Das Strassenbaumkonzept ersetzt das Alleenkonzept von 1991. Es verfolgt erstmals eine flächendeckende Strategie für Bäume im Strassenraum. Es legt fest, wie Bäume im öffentlichen Strassenraum künftig geplant, gepflanzt und erhalten werden. Bis 2050 soll die Baumkronenfläche auf öffentlichen Strassenparzellen von heute 12,5 auf 25 Prozent erhöht werden.
Das Strassenbaumkonzept basiert auf den drei Handlungsansätzen «Erhalten», «Entwickeln» und «Beschleunigen». Der Erhalt etablierter Strassenbäume hat oberste Priorität. In Strassenbauprojekten sollen zusätzliche Bäume gepflanzt und die Standortbedingungen für bestehende und neue Bäume verbessert werden. Mit dem Ansatz «Beschleunigen» soll die Neupflanzungsrate in den kommenden zehn Jahren gezielt erhöht werden. Entscheidend ist der Zeitpunkt der Pflanzung: Je früher ein Baum gepflanzt wird, desto grösser ist seine Baumkrone im Jahr 2050.
Der Plan Baumquartiere konzentriert sich auf das dichte Netz der Quartier- und Nachbarschaftsstrassen. Ziel ist es, bestehende Baumquartiere zu erhalten und neue zu entwickeln. Strassenbäume prägen den Charakter ganzer Quartiere, verbessern die Aufenthaltsqualität und leisten einen wichtigen Beitrag zur Hitzeminderung und zur Stadtökologie. In Quartieren mit wenig Baumkronenfläche sollen zusätzliche Bäume gepflanzt und zusammenhängende, von Bäumen geprägte Strassenräume geschaffen werden.
Der Plan Baumachsen orientiert sich an den Stadtachsen der Strategie «Stadtraum und Mobilität 2040» und legt fest, wie die Bäume entlang der Strassenachsen angeordnet und gestaltet werden sollen. Im Fokus steht die Weiterentwicklung dieser prägenden Strassenzüge. Entlang der Baumachsen sollen bestehende Baumlücken geschlossen und zusätzliche Bäume gepflanzt werden. So entstehen zusammenhängende grüne Verbindungen zwischen Quartierzentren und wichtigen Stadträumen.
Das Strassenbaumkonzept enthält Planungsgrundsätze und Gestaltungsprinzipien für Baumquartiere und Baumachsen. Sie beschreiben die räumlichen Merkmale und den Charakter der verschiedenen Strassenräume und unterstützen die Planung und Umsetzung von Strassenbauprojekten.
Das Strassenbaumkonzept ist eine städtische Planungsgrundlage und bei Planungen sowie Realisierungen zu berücksichtigen. Neu wird auf einer verbindlichen Grundlage bei allen Strassenbauprojekten geprüft, wie bestehende Bäume erhalten und zusätzliche Bäume gepflanzt werden können. Bereits zu Beginn eines Projekts prüft die Stadt, wo Bäume erhalten oder neu gepflanzt werden können.
Ein wichtiger Planungswert ist die Baumpflanzdichte. Künftig soll auf öffentlichen Strassenparzellen ein Baum pro 100 Quadratmeter angestrebt werden, sofern die örtlichen Gegebenheiten dies zulassen.
Bäume prägen Zürich und sind ein wichtiger Teil der grünen Identität der Stadt. Gleichzeitig stagniert die Baumkronenfläche im Strassenraum, obwohl die Bedeutung der Bäume für Hitzeminderung und Lebensqualität zunimmt. Viele Strassenbäume stehen unter Druck durch Verdichtung, Nutzungskonflikte, Werkleitungen sowie Hitze und Trockenheit. Das neue Strassenbaumkonzept sorgt dafür, dass Bäume künftig frühzeitig in die Planung einbezogen werden und langfristig genügend Raum erhalten, um gross und alt zu werden.
Ein Baum pro 100 Quadratmeter ist ein ambitionierter, aber wichtiger Planungswert. Er sorgt dafür, dass wir bei Strassenprojekten von Anfang an prüfen, wo bestehende Bäume erhalten und zusätzliche gepflanzt werden können. Natürlich gibt es Grenzen – etwa durch Werkleitungen, den Untergrund oder andere Nutzungen des Strassenraums. Deshalb ist der Wert keine starre Vorgabe, sondern wird dort angestrebt, wo die örtlichen Gegebenheiten es zulassen.
Der Strassenraum muss vielen Ansprüchen gerecht werden. Bei jedem Projekt prüft die Stadt den gesamten Strassenraum von Fassade zu Fassade, wie Bäume bestmöglich integriert werden können. Dabei betrachten wir Bäume nicht mehr als Ergänzung, sondern als festen Bestandteil der Planung. So schaffen wir schrittweise bessere Standortbedingungen und mehr Raum für Baumkronen und Wurzeln.
Zürich wird deutlich stärker von Bäumen geprägt sein als heute. Entlang wichtiger Verbindungen zwischen Quartierzentren werden Baumlücken geschlossen und zusätzliche Bäume gepflanzt. Gleichzeitig entstehen in Quartieren mit wenig Baumbestand neue, von Bäumen geprägte Nachbarschaftsstrassen. Dadurch werden Strassenräume schattiger, kühler und angenehmer für die Bevölkerung. Wenn wir die nächsten zehn Jahre konsequent nutzen, können wir die Baumkronenfläche im Strassenraum bis 2050 verdoppeln.