Bestimmungen zum Umgang und der Entsorgung stehen ebenfalls in der «Freisetzungsverordnung des Bundes». 

Recht und Wissenschaft

Rechtliche Grundlagen

Die wichtigste gesetzliche Grundlage ist die Freisetzungsverordnung (FrSV). Sie regelt den sorgfältigen Umgang mit invasiven Organismen in der Umwelt (Art. 6 FrSV), die Selbstkontrolle beim Inverkehrbringen (Art. 4 FrSV) und die Information der Abnehmer von Neophyten (Art. 5 FrSV).

Freisetzungsverordnung

Wissenschaftliche Grundlagen

Info Flora ist das nationale Daten- und Informationszentrum für Schweizer Flora. Sie führt eine Schwarze Liste und eine Watch-List.

  • «Schwarze Liste»: Arten, die Schäden verursachen.
  • «Watch List»: Arten, die das Potenzial haben, Schäden zu verursachen. 

Neophyten-Listen, Info Flora

Merkblätter zur Bekämpfung

Die Arbeitsgruppe invasive Neobiota AGIN unterstützt die Kantone bei der Bekämpfung der invasiven Neophyten. Für die wichtigen invasiven Neophyten gibt es Merkblätter für die Bekämpfung.

Arbeitsgruppe invasive Neobiota

Weitere Informationen

Kontakt