Die zentrale seröse Chorioretinopathie (CSR, auch RCS) ist eine Erkrankung der Netzhaut, bei der sich Flüssigkeit unter der Makula ansammelt.
Die Makula ist der Bereich der Netzhaut, der für das scharfe zentrale Sehen verantwortlich ist. Durch die Flüssigkeitsansammlung kommt es zu einer Ablösung der Netzhautmitte und damit zu einer Sehverschlechterung.
Die Erkrankung betrifft häufig Menschen im mittleren Lebensalter und tritt vermehrt bei Stressbelastung oder nach Kortisoneinnahme auf.
Die genaue Ursache der CSR ist nicht vollständig geklärt. Es wird von einer Störung der Gefässe der Aderhaut (Choroidea) mit erhöhter Gefässdurchlässigkeit ausgegangen.
Bekannte Risikofaktoren sind:
- psychischer Stress
- Kortisonbehandlung
- Schlafmangel
- arterielle Hypertoniemännliches Geschlecht
- Typ-A-Persönlichkeit
- Schwangerschaft
- obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
Symptome
Typische Beschwerden sind:
- verschwommenes zentrales Sehen
- verzerrtes Sehen (Metamorphopsien)
- verminderte Kontrastwahrnehmung
- zentraler grauer Fleck
- Mikropsie (Objekte erscheinen kleiner)
- verminderte Farbwahrnehmung
Die Beschwerden treten häufig plötzlich auf und betreffen meist nur ein Auge.
Die Diagnose erfolgt durch spezialisierte Untersuchungen der Netzhaut.
- Bestimmung der Sehschärfe
- OCT-Untersuchung (Optische Kohärenztomographie)
- Fundusuntersuchung
- Fluoreszenzangiographie
- ICG-Angiographie in ausgewählten Fällen
- OCT-Angiographie
Die OCT-Untersuchung ermöglicht die Darstellung der Flüssigkeit unter der Netzhaut und ist zentral für die Verlaufskontrolle.
Akute und chronische CSR
Die akute Form heilt häufig spontan innerhalb weniger Monate ab.
Bei chronischer oder wiederkehrender CSR kann es jedoch zu dauerhaften Veränderungen der Netzhaut und Sehverschlechterungen kommen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach Dauer, Ausprägung und Verlauf der Erkrankung.
- Stressreduktion
- Überprüfung und Reduktion von Kortisonpräparaten wenn möglich
- regelmässige Verlaufskontrollen
Bei vielen akuten Fällen wird zunächst ein beobachtendes Vorgehen gewählt.
Die photodynamische Therapie (PDT) mit Verteporfin stellt heute eine etablierte Therapie insbesondere bei chronischer CSR dar.
Durch die PDT kann die Gefässdurchlässigkeit der Aderhaut reduziert und die Flüssigkeit unter der Netzhaut häufig erfolgreich behandelt werden.
Oft werden moderne reduzierte Therapieprotokolle wie Half-Dose- oder Half-Fluence-PDT eingesetzt.
In ausgewählten Fällen kann eine gewebeschonende Subthreshold-Lasertherapie durchgeführt werden.
Für bestimmte Patient*innen kommen in Einzelfällen medikamentöse Therapien infrage.
Die Evidenzlage ist jedoch begrenzt und die Behandlung erfolgt individuell.
- chronische Flüssigkeitsansammlung
- dauerhafte Sehverschlechterung
- Schädigung des retinalen Pigmentepithels
- sekundäre choroidale Neovaskularisation
Die Prognose der akuten CSR ist häufig gut, da sich die Flüssigkeit spontan zurückbilden kann.
Chronische oder wiederkehrende Verläufe können jedoch zu bleibenden Netzhautveränderungen und Einschränkungen der Sehschärfe führen.
Durch moderne diagnostische Verfahren und spezialisierte Therapien wie die PDT kann heute häufig eine Stabilisierung oder Verbesserung erreicht werden.