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«Ein Ort, wo man sein kann»

Medienmitteilung

Neuer Band in der Reihe «Edition Sozialpraxis» erschienen

Das Sozialdepartement publiziert eine Umfrage unter den Benützerinnen und Benützern der Kontakt- und Anlaufstellen für Drogenabhängige, zusammen mit einem 10-Punkte-Programm für die Drogenhilfe.

23. September 2008

Im Jahr 2007 haben das Büro für Sozioanalyse und das Institut für Soziologie der Universität Bern im Auftrag des Sozialdepartements eine Bedarfserhebung in den Kontakt- und Anlaufstellen durchgeführt. Demnach suchen rund 800 Personen die Kontakt- und Anlaufstellen regelmässig auf. Gemäss der Umfrage entspricht das Angebot der Kontakt- und Anlaufstellen weitgehend ihren Bedürfnissen. Primär suchen Drogenabhängige die Kontakt- und Anlaufstellen auf wegen der Möglichkeit zum Konsum illegaler Substanzen unter kontrollierten und hygienischen Bedingungen und ohne das Risiko, dafür von der Polizei gebüsst zu werden. Die Besucherinnen und Besucher möchten häufiger innerhalb der Einrichtung arbeiten und mehr Verantwortung im Betrieb übernehmen.

In Ergänzung zur Umfrage enthält die Publikation ein 10-Punkte-Programm für die Drogenhilfe. Zwar hat die «Harm Reduction» (Schadensminderung und Überlebenshilfe) an den drogenpolitischen Erfolgen seit der Räumung der offenen Drogenszene am Letten 1995 grossen Anteil. Heute muss sie sich jedoch verstärkt um die Verbesserung der sozialen Integration der Klientinnen und Klienten bemühen.

Bezug zur Revision des Betäubungsmittungsmittelgesetzes
An der Buchvernissage am 23. September stellte Michael Herzig, Bereichsleiter des Geschäftsbereichs Sucht und Drogen, die Publikation vor. Sozialvorsteher Martin Waser machte auf den aktuellen Bezug des Themas aufmerksam. Von Anfängen in der Illegalität – der erste Fixerraum wurde 1980 im Autonomen Jugendzentrum (AJZ) eingerichtet – haben sich die Kontakt- und Anlaufstellen zu einem professionellen sozial-medizinische Angebot in der städtischen Drogenhilfe entwickelt. Schon seit 1992 gibt es in der Stadt Zürich Konsumräume in den Kontakt- und Anlaufstellen, doch ist die Überlebenshilfe nach wie vor nicht gesetzlich verankert. Dies soll ein Ja zur Revision des Betäubungsmittelgesetzes in der in der eidgenössischen Volksabstimmung vom 30. November 2008 ändern. Damit würde gleichzeitig die ärztliche Heroinabgabe definitiv gesetzlich verankert. «Es ist für die Stadt Zürich mit ihrer Geschichte ganz wichtig, dass die Revision des Betäubungsmittelgesetzes angenommen wird», sagte Waser.

«Ein Ort, wo man sein kann». Die Zukunft der «Harm Reduction» am Beispiel der Kontakt- und Anlaufstellen der Stadt Zürich. Edition Sozialpraxis Nr 3. Sozialdepartement der Stadt Zürich, 2008. 68 Seiten. Bestellbar für 30 Franken unter bestellungen.sd@zuerich.ch oder 044 412 61 11.

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