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Frauenbad Stadthausquai

Frauenbad Stadthausquai: Innenansicht Ende 1960er-Jahre

Architektur

Als 1837 der Zürcher Stadtrat das Badeverbot für Frauen aufhob entstand sehr schnell die Idee von geschlossenen Bädern als «zweckmässige Badeanstalt für das weibliche Geschlecht» - nicht zum Schwimmen, sondern für die Körperpflege. Das erste geschlossene Bad wurde 1837 als kleines «Badhaus für Frauenzimmer» unmittelbar an der Mauer des Bauschänzlis gebaut. 

Als in den 1880er-Jahren nach den Plänen von Stadtingenieur Arnold Bürkli die Quaianlagen mit der Schiffsanlegestelle und die Quaibrücke gebaut wurden, mussten für die dortigen Badeanlagen neue Standorte gefunden werden. Als Ersatz für das Frauenbad am Seeufer wurde das Bad am Stadthausquai 1888 als schwimmende Konstruktion gebaut. Es handelte sich dabei um eine Vierflügelanlage mit Eckpavillons und Mittelpavillon im damals modischen Schweizer Holzstil mit orientalischen Elementen. Das Bad war eine eingeschlossene Anlage mit einem Schwimmer- und einem Nichtschwimmerbecken.

Betrieb

Als Exklusivität verfügte das Bad über 12 Einzelkabinen mit direktem Treppenzugang zum Wasser. Die Besucherinnen hatten so die Gelegenheit, ein erfrischendes Bad zu nehmen ohne sich den Blicken anderer Gäste aussetzen zu müssen. Diese Einzelkabinen wurden im Laufe der Zeit durch grössere Nischen oder durch Liegefläche ersetzt.

Von 1928 bis nach dem zweiten Weltkrieg diente das Bad in erster Linie dem Schwimmunterricht für Mädchen und Knaben. Frauen durften die Anlage über Mittag, am Abend sowie während der Schulferien benützen.

Ausbau & Sanierung

Im Jahre 1945 wurde ausserhalb der Badeanlage gegen den Fluss hin ein weiteres Schwimmerbecken angebaut, das vorwiegend dem Schulschwimmbetrieb diente. 1950 erfolgte eine Erweiterung durch Liegeflächen um das Aussenbecken herum.

Bei der Totalsanierung der Badeanlage im Winter 1984/85 musste die angerostete Tragkonstruktion vollständig erneuert werden. Die Stahlcaissons wurden nicht ersetzt, da durch die Seeregulierung das Niveau des Wasserspiegels nicht mehr stark variierte. Das Bad konnte stattdessen auf 26 in den Flussgrund verankerte Pfähle abgestützt werden. Die Liegeflächen zum Sonnenbaden wurden zulasten der Wasseroberfläche um 220 Quadratmeter erweitert. Die Umbaukosten betrugen rund 2,4 Millionen Franken.

Jubiläum: 125 Jahre Frauenbad Stadthausquai

Plakat zum Jubiläum
Plakat zum Jubiläum, 2013

Das nostalgische Frauenbad Stadthausquai feiert 2013 sein 125-Jahr-Jubiläum. Mit einer Kunstausstellung von Alex Zwalen vom 10. Mai bis 19. September war während des Badebetriebs nur den Frauen zugänglich. An sechs Abendveranstaltungen wurde die Kunstausstellung von Alex Zwalen mit Musik, Filmkunst-Installationen und Barbetrieb ergänzt und auch für Männer geöffnet. Ein Fährbetrieb erlaubt es den Zugang über das Limmatquai zu nehmen.

Quellen

  • Baugeschichtliches Archiv der Stadt Zürich
  • «See- und Flussbadeanstalten in Zürich», Stephan Kaufmann, Wahlfachdiplom ETHZ, 1986

    

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