Sozialhilfe & Sozialversicherung

Sozialhilfe

Wer in der Schweiz wohnt, ist durch ein Sozialversicherungssystem gegen die wichtigsten Risiken versichert. Durch Lohnanteile und andere Beiträge wird für verschiedene Lebensereignisse vorgesorgt, die eine Erwerbsarbeit beeinträchtigen oder verunmöglichen können: Alter, Invalidität, Krankheit, Unfall, Arbeitslosigkeit, Mutterschaft etc. 

Die Sozialhilfe ist eine subsidiäre, das heisst ergänzende Hilfe: sie kommt erst dann zum Zug, wenn alle anderen Mittel aufgebraucht, alle anderen Sozialversicherungen ausgeschöpft und die Mittellosigkeit lückenlos dokumentiert ist.

Zuständigkeit Wohngemeinde

Für die Sozialhilfe ist jeweils die Wohngemeinde zuständig: Gemeinden im Kanton Zürich

Das Sozialdepartement der Stadt Zürich ist für die finanzielle soziale Sicherung in Form von wirtschaftlicher Sozialhilfe und Zusatzleistungen zur AHV/IV für Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Zürich zuständig – alle anderen Sozialversicherungen werden durch andere Institutionen ausgerichtet.

Ihre Anlaufstelle in der Stadt Zürich: Die fünf Sozialzentren

Die Stadt Zürich ist in fünf Sozialregionen aufgeteilt. In jeder Sozialregion ist jeweils ein Sozialzentrum für die sozialen Anliegen der Bewohnerinnen und Bewohner zuständig.

Die Sozialzentren erbringen eine Vielzahl verschiedener Dienstleistungen für die Bevölkerung:

  • Persönliche Beratung
  • Finanzielle Unterstützung
  • Mütter- und Väterberatung
  • Kinder- und Jugendhilfe
  • Schulsozialarbeit
  • Betreuung vormundschaftlicher Mandate
  • Soziokultur
  • Quartierkoordination
  • Informationen über das soziale Angebot in Zürich

Die fünf Sozialzentren im Überblick

Menschen ohne festen Wohnsitz wenden sich an die Zentrale Abklärungs- und Vermittlungsstelle

Informationen zur Sozialhilfe

Fragen und Antworten zur Sozialhilfe

Leistungen der Arbeitslosenversicherung ausgeschöpft – Wann haben Sie Anspruch auf Sozialhilfe? Informationen zu Grundvoraussetzungen und Vorgehen

Rückerstattungspflicht

Geleistete Sozialhilfe ist unter bestimmten Umständen rückerstattungspflichtig.
Auskunft erteilt die Abteilung Zentrale Rückerstattungen.

Gesetzesgrundlagen zur Sozialhilfe

Bei der Bemessung der Sozialhilfe gelten die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe SKOS-Richtlinien sowie das Kantonale Sozialhilfegesetz.

Bestätigungen über Sozialhilfebezug

Unterstützungsbestätigungen für die Steuererklärung

können die Sozialhilfebeziehenden direkt bei den fallführenden Sozialarbeitenden beziehen.

Bestätigungen über Sozialhilfebezug zuhanden Migrationsamt oder Bürgerrechtsabteilung

Bestätigungen über einen allfälligen Sozialhilfebezug zuhanden des Migrationsamtes und der Bürgerrechtsabteilung können schriftlich bestellt werden bei:

Stadt Zürich
Soziale Dienste
Fachstab Wirtschaftliche Hilfe
Anfragen Migrationsamt
Sozialzentrum Hönggerstrasse
Hönggerstrasse 24 / Postfach
8037 Zürich

 

Sozialversicherungssystem der Schweiz

Drei-Säulen-System

Die Schweiz verfügt über ein genau geregeltes Sozialversicherungssystem.
Grundsätzlich ruht die soziale Sicherung in der Schweiz auf drei Säulen.

  • Erste Säule: AHV/IV
    Alters- und Hinterlassenenversicherung sowie Invalidenversicherung (Sicherung des Existenzminimums)
  • Zweite Säule: BVG
    Berufliche Vorsorge (Erhaltung des Lebensstandards)
  • Dritte Säule: Private Vorsorge
    (Eigene Bedürfnisse)

Zusätzlich kennt die Schweiz verschiedene weitere Sozialversicherungen:

  • Zusatzleistungen zu AHV/IV
  • Obligatorische Krankenversicherung KVG
  • Unfallversicherung UVG
  • Arbeitslosenversicherung ALV
  • Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft EOG
  • Familien-/Kinderzulagen FamZG

Als subsidiäre, das heisst ergänzende Hilfe für den Fall, dass alle anderen Mittel ausgeschöpft sind, gibt es die Sozialhilfe.

Mehr Grundsätzliches über das Sozialversicherungssystem in der Schweiz erfahren Sie auf www.ahv-iv.info und beim Bundesamt für Sozialversicherung BSV.

Alters- und Hinterlassenenversicherung AHV

Ihre Anlaufstelle für Fragen rund um die AHV im Kanton Zürich: SVA Zürich

Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich SVA Zürich bietet auf ihrer Website viele Informationen und Merkblätter an, beispielsweise ein Antragsformular für einen neuen AHV-Ausweis oder für einen individuellen Kontoauszug.

Merkblätter, Rentenskalen, Gesetzestexte und Adressen der Ausgleichskassen anderer Kantone finden Sie auf www.ahv-iv.info.

Invalidenversicherung IV

Ziel der IV ist es, die wirtschaftlichen Folgen einer gesundheitlich bedingten Einschränkung der Erwerbsfähigkeit zu vermindern. Für diese Sozialversicherung ist der Kanton zuständig.

Ihre Anlaufstelle in Sachen IV im Kanton Zürich: SVA Zürich

Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich bietet auf ihrer Website viele Informationen und Merkblätter an, beispielsweise Anmelde- und Früherfassungsformulare: SVA Zürich

Nicht einverstanden mit dem IV-Entscheid?

Beschwerden gegen einen IV-Entscheid sind zu richten an das Sozialversicherungsgericht in Winterthur.

Informationen für Betroffene

Der Schweizerische Invaliden-Verband Procap sensibilisiert und mobilisiert für die Anliegen Behinderter in der Schweiz. Zu den Dienstleistungen gehört auch ein Rechtsdienst, der auf Sozialversicherungsfragen spezialisiert ist:
www.procap.ch.

Auch die Stiftung Pro Mente Sana informiert über rechtliche Fragen im Zusammenhang mit der IV: www.promentesana.ch 

Zusatzleistungen zur AHV/IV

Wenn die Leistungen der AHV oder IV das Existenzminimum nicht decken, kommen Zusatzleistungen zum Zuge.

Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV 

In der Stadt Zürich ist das Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV für die Anspruchsklärung und Ausrichtung von Zusatzleistungen zuständig. Mit dem Online-Rechner im Internet können Sie einen möglichen Anspruch auf Zusatzleistungen zur AHV/IV abschätzen. Sie finden ausserdem Informationsmaterial sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen. 

Berufliche Vorsorge BVG

Das Gesetz über die berufliche Vorsorge (BVG) sieht vor, dass ab dem 25. Altersjahr jede Person, die in der Schweiz arbeitet und mehr als einen bestimmten Mindestlohn verdient, obligatorisch einen Prozentsatz des Lohns in eine Versicherung, eine sogenannte Pensionskasse, einbezahlen muss. Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet, für ihre Arbeitnehmenden bei einer Versicherung ein Konto einzurichten und dort die gesetzlich vorgeschriebenen Beiträge  einzuzahlen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer übenehmen je einen Teil des Beitrags.

Abzüge und Guthaben

Die Lohnabrechnung gibt Auskunft darüber, wie viel jeweils vom Lohn abgezogen wird. Einmal im Jahr bekommen Arbeitnehmende einen Versicherungsausweis («Vorsorgeausweis»), dem sie entnehmen können, wie hoch ihr Guthaben ist. Dieses Guthaben wird bei jedem Stellenwechsel an die Pensionskasse der neuen Arbeitgeberin überwiesen. Wenn keine neue Stelle und somit keine neue Pensionskasse anschliesst, wird das Guthaben in ein sogenanntes Freizügigkeitskonto einbezahlt. Dort bleibt es, bis entweder eine neue Stelle angetreten wird oder das Pensionsalter erreicht ist.

Verfügbarkeit

Das Pensionskassen-Guthaben wird vom 25. Altersjahr bis zum Pensionsalter angespart. Es kann nicht beliebig ausbezahlt werden, sondern wird erst bei Erreichen des Pensionsalters verfügbar. Nur in bestimmten Ausnahmefällen (z. B. Auswanderung, berufliche Selbständigkeit, Erwerb von Wohneigentum) kann Geld aus dem Pensionskassenguthaben vor Erreichen des Pensionsalters bezogen werden.

Fragen zur beruflichen Vorsorge

Die BVG- und Stiftungsaufsicht des Kantons Zürich (BVS), hat eine übersichtliche Sammlung mit Antworten zu den häufigsten Fragen zur beruflichen Vorsorge zusammengestellt: FAQ zum BVG

Informationen zur beruflichen Vorsorge und die gesetzlichen Grundlagen finden Sie auch auf der Webseite des Bundesamts für Sozialversicherung: Bundesamt für Sozialversicherung - Berufliche Vorsorge

Jeweils am ersten Mittwoch im Monat bietet der Verein BVG Auskünfte Beratungen in verschiedenen Städten an.

Guthaben suchen

Wenn Sie vermuten, dass es irgendwo in der Schweiz noch ein Pensionskassenguthaben in Ihrem Namen geben müsste, und nicht wissen, wo es ist, können Sie der Zentralstelle 2. Säule in Bern einen Suchauftrag erteilen.

Sich selbst BVG-versichern

Bei Selbständigkeit, Arbeitslosigkeit oder Tätigkeit für mehrere Arbeitgeber, wo der Mindestlohn jeweils beim einzelnen nicht erreicht wird, besteht die Möglichkeit, sich bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG selbst zu versichern.

Konflikte mit der Pensionskasse

Aufsichtsbehörde über die Vorsorgeeinrichtungen im Kanton Zürich ist das Amt für berufliche Vorsorge und Stiftungen (BVS)

Obligatorische Krankenversicherung KVG

Es besteht in der Schweiz eine gesetzliche Krankenversicherungspflicht – diese ist im Krankenversicherungsgesetz KVG geregelt. Für Zürcher und Zürcherinnen bieten die Städtischen Gesundheitsdienste zu diesem Thema eine Fülle von Informationen an: Infos zur Krankenversicherung der städtischen Gesundheitsdienste

Informationen zu Krankenkassenprämien und Prämienrechner finden Sie auch beim Bundesamt für Gesundheit (für die ganze Schweiz): priminfo.ch 

Prämienverbilligung

Wer ein bestimmtes Einkommen unterschreitet, hat Anspruch auf Prämienverbilligungen. Die genauen Sätze und Grenzwerte für die Stadt Zürich entnehmen Sie ebenfalls der Website der Städtischen Gesundheitsdienste.

Gemeinden ausserhalb der Stadt Zürich gehören zu einer anderen Prämienverbilligungsregion. Hier informiert die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich: SVA über Prämienverbilligung im Kanton Zürich 

Unfallversicherung UVG

Obligatorisch versichert sind alle in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie arbeitslos gemeldete Personen. Die Unfallversicherung deckt die medizinischen Behandlungskosten und die wirtschaftlichen Folgen von Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten.

Nicht-Erwerbstätige können sich bei ihrer Krankenkasse unfallversichern. Mehr Informationen: Bundesamt für Sozialversicherung

Arbeitslosenversicherung ALV

Die  Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) vermitteln und qualifizieren die Stellensuchenden und kontrollieren deren Arbeitsbemühungen. Die RAV sind dem Kantonalen Amt für Wirtschaft und Arbeit unterstellt.

Ihre Anlaufstelle in Sachen Arbeitslosigkeit: RAV in Ihrer Region

Auf der Website der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren RAV finden Sie Merkblätter und Informationen rund um Stellensuche, Rechte und Pflichten während der Arbeitslosigkeit, Kurse und Qualifizierungsprogramme. Mit dem RAV-Finder finden Sie das RAV, das für Sie zuständig ist: RAV-Standorte

Auf der Internetplattform job-room.ch finden Sie Stelleninserate, Broschüren und Gesetzesgrundlagen rund um die Arbeitslosenversicherung.

Arbeitslosenkassen 

Die Arbeitslosenkassen sind als Versicherungen für die Ausrichtung der Arbeitslosentaggelder zuständig, sofern die Überprüfung durch die RAV ergeben hat, dass die Kontrollvorschriften von den Versicherten erfüllt wurden.

Eine Liste der Arbeitslosenkassen findet sich beim Amt für Wirtschaft und Arbeit

Leistungen der Arbeitslosenversicherung ausgeschöpft – Wann haben Sie Anspruch auf Sozialhilfe?

Informieren Sie sich und handeln Sie frühzeitig: Grundvoraussetzungen und Vorgehen

Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft EOG

EOG steht für «Bundesgesetz über den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft» – gemeint sind Mutterschaftsversicherung und Lohnersatz für Dienstleistende.

Erwerbsausfallentschädigung

Informationen zu Bemessung, Höhe der Entschädigung und Auszahlung finden Sie beim Bundesamt für Sozialversicherung.

Mutterschaftsentschädigung 

Die Mutterschaftsentschädigung ist auf Bundesebene geregelt. Auf der Website der  Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich SVA Zürich finden sich Antworten auf die wichtigsten Fragen sowie ein Online-Rechner.

Als Dachverband verschiedener Arbeitnehmer-Organisationen informiert Travail.Suisse in einem Dossier über die Rechte von Schwangeren und Müttern am Arbeitsplatz: InfoMutterschaft von Travail.Suisse