Psychische Erkrankungen äussern sich oft in einem unklaren Verhaltensbild, das für ungeschultes Personal schwer einzuordnen ist. Das irritierende und herausfordernde Verhalten wird in vielen Fällen falsch interpretiert. Beleidigungen beispielsweise können zu unangebrachten Reaktionen oder schlimmstenfalls zu persönlichen Kränkungen führen. Zudem besteht die Gefahr, dass wichtige Interventionen «verpasst» und nicht an Fachpersonen weitergeleitet werden.
Die richtige Einordnung des Verhaltens und die angemessene Reaktion darauf, können beide Parteien entlasten. Zum professionellen Umgang mit anspruchsvollen Situationen und zur Stärkung der eigenen Handlungssicherheit sollen Mitarbeiter*innen aus nicht-pflegerischen Berufen im Themenfeld «Gerontopsychiatrie» kompetenzorientiert befähigt werden.
Im Kurs lernen Sie mit herausforderndem Verhalten umzugehen, sich selbst zu schützen und bei Bedarf Fachpersonen angemessen zu informieren. Weder Diagnostik noch therapeutische Massnahmen sind Bestandteil des Kurses. Auch Demenzerkrankungen sind explizit vom vorliegenden Bildungskonzept ausgenommen, da hierfür bereits ein umfassendes Schulungsprogramm seitens des SGZ Campus vorliegt.
Mitarbeitende aus nicht-pflegerischen Berufsgruppen, die im Arbeitsalltag mit gerontopsychiatrisch erkrankten Menschen in Kontakt stehen wie zum Beispiel Hotellerie, Administration, Technische Dienste.
Adäquate Deutschkenntnisse
- Sie erlangen Verständnis für das Verhalten von Menschen mit gerontopsychiatrischen Erkrankungen.
- Sie lernen einen personenzentrierten und situationsgerechten Umgang mit gerontopsychiatrischen Symptomen.
- Sie kennen die wichtigsten gerontopsychiatrischen Störungsbilder und können diese benennen.
- Sie bekommen mehr Sicherheit bei der Bewältigung herausfordernder Situationen.
Bearbeitung eigener Praxisbeispiele
- Verhalten und Reaktionen der Beteiligten
- Inputs zu weiteren, gerontopsychiatrischen Krankheitsbildern. Jeweils: Ursachen, dominanten Symptome und situationsangebrachten Reaktionen
Umgang mit Notfällen
- Lebensmüdigkeit und weitere psychiatrische Notfälle: deren Warnsignale und Sofortmassnahmen
- Informationswege im eigenen Betrieb
Die Bedeutung des interprofessionellen Teams
- Das Team als Einheit: Umgang mit Regeln und Normen
- Gemeinsame Bewältigung von Belastungssituationen auf Teamebene (Fokus: Umgang mit Aggression) / gegenseitige Information und Unterstützung
- Das Entstehen von Vorurteilen und die Vermeidung von negativ zugeschriebenen Eigenschaften (Stigmatisierung)
Lerntransfer
- Die Teilnehmenden dokumentieren während der Transferzeit verschiedene Situationen aus ihrer Praxis. Diese und das eigene Verhalten und Erleben werden unter Anleitung reflektiert und überprüft.
- Bedarfsgerechte Wiederholungen
Fallbeispiele aus der eigenen Praxis, Fachinputs, Gruppen- und Einzelarbeiten, Rollenspiele, Selbstreflexion, Vorbereitungsauftrag, Transferauftrag
Aktive Teilnahme im Unterricht, 100 % Präsenzzeit an allen drei Tagen, Erfüllen des Transferauftrags
Fallbeispiele aus der eigenen Praxis, Fachinputs, Gruppen- und Einzelarbeiten, Rollenspiele, Selbstreflexion, Vorbereitungsauftrag, Transferauftrag
3 Tage
Fr. 900.–