Projekt Unterführung Langstrasse.

Auf ihr pulsiert das Leben: das Nachtleben, das Stadtleben und das Veloleben. All dies vereint die Langstrasse auf ihren rund 1200 Metern Länge vom Limmatplatz bis zum Helvetiaplatz. Für Velofahrende beinhaltet die Strasse aber auch einige Knackpunkte. Die Stadt hat jene bei der Unterführung, die das Gleisfeld unterquert, Ende Mai behoben.

Seit 2018 gab es in den beiden oberen Unterführungen eine geteilte Fläche für die Velofahrenden und die Zufussgehenden. Dies führte erfreulicherweise zu weniger Konflikten als zu Zeiten, als noch Mischverkehr herrschte. Es blieb aber weiterhin eng – nicht verwunderlich bei durchschnittlich 8500 Zufussgehenden und 3500 Velofahrenden pro Tag.

Zwei Meter breite Velostreifen statt Fahrspuren

Mit einer Machbarkeitsstudie prüfte die Stadt weitere Massnahmen, um die Situation zu verbessern. Eine Massnahme kristallisierte sich als besonders gut umsetzbar und effektiv heraus: der Abbau einer Fahrspur und die Markierung von zwei Meter breiten Velostreifen auf beiden Seiten. Sie ermöglichen den Velofahrenden eine direkte Unterquerung des Gleisfeldes, ohne auf die beiden oberen Unterführungen ausweichen zu müssen. So verteilen sich die Velofahrenden besser, was für mehr Sicherheit sorgt. Und dank optimierter Lichtsignalsteuerung wird sich der Bus durch die Langstrasse trotz des Spurabbaus nicht verspäten.

Die beiden neuen Spuren können auch beim geplanten Ausbau der oberen Unterführungen genutzt werden. Dieser Ausbau zieht sich noch etwas hin, da die Planungsprozesse sehr komplex sind.

Das jetzt umgesetzte Projekt steht aber sinnbildlich für die Strategie der Stadt, mit einfachen Sofortmassnahmen schnell eine Verbesserung zu erreichen und gleichzeitig Bauprojekte weiter voranzutreiben.

Die Krux an den Kreuzungen

Die Übergänge an den Kreuzungen waren für Velofahrende nicht optimal. Zum Beispiel an der Lagerstrasse:

Bogen die Velofahrenden von der Lagerstrasse nach rechts auf den einzigen Weg in Richtung der oberen Langstrassenunterführung ab, fuhren sie ein Stück über das Trottoir und kreuzten dort die Wege von Zufussgehenden. Dies führte oft zu heiklen und gefährlichen Situationen.

Neu können rechtsabbiegende Velofahrende bei grün weiter auf der Strasse durch die grosse Unterführung fahren oder vorsichtig rechts abbiegen auf das kürzer markierte Trottoirstück in Richtung der beiden seitlichen Unterführungen.

Auch in der Gegenrichtung gab es Konfliktsituationen: Beim Überqueren der Lagerstrasse war es für Velofahrende nicht nachvollziehbar, wie sie korrekt abbiegen sollen, da vor ihnen eine hohe Verkehrsinsel lag. Wichen sie auf den Fussgängerstreifen aus, konnten Sie den Zufussgehenden in die Quere kommen.

Die Lagerstrasse kann neu dank einer Velofurt einfacher überquert werden.

Auf der anderen Seite der Unterführung bestanden keine Markierungen für das Velo. Neu wurden grosszügige Wartebereiche, sogenannte Velosäcke, markiert. Sie wurden weit nach vorne gezogen und ermöglichen den Velofahrenden so sicheres Warten und Losfahren. 

Video zu den Verbesserungen in der Langstrassenunterführung

Die Stadt Zürich hat in der Langstrassenunterführung Verbesserungen für den Veloverkehr umgesetzt. Die Velofahrenden können das Gleisfeld in der grossen Unterführung neu auf zwei Meter breiten Velostreifen unterqueren. Weiter hat die Stadt die Kreuzungen an den Enden der Unterführung optimiert.

0:02 Mein Name ist Thomas Frey,
0:04 ich bin Projektleiter beim Tiefbauamt der Stadt Zürich.
0:06 Wir befinden uns hier an der Langstrasse,
0:09 und ich möchte euch die Verbesserungen an der Unterführung zeigen.
0:23 Die Langstrasse unterquert hier das Gleisfeld der SBB
0:26 und verbindet die Stadtkreise 4 und 5.
0:29 Bis vor Kurzem haben nur Autos die grosse Unterführung befahren,
0:32 Velos nutzten die beiden seitlichen Unterführungen.
0:36 Ziel des Projektes war es, den Velofahrenden einen zusätzlichen,
0:40 direkten und sicheren Weg durch die Unterführung zu bieten.
0:44 Der Belag in der Unterführung wurde erneuert
0:46 und zwei Meter breite Radstreifen markiert.
1:00 Hallo, ich bin «Fisch» und ich nehme euch mit
1:03 durch die Langstrassenunterführung.
1:42 Ich finde die klaren Markierungen gut und auch die Tatsache,
1:44 dass die Velofahrenden jetzt auch Platz haben in dieser
1:47 zentralen Verbindung Zürichs.
1:49 Nicht nur die Unterführung wurde optimiert,
1:52 auch auf den beiden Kreuzungen haben wir Gefahrenstellen entschärft.
1:58 Wenn ich zu Fuss hier die Strasse überqueren wollte,
2:01 konnte es zu Konflikten mit dem Velo kommen.
2:05 Heute ist die Situation so, dass die Velos geradeaus
2:07 durch die grosse Unterführung fahren
2:10 oder wie bisher den Weg über das Trottoir wählen können.
2:13 Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass Zufussgehende unterwegs sind.
2:16 Früher wusste man nicht, wie man korrekterweise
2:18 in die Lagerstrasse einbiegen soll,
2:19 da eine Schutzinsel den Weg versperrte.
2:24 Heute können die Velofahrenden über die neu erstellte Velofurt
2:28 sicher in die Lagerstrasse einbiegen.
2:33 Die Situation an der Langstrassenunterführung ist verbessert.
2:36 Es gibt aber noch viel zu tun.
2:37 Mein Team und ich geben weiterhin alles,
2:39 um das Velofahren in der Stadt Zürich sicherer zu machen.

Die Installation der Zählstellen

Die Lage der Induktionsschleifen der Zählstelle wird markiert. (Für Bildergalerie auf Bild klicken)
Die Lage der Induktionsschleifen der Zählstelle wird markiert. (Für Bildergalerie auf Bild klicken)

Seit Anfang September 2021 sind auf den neuen Velostreifen durch die grosse Unterführung Zählstellen installiert. Sie ergänzen die Zählstellen in den beiden seitlichen Unterführungen. Die Erhebung des Veloverkehrs in diesem Abschnitt ist für die Stadt sehr wichtig. Einerseits kann so evaluiert werden, wie die im Frühsommer getroffenen Massnahmen angenommen wurden. Andererseits lassen sich Schlüsse über die Gesamtentwicklung des Veloverkehrs ziehen.

Erste Rückschlüsse und Resultate der Zählungen werden Anfang 2022 erwartet.