Die panretinale Laserkoagulation (PRP) ist ein etabliertes Laserverfahren zur Behandlung schwerer Netzhauterkrankungen, insbesondere bei krankhaften Gefässneubildungen der Netzhaut.
Ziel der Behandlung ist die Reduktion des Sauerstoffbedarfs der peripheren Netzhaut und die Rückbildung krankhafter Neovaskularisationen.
Die PRP stellt eine zentrale Therapie des proliferativen diabetischen Retinopathie-Stadiums dar und kann das Risiko schwerer Sehverschlechterungen deutlich reduzieren.
Wann wird eine panretinale Laserkoagulation durchgeführt?
Die Behandlung erfolgt insbesondere bei:
- proliferativer diabetischer Retinopathie
- ischämischen retinalen Gefässerkrankungen
- retinalen Gefässverschlüssen mit Neovaskularisation
- Neovaskularisationsglaukom
- ausgedehnten retinalen Ischämien
Mittels Laser werden gezielt zahlreiche kleine Laserherde in der peripheren Netzhaut gesetzt.
Dadurch wird die Produktion angiogener Wachstumsfaktoren (insbesondere VEGF) reduziert, welche für die Bildung krankhafter Gefässneubildungen verantwortlich sind.
Die Behandlung stabilisiert die Netzhautdurchblutung und senkt das Risiko von Blutungen, Netzhautablösung und Neovaskularisationsglaukom.
Die panretinale Laserkoagulation erfolgt ambulant an der Laserspaltlampe.
- Pupillenerweiterung mittels Augentropfen
- lokale Betäubung mit Augentropfen
- Aufsetzen eines speziellen Kontaktglases
- gezielte Laserbehandlung der peripheren Netzhaut
Je nach Ausdehnung erfolgt die Behandlung in einer oder mehreren Sitzungen.
Während der Behandlung können Lichtblitze sowie teilweise ein Druck- oder Wärmegefühl wahrgenommen werden.
Nach der Behandlung
Nach der Lasertherapie kann das Sehen vorübergehend verschwommen sein.
Leichte Reizerscheinungen oder Blendempfindlichkeit sind möglich.
Regelmässige augenärztliche Kontrollen sind notwendig, um den Verlauf der Netzhauterkrankung zu überwachen.
Die panretinale Laserkoagulation ist ein etabliertes und langjährig bewährtes Verfahren. Dennoch können Nebenwirkungen auftreten.
- vorübergehend verschwommenes Sehen
- vermindertes Dämmerungs- und Nachtsehen
- Einschränkung des peripheren Gesichtsfeldes
- Blendempfindlichkeit
- Makulaödem
- selten Blutungen oder Entzündungsreaktionen
Das Ziel der Behandlung ist primär die Stabilisierung der Erkrankung und Verhinderung schwerer Komplikationen.
Heute wird die panretinale Laserkoagulation häufig mit intravitreale Anti-VEGF-Injektionen kombiniert.
Diese Kombination ermöglicht insbesondere bei diabetischer Retinopathie häufig eine bessere Kontrolle der Erkrankung.
Durch frühzeitige Diagnose und konsequente Behandlung kann das Risiko schwerer Sehverschlechterungen deutlich reduziert werden.
Da häufig chronische Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus zugrunde liegen, bleiben regelmässige ophthalmologische Kontrollen langfristig notwendig.