Die photodynamische Therapie (PDT) ist ein spezialisiertes Laserverfahren zur Behandlung bestimmter Erkrankungen der Netzhaut und Aderhaut.
Die PDT kombiniert die intravenöse Gabe eines lichtaktivierbaren Medikaments (Verteporfin) mit einer gezielten Laserbehandlung der Netzhaut beziehungsweise Aderhaut.
Ziel der Therapie ist die selektive Verschliessung krankhaft veränderter Gefässe bei möglichst geringer Schädigung des umgebenden Gewebes.
Wann wird eine PDT durchgeführt?
Die photodynamische Therapie wird insbesondere eingesetzt bei:
- chronischer zentraler seröser Chorioretinopathie (CSC)
- Polypoidaler choroidaler Vaskulopathie (PCV)
- ausgewählten Formen choroidaler Neovaskularisationen
- bestimmten retinalen und choroidalen Gefässerkrankungen
Heute erfolgt die PDT häufig in Kombination mit intravitrealen Anti-VEGF-Therapien.
Vor der Laserbehandlung wird Verteporfin intravenös verabreicht. Das Medikament reichert sich bevorzugt in krankhaft veränderten Gefässen an.
Anschliessend wird das betroffene Areal mit einem speziellen nicht-thermischen Laser bestrahlt.
Durch die Aktivierung des Medikaments entstehen photochemische Reaktionen, welche die krankhaften Gefässe gezielt verschliessen.
Dadurch kann eine Flüssigkeitsansammlung unter oder in der Netzhaut reduziert werden.
Die Behandlung erfolgt ambulant.
- Pupillenerweiterung mittels Augentropfen
- intravenöse Verabreichung von Verteporfin
- gezielte Laserbehandlung des betroffenen Netzhautareals
- anschliessende Verlaufskontrollen
Die Laserbehandlung selbst dauert nur wenige Minuten und ist in der Regel schmerzfrei.
Besondere Vorsicht nach der Behandlung
Da Verteporfin lichtaktivierbar ist, besteht nach der Behandlung für etwa 48 Stunden eine erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut und Augen.
Während dieser Zeit sollten vermieden werden:
- direkte Sonneneinstrahlung
- helle Innenbeleuchtung
- Solarien
- intensive Lichtquellen
Schützende Kleidung und Sonnenbrillen werden empfohlen.
Die PDT gilt insgesamt als sicheres Verfahren. Mögliche Nebenwirkungen sind:
- vorübergehend verschwommenes Sehen
- vorübergehende Sehverschlechterung
- Lichtempfindlichkeit
- Reaktionen an der Infusionsstelle
- selten Netzhaut- oder Aderhautveränderungen
- selten Blutungen oder Narbenbildung
Nach der Behandlung erfolgen regelmässige Verlaufskontrollen mittels OCT und gegebenenfalls Fluoreszenz- oder ICG-Angiographie.
Je nach Verlauf können weitere PDT-Behandlungen oder zusätzliche intravitreale Therapien notwendig sein.
Die Prognose hängt wesentlich von der zugrunde liegenden Netzhauterkrankung und dem Stadium der Erkrankung ab.
Insbesondere bei chronischer zentraler seröser Chorioretinopathie kann die PDT häufig zu einer deutlichen Reduktion der Flüssigkeit und Stabilisierung beziehungsweise Verbesserung der Sehschärfe führen.