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Krise in der Lehre – Zehn Jahre Kurse für Ausbildungsverantwortliche durch die Jugendberatung Stadt Zürich

Medienmitteilung

Krisen in der Lehre sind normal. Doch oft stossen die Verantwortlichen in den Lehrbetrieben bei der Lösung der Probleme an ihre Grenzen. Die Jugendberatung, ein Angebot der Sozialen Dienste Stadt Zürich, bietet deshalb seit 10 Jahren Kurse für Ausbildungsverantwortliche an. Ein grosses Bedürfnis, wie der Einblick in einen Kurs zeigt.

1. Dezember 2008

Mirjam Hänsenberger, Personalbetreuerin bei der EKZ, stellt immer wieder fest, dass Jugendliche beim Lehrantritt noch sehr unselbständig sind. «Oft werden die jungen Erwachsenen von zu Hause aus zu wenig auf die neue Berufssituation vorbereitet», sagt Hänsenberger. Doch wie mit dem Problem umgehen? Lehrmeisterinnen und Lehrmeister sehen sich immer wieder mit Jugendlichen konfrontiert, die den Anforderungen in Lehre und Berufsschule nicht genügen. Die Probleme zeigen sich in Form von Leistungsmangel, fehlender Motivation, häufigen Absenzen, Suchtmittelkonsum oder psychosomatischen Beschwerden. Ein Teil der Ausbildungsverantwortlichen gelangt mit ihren Fragen an die Jugendberatung der Stadt Zürich.

Seit 10 Jahren bietet die Jugendberatung deshalb den Kurs «Krisen in der Lehre – Früherkennung und Bewältigung» an. Damit sollen Lehrmeisterinnen und Lehrmeister im Umgang mit Jugendlichen in Krisensituationen gestärkt und die Angebote der Jugendberatung näher gebracht werden. In Kurzreferaten und in Gruppengesprächen werden Themen wie entwicklungspsychologische Aspekte des Jugendalters, Früherkennung und Bewältigung von Krisen, Motivation fördernde Faktoren im Betrieb oder Umgang mit schwierigen Jugendlichen behandelt. Im Rollenspiel werden Konfliktsituationen veranschaulicht und reflektiert. Zudem geben die Kursleiter Susann Gassmann und Matthias Vogt hilfreiche Tipps und Unterlagen zur Gesprächsführung sowie ein Interventionsschema für Krisensituationen ab.

Schliesslich diskutieren die Teilnehmenden konkrete Beispiele und tauschen eigene Erfahrungen aus. Gerade dieser Austausch mit anderen Ausbildungsverantwortlichen stellt sich als grosser Pluspunkt heraus. «Bislang fühlte ich mich bei Krisen von Lehrlingen allein», so Hänsenberger. «Im Kurs kann man sich austauschen und merkt, dass andere Ausbildungsverantwortliche mit denselben Problemen zu kämpfen haben.»

Da es im Kurs um Themen und Krisen im Jugendalter und nicht um betriebliche Fragen geht, werden mit dem Kursangebot Unternehmen unterschiedlichster Branchen und Grösse angesprochen – von der Grossbank oder Versicherung mit  50 oder 100 Lernenden bis hin zum Handwerksbetrieb mit einem oder zwei Lehrlingen. Mirjam Hänsenberger meint dazu: «Ich empfehle den Kurs grundsätzlich allen, die junge Leute in der Ausbildung haben.»

Informationen zu diesem Kursangebot sind erhältlich bei der Jugendberatung Stadt Zürich, Baumackerstrasse 18, 8050 Zürich, Telefon 044 316 60 60, Fax 044 316 60 61 oder im Internet unter www.stadt-zuerich.ch/jugendberatung.

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