Lidtumore sind Veränderungen der Augenlider, die gutartig oder bösartig sein können. Da die Lidhaut besonders dünn und empfindlich ist, treten Hauttumoren im Bereich der Lider vergleichsweise häufig auf.
Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind wichtig, um das Auge, die Lidfunktion und das Sehvermögen zu schützen.
Viele Lidtumore sind gutartig, bestimmte Veränderungen können jedoch bösartig sein und eine spezialisierte ophthalmoplastische Behandlung erfordern.
Zu den häufigsten gutartigen Veränderungen gehören:
- Papillome
- Zysten
- Nävi (Muttermale)
- Seborrhoische Keratosen
- Xanthelasmen
- Hämangiome
- gutartige Talgdrüsenveränderungen
Gutartige Lidtumore verursachen häufig kosmetische Beschwerden oder lokale Reizungen.
Die häufigsten malignen Tumoren der Lider sind:
- Basalzellkarzinom
- Plattenepithelkarzinom
- Talgdrüsenkarzinom
- malignes Melanom
Das Basalzellkarzinom ist der häufigste bösartige Lidtumor und tritt besonders im Bereich des Unterlides auf.
Folgende Veränderungen sollten augenärztlich abgeklärt werden:
- neu auftretende Lidveränderungen
- nicht heilende Hautstellen
- wachsende Knoten
- Verkrustungen oder Blutungen
- Verlust von Wimpern
- wiederkehrende Entzündungen
- Veränderung bestehender Pigmentmale
- chronische UV-Exposition
- helle Hauttypen
- höheres Lebensalter
- Immunsuppression
- frühere Hauttumoren
- genetische Veranlagung
Die Abklärung erfolgt durch eine ophthalmologische Untersuchung sowie gegebenenfalls eine histologische Analyse.
- Spaltlampenuntersuchung
- Beurteilung der Lidstrukturen
- Fotodokumentation
- Biopsie oder vollständige Entfernung mit feingeweblicher Untersuchung
Bei Verdacht auf bösartige Veränderungen kann eine weiterführende bildgebende Diagnostik notwendig sein.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach Art, Grösse und Lokalisation des Tumors.
Die chirurgische Entfernung stellt die wichtigste Therapie der meisten Lidtumore dar.
Ziel ist die vollständige Tumorentfernung bei gleichzeitigem Erhalt einer möglichst guten Lidfunktion und Ästhetik.
Im Stadtspital Zürich Triemli können Lidtumoren heute hochpräzise mit Mohs-Chirurgie behandelt werden – in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Dermatologie und Veneroglogie, Stadtspital Zürich Europaallee. Das Stadtspital Zürich ist ein zertifiziertes Zentrum für Mohs-Chirurgie, ein mikrografisch kontrolliertes Operationsverfahren zur besonders schonenden und vollständigen Entfernung von Hauttumoren, insbesondere im Gesichts- und Lidbereich.
Die Dermatologie und Venerologie befindet sich seit 2023 an der Europaallee und arbeitet standortübergreifend mit dem Triemli zusammen. Dadurch können komplexe Haut- und Lidtumoren interdisziplinär operiert werden.
Die Mohs-Chirurgie ist ein spezialisiertes Verfahren zur mikrografisch kontrollierten Entfernung von Hautkrebs. Die Methode wurde von Dr. Frederic E. Mohs in den 1930er Jahren in den USA entwickelt. Sie wird hauptsächlich zur Behandlung von Basalzellkarzinomen und Plattenepithelkarzinomen verwendet. Sie bietet eine gründliche Tumorentfernung unter maximalem Gewebeschutz, was sie zu einer bevorzugten Methode für die Behandlung von weissem Hautkrebs, insbesondere im Gesicht, macht.
Vorgehensweise bei der Mohs-Chirurgie:
- Entfernung des Tumors
- Präparation und Markierung: Das entfernte Gewebe wird in sehr dünne Schichten geschnitten und speziell markiert, um die Orientierung zu erhalten.
- Mikroskopische Untersuchung: Die Gewebeschichten werden anschließend sofort unter dem Mikroskop untersucht, um festzustellen, ob noch Krebszellen vorhanden sind.
- Schrittweise Entfernung: Wenn Krebszellen an den Rändern des entfernten Gewebes gefunden werden, wird an diesen Stellen erneut Gewebe entnommen. Dieser Prozess wird so lange wiederholt, bis keine Krebszellen mehr nachweisbar sind.
Vorteile der Mohs-Chirurgie:
- Hohe Heilungsrate: Durch die schnittrandkontrollierte Chirurgie kann eine 5-Jahres-Heilungsrate von 99% erreicht werden, was einer herkömmlichen Exzision deutlich überlegen ist.
- Gewebeschonend: Da nur minimal notwendiges gesundes Gewebe entfernt wird, ist das Verfahren besonders gewebeschonend und führt zu besseren kosmetischen Ergebnissen.
- Sofortiges Ergebnis: Die mikroskopische Untersuchung erfolgt während der Operation, sodass der Defekt am selben Tag verschlossen werden kann.
Je nach Tumorart können zusätzliche Therapien notwendig sein.
- lokale medikamentöse Therapien
- Kryotherapie
- Strahlentherapie
- onkologische Mitbehandlung
Nach der Behandlung sind regelmässige Nachkontrollen wichtig, um Rückfälle frühzeitig zu erkennen.
Insbesondere nach bösartigen Lidtumoren erfolgt häufig eine langfristige Verlaufskontrolle.
Prognose
Die Prognose hängt wesentlich von der Art und dem Stadium des Tumors ab.
Bei frühzeitiger Diagnose und vollständiger Entfernung ist die Prognose vieler Lidtumore sehr gut.