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Dezember 2018

Persönlich-Kolumne: Fussball- statt Krawallhöhepunkte

Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich

Filippo Leutenegger, Vorsteher Schul- und Sportdepartement

Lieber Cillo Canepa, lieber Stefan Anliker,

Ihr dürft euch freuen: Das «Ja» zum neuen Stadion ist ein hoffnungsvoller Anfang für eine bessere Zukunft für unsere beiden Stadtvereine GC und FCZ. Die Verdienste im Fussball sind unbestritten: 68 nationale Titel habt ihr an die Limmat geholt und rund 1200 Juniorinnen und Junioren in über 50 Teams werden bei euch auf den Spitzenfussball vorbereitet. Bei aller Freude solltet ihr nicht vergessen, dass doch fast 47 Prozent ein «Nein» in die Urne gelegt haben. Diese skeptischen Stimmen gilt es nun ebenfalls mit Taten zu überzeugen.

Bis der erste Ball im Stadion rollt, braucht es noch viel Einsatz. Das klare «Ja» ist vor allem auch eine grosse Verpflichtung. Ihr bekommt nun euer Wunschstadion. Einen stimmungsvollen Kessel mit steilen Rampen, wo wahre Fussballfeste gefeiert werden können und die Fankultur gelebt werden kann. Bloss, in den vergangenen Wochen und Monaten wurde vor allem die «Fanunkultur» und Gewalt wahrgenommen.

Früher ging ich gerne mit meiner Tochter und meinem Sohn ans Derby und ins Stadion. Die Lust ist mir seit einiger Zeit vergangen. Ich finde es beklemmend, wenn ich vor dem Stadion wegen drohenden Ausschreitungen von Polizisten in Vollmontur «begrüsst» werde. Ich möchte im Stadion Fussball- und nicht Krawallhöhepunkte erleben. Die angespannte Stimmung um und im Stadion hat mich und wohl auch viele andere Familien vertrieben.

Fussball ist Sport und die sportlichen Leistungen sollen im Zentrum stehen. Die grosse Mehrheit der Fans will den Sieg auf dem Platz und kann gut auf die unschönen Auseinandersetzungen durch unbelehrbare Fans verzichten. Gelingt dies, steht das gesamte Projekt unter einem guten Stern und alle werden am neuen Stadion Freude haben.

Filippo Leutenegger
Vorsteher Schul- und Sportdepartement

Departement: Schul- und Sportdepartement