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Kindesschutz in Kitas

Sie haben einen Verdacht? Was tun?

Haben Sie den Verdacht, dass ein Kind aus Ihrer Kita vernachlässigt, psychisch oder physisch misshandelt wird oder sexuellen Übergriffen ausgesetzt ist? Entweder in der Kita selbst oder im privaten Umfeld des Kindes? 

Gemäss Schweizerischem Zivilgesetzbuch sind Sie als Mitarbeiter*in in der familienergänzenden Kinderbetreuung verpflichtet, eine Kindeswohlgefährdung zu melden, wenn Sie einen begründeten Verdacht haben und der Gefährdung im Rahmen ihrer Tätigkeit keine Abhilfe schaffen können. Eine Gefährdungsmeldung können Sie selber oder über Ihre vorgesetzte Person vornehmen. Die Gefährdungsmeldung ist an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) zu richten. 

Zusammengefasst empfehlen wir folgendes Vorgehen:

  • Überstürzen Sie nichts. Um das Kind zu schützen, ist es wichtig ruhig und überlegt vorzugehen. Notfälle, in denen rasch gehandelt werden muss, bleiben vorbehalten.
  • Dokumentieren Sie Ihre Beobachtungen.
  • Melden Sie Ihren Verdacht einer vorgesetzten Person und tauschen Sie sich mit ihr aus.
  • Holen Sie sich (oder Ihre vorgesetzte Person) Rat bei der Interdisziplinären Fachberatung Kindesschutz (IFK) oder einer anderen Beratungsstelle (anonymisierte Fallschilderung). Die Kontaktangaben sind untenstehend aufgelistet.
  • Melden Sie (oder Ihre vorgesetzte Person) den Verdacht der Kindeswohlgefährdung der KESB, sollte sich dieser erhärten und die Eltern nicht Willens oder in der Lage sein, professionelle Unterstützungsangebote anzunehmen.

Weitere Informationen finden Sie auf www.stadt-zuerich.ch/kesb.

Beratungsstellen

Interdisziplinäre Fachberatung Kindesschutz (IFK)

Telefon (Zentrale): 044 412 77 33

  • Telefonische Beratungsgespräche für Fachpersonen zur Einschätzung von Kindeswohlgefährdungen und zur Vorgehensplanung
  • Die IFK ist den Sozialzentren der Sozialen Dienste Stadt Zürich angegliedert.
  • Die Beratung erfolgt kostenlos und anonym.

Kinderschutzgruppe und Opferberatungsstelle des Kinderspitals Zürich

Telefon (Zentrale): 044 266 71 11 (24h erreichbar)

  • Telefonische und persönliche Beratung für Fachpersonen, Betroffene und ihre Familien
  • Information zu rechtlicher, materieller, psychologischer und sozialer Hilfe sowie deren Vermittlung
  • Weiter- und Fortbildungsangebote
  • Beratungen (telefonisch und persönlich) sind kostenlos und können anonym erfolgen

Kinderschutzgruppe und Opferberatungsstelle des Kinderspitals Zürich

Elternnotruf

Telefon: 0848 35 45 55 (24h erreichbar)

  • Beratung von Eltern, Familien und Bezugspersonen (telefonisch, per E-Mail oder persönlich) bei Erziehungsfragen sowie bei Verdacht auf Vernachlässigung oder Misshandlung
  • Strategiebesprechung und Coaching von Fachpersonen
  • Telefon- und E-Mail-Beratungen sind kostenlos

Elternnotruf

Castagna

Beratungs- und Informationsstelle für sexuell ausgebeutete Kinder, weibliche Jugendliche und in der Kindheit ausgebeutete Frauen

Telefon: 044 360 90 40 (Mo & Mi von 14-18 Uhr, Di & Do von 9-18 Uhr, Fr von 9-14 Uhr)

  • Beratung von Fachpersonen zum Thema sexuelle Ausbeutung
  • Weiterbildungsangebote zum Thema sexuelle Ausbeutung, Supervision
  • Fallspezifische Beratungen sind kostenlos

Castagna

Marie Meierhofer-Institut für das Kind (MMI)

Telefon: 044 205 52 20 (Mo-Fr von 9-12 Uhr und 14-17 Uhr)

  • Prozessberatung und -begleitung von Fachpersonen
  • Kostenlose Erstberatung, reduzierter Tarif für Kitas aus der Stadt Zürich (Fr. 90.– pro Stunde für die ersten fünf Beratungsstunden, danach Fr. 180.- pro Stunde)
  • Fort- und Weiterbildung, Supervision, Fachbeiträge

Marie Meierhofer-Institut für das Kind

Limita

Fachstelle zur Prävention sexueller Ausbeutung

  • Beratung von Fachpersonen zur Konzeption und Durchführung von Präventionsmassnahmen
  • Prozessbegleitung zur Etablierung von präventiven Massnahmen
  • Weiterbildungsangebote
  • Beratung ab Fr. 170.- pro Stunde

Limita

Prävention: Konkrete Regelung in den Krippen


Seit 2013 geben die Krippenrichtlinien des Kantons Zürich vor, dass Krippen zur Prävention von sexuellen Übergriffen und Gewalt im Bewerbungsverfahren von allen Mitarbeitenden Referenzauskünfte und einen aktuellen Strafregisterauszug verlangen müssen. Zudem müssen sie über ein Reglement verfügen, das insbesondere Auskunft über die fachlichen Standards zur Prävention von sexuellen Übergriffen und Gewalt und den Umgang mit Verstössen gibt. Das Reglement muss auf die betreffende Einrichtung abgestimmt und den Mitarbeitenden bekannt sein.

Publikationen

Auf Wunsch der Mitglieder hat der Verband Kinderbetreuung Schweiz (kibesuisse) einen «Verhaltenskodex in Bezug auf sexuelle Gewalt für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kindertagesstätten» sowie «Leitlinien zur Prävention von physischer und psychischer Gewalt in Kindertagesstätten und Horten» veröffentlicht. Diese ethischen Richtlinien wurden von Arbeitsgruppen aus der Praxis für die Praxis entwickelt, gestützt auf Fachliteratur und die Beratung der Fachstelle Limita bzw. der Stiftung Kinderschutz Schweiz.

Die Stiftung Kinderschutz Schweiz hat ausserdem einen Leitfaden für Fachpersonen im Frühbereich publiziert. Der Leitfaden «Früherkennung von Gewalt an kleinen Kindern» wurde vom Marie Meierhofer-Institut für das Kind (MMI) erarbeitet. Der Leitfaden kann bei Kinderschutz Schweiz bestellt werden.
 

Weitere Publikationen

  • Achtsam im Umgang – konsequent im Handeln: Prävention sexueller Ausbeutung in Kinderkrippen. Handbuch der Fachstelle Limita zur Prävention sexueller Ausbeutung. Bei der Fachstelle Limita zu bestellen.

  • Sexualerziehung bei Kleinkindern und Prävention von sexueller Gewalt. Broschüre für Eltern und Erziehende der Stiftung Kinderschutz Schweiz und Mütter- und Väterberatung.
  • Kinder inmitten häuslicher Gewalt. Fachbeitrag des Marie Meierhofer-Instituts für das Kind (MMI) in der Zeitschrift «Frauenfragen».
  • Handbuch Kindeswohlgefährdung. Nachschlagewerk zum Thema Kindeswohlgefährdung und –beeinträchtigung des Deutschen Jugendinstituts DJI.

     

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