Der freiwillige Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit (FVNF auch genannt «Sterbefasten») konfrontiert Fachpersonen mit komplexen Fragestellungen: Wann handelt es sich um einen selbstbestimmten Entscheid? Wann handelt es sich um einen autonomen, urteilsfähigen Entscheid? Wo besteht eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung? Wann ist Nahrungsverweigerung Ausdruck von Demenz, Delir, Depression oder Überforderung?
Zwischen Selbstbestimmung, Fürsorgepflicht und professioneller Verantwortung braucht es eine eindeutige Einordnung, Klarheit, fachliche Sicherheit sowie ethische Reflexionskompetenz.
- Sie definieren FVNF fachlich korrekt und grenzen es sicher von Nahrungsverweigerung, Essstörungen sowie psychischen Erkrankungen ab.
- Sie unterscheiden impliziten und expliziten FVNF anhand zentraler Kriterien wie Urteilsfähigkeit, Willensäusserung und Kontext.
- Sie ordnen die rechtlichen Rahmenbedingungen (Patientenverfügung, Urteilsfähigkeit, Selbstbestimmung, Demenz/Delir) fundiert ein.
- Sie erkennen und reflektieren ethische Spannungsfelder und kommunizieren Ihre Einschätzung professionell im interdisziplinären Team.
- Sie verstehen die medizinisch-physiologischen und psychologischen Prozesse im Verlauf des FVNF.
- Sie planen eine fachgerechte Begleitung – inklusive Symptomkontrolle, möglicher Abbruchoptionen und Einbindung bestehender Versorgungsstrukturen.
- Sie gewinnen Sicherheit im Umgang mit Angehörigen und im interprofessionellen Austausch