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Strichplatz Depotweg wird am 26. August eröffnet

Medienmitteilung

Der Strichplatz Depotweg ist ein Schlüsselelement der Strategie des Stadtrats, mit einem Bündel koordinierter Massnahmen von Polizei, Sozialwesen und Gesundheitsbereich die Arbeitsbedingungen der Prostituierten zu verbessern und die Immissionen für die Stadtbevölkerung zu verringern.

15. August 2013

Der Strichplatz am Depotweg in Zürich-Altstetten wird ab dem 26. August 2013 täglich von 19 bis 5 Uhr geöffnet sein. Er ist mit dem Auto – andere Fahrzeuge sowie Fussgänger haben keinen Zutritt – über die Aargauerstrasse erreichbar, entweder von der Pfingstweidstrasse her, von der Europabrücke her über die Würzgrabenstrasse oder von der Vulkanstrasse her am Bahnhof Altstetten vorbei stadteinwärts.

Die Zufahrt zum Areal führt auf die Rundstrecke, auf der Kunden und Sexarbeiterinnen die Dienstleistung und den Preis vereinbaren. Die Dienstleistung darf nur auf dem Platz in den dafür bezeichneten Zonen erbracht werden. Dabei handelt es sich um vier Standplätze für Wohnmobile der Sexarbeiterinnen, neun Sexboxen, die mit dem Auto befahren werden, und zwei Sexboxen, die zu Fuss betreten werden, nachdem das Auto davor parkiert wurde. Von den Boxen und Standplätzen her führt die Ausfahrt zurück auf die Aargauerstrasse.

Höhere Sicherheit und besserer Gesundheitsschutz für die Sexarbeiterinnen

Der Strichplatz Depotweg verbessert die Sicherheit und den Gesundheitsschutz für die Sexarbeiterinnen sowohl von der Betreuung als auch von der Infrastruktur her deutlich. Der Bus der Frauenberatung Flora Dora am Sihlquai wird durch einen Pavillon ersetzt, der viel bessere Möglichkeiten für individuelle Beratung und medizinische Versorgung bietet und auch über einen Raum für ärztliche Untersuchungen verfügt. Zudem werden die Präsenzzeiten der Betreuerinnen ausgedehnt.

Der Strichplatz Depotweg wird vom Sozialdepartement betrieben, neben Flora Dora nimmt auch Personal von sip züri die Aufsicht wahr. Die Stadtpolizei ist auf dem Strichplatz punktuell präsent: Sie überprüft, ob die Sexarbeiterinnen über eine Bewilligung gemäss Prostitutionsgewerbeverordnung verfügen, und interveniert bei Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten. Das Areal wird nicht videoüberwacht, und Autonummern werden nur bei Verstössen gegen die Platzordnung oder gegen das Gesetz registriert. Widerhandlungen gegen die Platzordnung und die Rechtsordnung können mit Wegweisungen und Platzverboten sanktioniert werden.

Grosse Aufmerksamkeit zugunsten der Sicherheit in der Umgebung

Die Stadtpolizei trägt auch die Verantwortung für Ordnung und Sicherheit in der Umgebung des Strichplatzes Depotweg. Polizei- und Sozialdepartement nehmen die Sicherheitsanliegen der Nachbarschaft sehr ernst und sind entschlossen, ab dem Zeitpunkt der Eröffnung mit hohem Aufwand sicherzustellen, dass der Strichplatz quartierverträglich betrieben werden kann. Der Strichplatz ist ein Schlüsselelement der Strategie des Stadtrats, mit einem Bündel koordinierter Massnahmen von Polizei, Sozialwesen und Gesundheitsbereich ein stadtverträgliches, unter Achtung der Menschenwürde ausgeübtes Prostitutionsgewerbe zu ermöglichen.

Eine grosse Entlastung bedeutet die Eröffnung des Strichplatzes Depotweg für die Umgebung des Sihlquais: Am 26. August tritt zugleich der neue Strichplan in Kraft, womit die Strassenstrichzone am Sihlquai und zahlreiche andere Strassenstrichzonen aufgehoben werden. Die Sexarbeiterinnen werden mit Flyern, die Kunden mittels Plakaten und einer Website und ab dem 26. August auch Wegweisern auf die Überführung des Strassenstrichs auf den Strichplatz Depotweg aufmerksam gemacht.

Für die Anfangszeit sind die Erwartungen der Stadt bezüglich des Betriebs des Strichplatzes Depotweg bescheiden: Es ist absehbar, dass es – nicht zuletzt aufgrund der abschreckenden Wirkung der hohen öffentlichen Aufmerksamkeit – einige Zeit dauern dürfte, bis der Strichplatz sich voll etablieren kann. Sozial- und Polizeidepartement werden in rund drei Monaten eine erste Bilanz veröffentlichen. Von Anfang an unterbunden werden der Verbleib von Strassenprostitution am Sihlquai und die Verlagerung in andere Gebiete ausserhalb der Strassenstrichzonen.

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