Die epiretinale Fibroplasie – auch epiretinale Membran oder Makulapucker genannt – ist eine feine Narben- oder Zellschicht, die sich auf der Oberfläche der Netzhaut im Bereich der Makula bildet.
Durch die Schrumpfung dieser Membran kann es zu Verzerrungen des Sehens oder einer Verschlechterung der Sehschärfe kommen.
In vielen Fällen entsteht eine epiretinale Membran im Rahmen des natürlichen Alterungsprozesses des Auges. Häufig tritt sie nach einer hinteren Glaskörperabhebung auf.
Weitere mögliche Ursachen und Risikofaktoren sind:
- Netzhautrisse oder NetzhautablösungenEntzündungen im Auge
- Gefässerkrankungen der Netzhaut
- Diabetes mellitus
- frühere Augenoperationen
- Verletzungen des Auges
Häufigkeit
Epiretinale Membranen treten vor allem im höheren Lebensalter auf und gehören zu den häufigen Veränderungen der Makula. Nicht jede Membran verursacht Beschwerden oder muss behandelt werden.
Typische Beschwerden sind:
- verschwommenes Sehen
- verzerrtes Sehen (gerade Linien erscheinen wellig)
- verminderte Lesefähigkeit
- verkleinertes oder verzogenes Bild
Die Beschwerden entwickeln sich meist langsam über Wochen bis Monate.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch eine augenärztliche Untersuchung der Netzhaut. Besonders wichtig ist die sogenannte OCT-Untersuchung (Optische Kohärenztomographie), mit der die Makula hochauflösend dargestellt werden kann.
Bei milden Beschwerden genügt häufig eine regelmässige Kontrolle. Eine Behandlung ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Sehverschlechterung im Alltag störend wird.
Operation
Die operative Behandlung erfolgt mittels Vitrektomie. Dabei wird der Glaskörper entfernt und die epiretinale Membran vorsichtig von der Netzhaut abgezogen (Membran-Peeling). Anschliessend wird Luft ins Auge eingebracht.
Der Eingriff kann zu einer Verbesserung der Sehschärfe und der Bildverzerrungen führen. Die Erholung des Sehens erfolgt jedoch häufig langsam über mehrere Monate.
Wie bei jeder Augenoperation bestehen gewisse Risiken, darunter Infektionen, Blutungen, Netzhautablösungen oder eine beschleunigte Entwicklung eines Grauen Stars weshalb die Vitrektomie oft kombiniert mit einer Katarakt Operation durchgeführt wird.
Nachsorge
Nach der Operation sind regelmässige augenärztliche Kontrollen notwendig. Körperliche Schonung wird in den ersten Tagen empfohlen.
Prognose
Die Prognose ist insgesamt gut. Viele Patientinnen und Patienten berichten nach der Operation über eine Verbesserung des Sehens und eine Reduktion der Verzerrungen. Das endgültige Sehvermögen hängt jedoch vom Ausmass der Veränderungen der Makula ab.