Egal, ob Sie einfach mal Ruhe brauchen, Ihren Kopf mit neuem Pflanzenwissen füttern möchten, von einer Weltreise träumen, ohne Koffer zu packen, oder einen echten Zürcher Traditionsort entdecken wollen. In der «Sukki» finden Sie all das, an einem Ort.
In unseren Gewächshäusern und Aussenanlagen begeben Sie sich auf eine Reise rund um den Globus und entdecken wasserspeichernde – sprich: sukkulente – Pflanzen aus unterschiedlichsten Lebensräumen.
Sukkulenten sind Überlebenskünstlerinnen. Weltweit gedeihen sie unter schwierigsten Bedingungen, dort, wo Wassermangel das Leben herausfordert. Mit erstaunlichen Anpassungsfähigkeiten speichern sie Wasser, schützen sich vor Extrembedingungen und haben dabei faszinierende Strategien entwickelt, von denen wir viel lernen können.
Einige Kakteen nutzen spezielle Oberflächenstrukturen an ihren Dornen, um Wassertropfen zu sammeln und gegen die Schwerkraft nach oben zu leiten. Fasern aus dem Weinrebengewächs Cissus quadrangularis könnten als natürliche Glasfasern genutzt werden. Rosenwurz (Rhodiola rosea) können als pflanzliche Wirkstoffe Stress reduzieren. Der Saguaro-Kaktus speichert in seinen Dornen Wachstumsinformationen, die Rückschlüsse auf frühere Klimabedingungen zulassen, quasi ein biologisches Klimaarchiv.
Sukkulenten faszinieren durch ihre Vielfalt. Die Sukkulenten-Sammlung Zürich macht diese sichtbar und erlebbar: Mit rund 22 000 einzelnen Pflanzen und etwa 4400 Arten ist sie die weltweit bedeutendste Sammlung sukkulenter Pflanzen.
Bei uns trifft Staunen auf Wissen. Die Sukkulenten-Sammlung Zürich ist ein Kompetenzzentrum der Sukkulentenkunde mit globaler Strahlkraft. Sie ist weltweit mit anderen botanischen Gärten, Universitäten und Forschungseinrichtungen vernetzt, in internationale Forschungsprojekte involviert, am Samentausch zwischen botanischen Gärten weltweit beteiligt und erarbeitet sowie vermittelt Wissen rund um die Sukkulenz.
Die Sukkulenten-Sammlung Zürich hat ihre Wurzeln in einer privaten Leidenschaft. Am Anfang stand die Sammlung des Ehepaars Lina und Jakob Gasser, die Anfang des 20. Jahrhunderts Kakteen und andere Sukkulenten sammelten und in ihrer Kakteengärtnerei in Zürich verkauften. Als die beiden die Sammlung aus gesundheitlichen Gründen aufgeben wollten, erkannten Stadtzürcher Politiker ihren grossen wissenschaftlichen und erzieherischen Wert. Im Warenhausbesitzer Julius Brann fand sich schliesslich ein Mäzen, der die Sammlung für 20 000 Franken erwarb. Brann schenkte sie der Stadt mit der Auflage, sie öffentlich zugänglich zu machen. Seit 1931 begeistert sie die Zürcher Bevölkerung ebenso wie Besucher*innen aus aller Welt.