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Medienmitteilungen

5. Juni 2008

Jugendkulturhaus Dynamo feiert 20. Geburtstag

Angebot für Jugendliche wird stetig den Trends angepasst

Im Mai dieses Jahres wurde das Jugendkulturhaus Dynamo 20 Jahre alt. Heute Donnerstag, 5. Juni 2008, startet das vielseitige Jubiläumsprogramm, das bis Samstag, 7. Juni, andauert. Anlässlich des Jubiläums wurden auch die neue Metallwerkstatt und der neugestaltete Dynamo-Platz eingeweiht.

Skeptisch beobachtet von der bewegten Jugend, umgeben von einer offenen Drogenszene, startete das Dynamo 1988 seinen Betrieb. In den vergangenen 20 Jahren mauserte es sich zu einer der ersten Anlaufadressen für Jugendliche und junge Erwachsene ab 16 Jahren, die sich künstlerisch und gestalterisch betätigen wollen oder Zugang zu Kunst und Kultur suchen. Heute verzeichnet das Dynamo über 200 000 Besuche. Natürlich finden auch diejenigen ein reichhaltiges Angebot, die einfach ein Konzert, eine Party oder das Restaurant «Chuchi am Wasser» besuchen wollen.

Integration und Förderung als Ziel
Ziel des Dynamo ist es, Jugendlichen und jungen Erwachsenen Freiräume zur Verfügung zu stellen, wo sie Eigeninitiative entwickeln und Verantwortung übernehmen können. Im Weiteren sollen sie hier die Möglichkeit haben, ihre kreativen Aktivitäten zu entfalten. Schliesslich wollen die Sozialen Dienste der Stadt Zürich die soziale Integration und das friedliche Zusammenleben verschiedener Gruppierungen fördern.

Angebot im Wandel
Dass Jugendkultur nicht statisch ist, sondern sich stetig neu definiert und Trends schafft, zeigt die bewegte Geschichte des Dynamo. Das Angebot im Jugendkulturhaus wird stark von den Nutzerinnen und Nutzern und ihrem kulturellen Verständnis beeinflusst. War das Angebot in den 80er Jahren geprägt von «Multikulti» und «Selbstverwirklichung», so ist heute die Nachfrage eher zielorientiert. Bei der heutigen Generation junger Menschen schwindet das Interesse an Angeboten wie Barfussdiscos oder Ausdrucksmalen. Dafür steigt das Interesse für Angebote mit konkreten Lerninhalten wie Tontechnikkursen oder Regieübungen. Kurse und Werkstätten werden ausgewählt nach den Kriterien «was bringt es mir für meine Laufbahn?» oder «ich brauche etwas Praktisches».

Die Palette präsentiert sich entsprechend vielfältig. Sie reicht von Musik, Tanz und Theater über Medienwerkstatt bis hin zu Metallbearbeitung, Schmuck- und Textilwerkstatt. Neu dazugekommen ist eine Siebdruckwerkstatt. Das hauseigene Angebot wird bereichert durch Konzerte, Parties, Wochenbars, Workshops, Kurse und Raumnutzungen für Proben, Sitzungen und Selbsthilfegruppen, die von Externen organisiert werden.

Durch die grosse Besucherdichte und das vielfältige Geschehen wird das Dynamo zu einem soziokulturellen Treffpunkt, der seinesgleichen sucht. Hier prallen unterschiedliche Nationalitäten, Kulturen und Stilrichtungen aufeinander und verschmelzen zu einem dynamischen Ganzen.

26 Mitarbeitende und viele Freiwillige im Einsatz
Das Dynamo verfügt über 15,5 Vollzeitstellen, die sich 26 Mitarbeitende teilen. Ergänzt wird das Team von 6 Praktikantinnen und Praktikannten, 4 bis 6 Personen aus Motivationssemestern und 20 Freelancern. Damit kann fast rund um die Uhr ein Betrieb sichergestellt und die Besucherinnen und Besucher – wo notwendig – fachlich und sozial kompetent betreut werden. Dass ein solcher Betrieb aufrecht erhalten werden kann, ist aber auch auf die Förderung von autonomen Projekten zurück zu führen, die aus Eigeninitiative der Benutzer entstanden sind. So führen verschiede Gruppierungen aus jugendkulturellen Szenen ihre «Wochenbar» in eigener Verantwortung.

Um dem soziokulturellen und integrativen Auftrag des Jugendkulturhauses nachkommen zu können, steht dem Dynamo inklusive Restaurant ein jährliches Bruttobudget von rund 3,5 Mio. Franken zur Verfügung. Dank den rund 1,4 Mio. Franken selbsterwirtschafteten Mitteln beläuft sich das Nettobudget bereits seit mehreren Jahren auf rund 2,1 Mio. Franken. Damit darf das Dynamo als eine gelungene Umsetzung selbstbewusster soziokultureller Arbeit bezeichnet werden, welche gute Infrastruktur und Begleitung zur Entfaltung kreativer Aktivitäten, sozialer Integration und Freiräume zur Entwicklung von Eigeninitiative bietet.

Ersatzneubau Metallwerkstatt
Unter dem Dynamo-Areal befindet sich ein Hochwasser-Auffangbecken. Rohre, die auf dieser Höhe die Limmat und die Sihl unterqueren, führen das Wasser in die Kläranlage Werdhölzli. Die Kapazität dieses Systems musste erhöht werden. Der Grossbaustelle hatte Anfang 2006 die alte Metallwerkstatt des Dynamos zu weichen.

Während der Bauzeit in einem Provisorium untergebracht, konnte das Dynamo im März 2008 den Ersatzneubau für die Metallwerkstatt übernehmen. Der Pavillon ist als skelettartiger Stahlbau konzipiert. Dieser überspannt einen Holzkubus mit einem Büro- sowie einen einfachen Lagerraum.

Die Verkleidung besteht aus grobmaschigem Stahlblech. Die Fassade lässt sich mit Flügeltüren grossflächig öffnen. Unter dem weit auskragenden Dach kann an mobilen Werktischen gearbeitet werden. Der neu gestaltete Vorplatz wirkt übersichtlich und freundlich.




Thema: Kultur

Organisationseinheit: Sozialdepartement