Bewohner*innen, Patient*innen und Angehörige informieren sich heute selbstverständlich im Internet: auf Gesundheitsportalen, in Online-Foren, über Social-Media-Kanäle – und zunehmend über KI-Tools. Die mitgebrachten Informationen sind jedoch nicht immer wissenschaftlich fundiert oder praxistauglich. Oft sind sie aber für die Betroffenen emotional bedeutsam. Darin liegt die eigentliche Herausforderung. Meist bleibt keine Zeit für eine vertiefte Quellenprüfung. Umso wichtiger ist es, im Moment selbst ruhig zu bleiben, die Aussage zu klären, das Risiko einzuschätzen und einen sicheren nächsten Schritt zu vereinbaren. Es geht dabei nicht um das Widerlegen von Fehlinformationen, sondern das Aufnehmen, Einordnen und Weiterarbeiten – ohne der Beziehung zu schaden, ohne Zeit zu verlieren, ohne selbst ins Wanken zu geraten.
Dieser Kurs befähigt Sie, in solchen Momenten ruhig, fachlich solide und beziehungswahrend zu reagieren. Im Mittelpunkt steht nicht das Verstehen von Algorithmen – sondern das Gespräch:
Wie gelingt es, solchen Gesprächen kompetent, respektvoll und ohne Konfrontation zu begegnen? Wie reagiere ich, wenn ich selbst tatsächlich im Unrecht war?
Der Kurs setzt da an, wo Medfluencing im Berufsalltag ankommt: im Zimmer, am Bett, am Telefon – wenn jemand mit einer Aussage aus dem Internet auf Sie zukommt. Wir trainieren keine Plattformlogik – wir trainieren Gespräche. Sie lernen zu unterscheiden, wann allein ein Gespräch genügt, wann eine fachliche Rücksprache sinnvoll ist und wann aufgrund möglicher Gefährdung klar weitergeleitet oder eskaliert werden muss.
Zielgruppe
Pflegefachpersonen, Ärzt*innen, Therapeut*innen im Langzeit- und Akutbereich
Ihr Erfolgserlebnis
- Sie können typische Aussagen aus Internet, Social Media, KI-Tools oder persönlichem Umfeld rasch aufnehmen, klären und risiko-orientiert einordnen.
- Sie lernen, solche Momente zu erkennen – und ruhig zu bleiben, um gemeinsam mit Bewohnenden, Patient*innen und/oder Angehörigen derartige Quellen und Aussagen einzuordnen, anstatt sie frontal zu korrigieren.
- Sie können die Gesprächstechnik «Ask–Tell–Ask» anwenden, um Fehlinformationen anzusprechen, ohne die Beziehung zu belasten
- Sie erkennen und regulieren eingefahrene Reaktionsmuster («Widerlegungsreflex») wenn z.B. jemand mit einer Aussage aus dem Internet, von Social Media, aus einem KI-Tool, einer WhatsApp-Gruppe oder aus dem persönlichen Umfeld auf Sie zukommt.
- Sie üben, wie ein einfaches Merkblatt mit Prüffragen im Gespräch eingesetzt werden kann – nicht als Belehrung, sondern als gemeinsame Orientierungshilfe.
- Sie können eine schwierige Gesprächssituation aus dem eigenen Alltag reflektieren und einen persönlichen Leitfaden für die Praxis mitnehmen.
- Sie lernen, eigene Fehleinschätzungen professionell einordnen.
Inhalte
- Typische Bewohner*innen-/Patient*innenaussagen einordnen, d.h. Aussagen in harmlos, unklar, riskant oder gefährlich triagieren und dabei Sorgen, Hoffnungen und Widerstände verstehen, ohne in den Widerlegungsreflex zu fallen.
- Ask–Tell–Ask anwenden: das zentrale Gesprächsmodell des Kurses, praktisch eingeübt anhand realer Situationen
- Merkblatt für Bewohner*innen, Patient*innen: einfache Prüffragen gemeinsam nutzen, ohne belehrend zu wirken.
- Gesundheitsinformationen gemeinsam einordnen
- Das Gespräch üben, nicht die Argumentation.
Input, Gruppenarbeiten, Fallsbeispiele
Mittwoch, 2. Dezember 2026 / 8.30–17.00 Uhr
Fr. 300.–
1 Tag