Vele erkrankte Menschen werden mit erheblichem Engagement durch ihr familiäres und soziales Umfeld unterstützt. In ganz zentralen Lebensmomenten stehen Angehörige betroffenen Personen beratend und begleitend zur Seite. Gleichzeitig verändern sich ihre eigenen Lebensumstände in entscheidender Weise. Nichts ist mehr wie vorher. Und ihre Zukunft ist ebenso ungewiss wie diejenige der Erkrankten. Fachpersonen gehen häufig davon aus, dass durch Inanspruchnahme professioneller Unterstützung die Belastungen der Angehörigen abnehmen. Doch dem ist oft nicht so. Und dafür gibt es ganz viele Gründe.
Die Zusammenarbeit mit Angehörigen hat sowohl im ambulanten als auch im stationären Setting eine zentrale Bedeutung. Durch die Auseinandersetzung mit der komplexen Rolle von Angehörigen und weiteren Aspekten, die das gegenseitige Vertrauen stärken und eine kompetente Beziehungsgestaltung ausmachen, werden Missverständnisse frühzeitig erkannt und behoben. In diesem Lehrgang erarbeiten Sie umfassend essenzielle Themenfelder, die für die Zusammenarbeit mit Angehörigen bedeutsam sind.
Pflegefachpersonen Tertiärstufe und Sekundarstufe II mit Arbeitsfeld ambulanter und stationärer Bereich, Sozialarbeiter*innen sowie weitere Interessierte
- Sie überprüfen Ihre eigene Haltung in der Zusammenarbeit mit Angehörigen.
- Sie widmen sich der Lebensphase «Alter» mit einer ganzheitlichen gerontologischen Perspektive.
- Sie setzen sich mit den Veränderungen der Eltern-Kind- und Partnerschaftsbeziehung auseinander, die durch eine Erkrankung in Erscheinung treten und befassen sich mit den Aufgaben und Belastungen, denen sie ausgesetzt sind.
- Sie sind sich bewusst, wie wichtig die aktive Beziehungsgestaltung mit Angehörigen ist und kennen die Essenzen einer konstruktiven Zusammenarbeit.
- Sie reflektieren die Bedeutsamkeit sozialer Beziehungen im Alter und erkennen die Herausforderung, Hilfe annehmen zu können.
Tag 1: Angehörige als Partner*innen
- Familienrollen: Aufgaben und Belastungen in Partnerschaften und Veränderungen der Eltern-Kind-Beziehungen
- Konfliktquellen in der Zusammenarbeit und Folgen einer mangelnden Integration von Angehörigen
- Essenzen für eine konstruktive Zusammenarbeit
Tag 2: Lebensspanne Alter
- Gerontologische Denkansätze zum 3. und 4. Lebensalter
- Altersbilder und ihre Wirkung in der Pflege
- Ressourcen, Resilienz & Lebensqualität im Alter
Tag 3: Ich sehe was, was du nicht siehst
- Wahrnehmen von Situationen und Personen
- Implizite Persönlichkeitstheorien
- Eindrucksbildung von Personen und Attributionsfehler
Tag 4: Soziale Beziehungen: ihre Werte und Gestaltung
- Formen und Wirkung von sozialer Unterstützung
- Soziale Beziehungen gestalten und aufrechterhalten: Hilfe geben und nehmen
- Beziehungsspannungsfelder in der Pflege
Input, Selbstreflexionen, Gruppenarbeiten, Analysen, Speedflipping, Medien
Fr. 1200.–
4 Tage