Der Graue Star (Katarakt) bezeichnet die Eintrübung der natürlichen Augenlinse. Die Linse verliert dabei zunehmend ihre Transparenz, wodurch das einfallende Licht nicht mehr optimal auf die Netzhaut fokussiert werden kann.
Die Katarakt ist die häufigste Ursache einer reversiblen Sehverschlechterung weltweit und tritt überwiegend altersbedingt auf. Durch moderne Operationsverfahren kann die getrübte Linse heute sehr erfolgreich durch eine Kunstlinse ersetzt werden.
Die häufigste Form ist die altersbedingte Katarakt. Weitere Risikofaktoren sind:
- zunehmendes Alter
- Rauchen
- UV- und Strahleneinwirkung
- Diabetes mellitus
- langjährige Kortisontherapie
- Augenverletzungen
- frühere Augenoperationen
- entzündliche Augenerkrankungen
- seltene angeborene Kataraktformen
Symptome
Typische Beschwerden sind:
- unscharfes oder nebliges Sehen
- erhöhte Blendempfindlichkeit
- verschlechtertes Nachtsehen
- verminderte Kontrast- und Farbwahrnehmung
- häufig wechselnde Brillenstärke
- erhöhter Lichtbedarf beim Lesen
Die Beschwerden entwickeln sich meist langsam über Monate bis Jahre.
Die Diagnose erfolgt im Rahmen einer augenärztlichen Untersuchung mittels Spaltlampenmikroskopie. Zusätzlich werden Sehschärfe, Hornhaut, Netzhaut und Augeninnendruck beurteilt.
Behandlung
Eine medikamentöse Behandlung der Katarakt ist nicht möglich. Die einzige wirksame Therapie besteht in der operativen Entfernung der getrübten Linse mit Implantation einer Kunstlinse.
Die Kataraktoperation gehört zu den häufigsten und sichersten chirurgischen Eingriffen weltweit.
Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant unter örtlicher Betäubung mittels Augentropfen. In ausgewählten Fällen kann eine zusätzliche Injektionsanästhesie oder Vollnarkose sinnvoll sein.
Standardverfahren ist die sogenannte Phakoemulsifikation. Dabei wird die getrübte Linse über einen kleinen Hornhautschnitt mittels Ultraschall zerkleinert und abgesaugt. Anschliessend wird eine faltbare Kunstlinse in den Kapselsack implantiert.
Die Operation dauert typischerweise etwa 15 bis 30 Minuten. Bereits wenige Stunden nach dem Eingriff kann die Augenklinik meist wieder verlassen werden.
Den Grossteil unserer ambulanten Katarakt Operationen führen wir unseren modernen Räumlichkeiten an der Europaallee durch.
Die Wahl der geeigneten Kunstlinse erfolgt individuell anhand Ihrer Sehbedürfnisse, Ihrer Augenanatomie sowie möglicher Begleiterkrankungen.
Monofokale Einstärkenlinsen
Monofokale Linsen ermöglichen scharfes Sehen in einer Distanz – typischerweise in die Ferne.
- gute Sehqualität und Kontrastwahrnehmung
- geringes Risiko für störende Lichtphänomene
- Lesebrille weiterhin notwendig
Alternativ kann eine Korrektur für die Nähe (meist bei stark Kurzsichtigen Patienten) oder eine sogenannte Monovision (ein Auge für die Ferne und das andere für die Nähe) gewählt werden.
EDOF- Linsen
EDOF-Linsen („Extended Depth of Focus“) erweitern die Tiefenschärfe und ermöglichen neben gutem Fernsehen häufig auch gutes Sehen im Zwischenbereich, beispielsweise am Computer.
Eine Lesebrille kann weiterhin notwendig sein.
Multifokallinsen
Multifokallinsen ermöglichen Sehen in mehreren Distanzen (Nähe, Zwischenbereich und Ferne) und können die Brillenabhängigkeit deutlich reduzieren.
Die Eignung muss sorgfältig geprüft werden, da bestimmte Augenerkrankungen oder hohe Ansprüche an das Kontrastsehen gegen Multifokallinsen sprechen können.
Mögliche Begleiterscheinungen sind:
- Lichtreflexe oder Halos
- verminderte Kontrastwahrnehmung
- Eingewöhnungszeit des visuellen Systems
Torische Linsen
Bei bestehender Hornhautverkrümmung kann eine torische Linse implantiert werden. Diese kann mit mono-, EDOF- oder multifokalen Linsenkonzepten kombiniert werden.
Vor der Operation erfolgt eine umfassende ophthalmologische Untersuchung mit biometrischer Vermessung des Auges zur präzisen Berechnung der optimalen Linsenstärke.
- Messung der Augenlänge und Hornhautkrümmung
- Netzhautuntersuchung
- Beurteilung der Hornhaut und Makula
- Besprechung der individuellen Sehziele
- Aufklärung über Operationsablauf, Chancen und Risiken
Nach der Operation
Nach dem Eingriff werden entzündungshemmende und antibiotische Augentropfen angewendet. Regelmässige Nachkontrollen sind wichtig, um den Heilungsverlauf zu überwachen.
In den ersten Wochen sollte vermieden werden:
- Reiben am operierten Auge
- Schwimmen und Sauna
- schwere körperliche Belastung
- Arbeiten in staubiger Umgebung
Die Kataraktoperation weist eine sehr hohe Erfolgsrate auf. Schwerwiegende Komplikationen sind selten.
- vorübergehende Trockenheit oder Reizung
- erhöhter Augeninnendruck
- zystoides Makulaödem
- Netzhautablösung
- Hornhautschwellung
- Infektionen des Augeninneren (Endophthalmitis)
- Nachstar
Ein Nachstar kann Monate oder Jahre nach der Operation auftreten und lässt sich unkompliziert mittels ambulanter YAG-Laserbehandlung therapieren.
Prognose
Die Prognose nach einer Kataraktoperation ist ausgezeichnet. Die meisten Patient*innen erreichen eine deutliche Verbesserung der Sehqualität, Kontrastwahrnehmung und Lebensqualität.