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Lernerfolg unter schattiger Platane

Medienmitteilung

Sprachbarrieren stellen für Migrantinnen im Integrationsprozess eine der grössten Hürden dar. Umso wichtiger ist es, dass der Zugang zur deutschen Sprache möglichst niederschwellig gestaltet wird. 24 Frauen wählten im Quartierzentrum Aussersihl auf der Bäckeranlage einen ungewöhnlichen Weg. Mit Erfolg.

28. Juli 2008

«Dieser Kurs hat mein Leben ein wenig verändert.» Diesen Satz schrieb eine Frau Mitte Juli dieses Jahres auf einen Flipchart, der in der Bäckeranlage mitten im Freien, unter einem grossen, alten Baum stand. Sie gehörte zu 24 Frauen mit Migrations-Hintergrund, die sich ein Jahr lang auf ungewöhnliche Weise der deutschen Sprache angenähert haben.

Wenig Grammatik, viel Hilfreiches für den Alltag
Für Migrantinnen ist die deutsche Sprache überlebenswichtig, wollen sie sich in der neuen Heimat zurechtfinden und die Hürden des Alltags meistern. Doch der Zugang zur Sprache ist oft beschwerlich und mit Schwellenängsten verbunden. Das soziokulturelle Team des Quartierzentrums Aussersihl sprach deshalb im Mai 2007 Frauen mit Migrations-Hintergrund an, welche sich mit ihren Kindern im Park der Bäckeranlage aufhielten. Das Team konnte acht Frauen aus Pakistan, Sri Lanka, Türkei, Thailand, Kosovo und Irak für einen neuartigen Deutsch-Motivationskurs begeistern.

Wenig Grammatik aber viel Hilfreiches für den Alltag hiess die Devise. Ausserdem sollten die Teilnehmerinnen den Kurs direkt mitgestalten können. Und schliesslich – und nicht ganz unwichtig – sollte ein Kinderhütedienst zur Verfügung stehen.

Spontaner Zuwachs von Teilnehmerinnen
Als erfolgversprechend wertete das Team die Wahl von Dilek Ucak-Ekinci als Kursleiterin. Denn als türkische Frau, die in Deutschland aufgewachsen ist, verfügte sie ebenso wie die Kursteilnehmerinnen über Migrations-Hintergrund, was den Zugang erleichtern sollte.

Im August 2007 startete der Kurs in der Bäckeranlage. Die acht Frauen sassen im Freien unter der Platane an zwei Tischen. Einziges Hilfsmittel war ein Flipchart. Schnell weckte der ungewöhnliche Kurs im Park das Interesse von anderen dort anwesenden Frauen. Mehrere von ihnen setzten sich spontan dazu und besuchten den Kurs daraufhin regelmässig.

Bis Kursabschluss im Juli 2008 sollten es 24 Frauen sein, und jeden Freitag besuchten 12 bis 16 Frauen den Kurs. Am Ende des Kurses erhielten die Frauen Informationen zu weiterführenden Deutschkursen. Gleichzeitig wurde mit einer Dokumentation, herausgegeben von den Sozialen Diensten der Stadt Zürich, bereits für den neuen Kurs im August 2008 geworben, um weitere Frauen auf das Angebot aufmerksam zu machen.


Bildnachweis: Die Bilder wurden von der Fotografin Vera Markus gemacht. Wir bitten Sie, bei Verwendung eines oder mehrerer der Bilder den Namen der Fotografin zu veröffentlichen. Ausserdem ist der Abdruck nur im Rahmen einer Berichterstattung im Zusammenhang mit dem Deutsch-Motivationskurs der Stadt Zürich gestattet.

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