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Teilschliessung der ERZ-Werkstattbetriebe geplant

Medienmitteilung

Die Werkstattbetriebe von ERZ sollen reorganisiert und per 1. Januar 2020 teilweise geschlossen werden. Der von hohen Verlusten geprägte Betrieb muss saniert werden. 22 Stellen würden dabei aufgehoben, stadtinterne Stellenangebote sollen Entlassungen verhindern.

19. September 2019

In Wallisellen führt ERZ Entsorgung + Recycling Zürich seit 2005 Werkstattbetriebe. Diese bieten verschiedene Dienstleistungen wie Materialbeschaffung, Fahrzeug- und Geräteunterhalt, Metall- und Holzbau sowie Malerarbeiten an. Die Werkstattbetriebe haben von 2005 bis Ende 2018 insgesamt 37,2 Millionen Franken Defizit erwirtschaftet.

Eine Sonderprüfung der Finanzkontrolle Stadt Zürich im Juli 2017 und die Administrativuntersuchung zu den Unregelmässigkeiten bei ERZ im Frühling 2019 stellten die Grundsatzfrage, ob ERZ die Leistungen der Werkstattbetriebe weiterhin anbieten oder ob die Stadt die Leistungen am freien Markt einkaufen soll. Im Juni 2018 überwies der Gemeinderat dem Stadtrat ein Postulat der Rechnungsprüfungskommission, wonach die Überführung des Werkstattbetriebs in einen Eigenwirtschaftsbetrieb oder in ein kostendeckend geführtes Profitcenter geprüft werden soll (GR Nr. 2018/228). Im April 2019 beauftragte der Stadtrat ERZ, die Werkstattbetriebe einer betriebswirtschaftlichen Prüfung zu unterziehen und Massnahmen vorzuschlagen.

Es zeigte sich, dass eine Sanierung nur mit einer Konzentration auf die Kernaufgaben, einer Reorganisation und einem konsequenten Kostenmanagement möglich ist. Zu den Kernaufgaben gehört der Unterhalt von Reinigungs- und Entsorgungsfahrzeugen. Da es sich dabei um Spezialfahrzeuge handelt, können keine Synergien mit anderen städtischen Betrieben genutzt werden.

Ab dem 1. Januar 2020 sollen die Instandstellungsarbeiten an den Fahrzeugen direkt in den Geschäftsbereichen von ERZ erbracht werden. Mit dezentralen Wartungsstellen ergäben sich kürzere Anfahrtswege, womit die Massnahme nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch sinnvoll wäre. Aufträge für Dritte sollen keine mehr angenommen und die Bereiche Metallbau/Malerei und Holzbau geschlossen werden.

Durch diese Massnahmen würden übergeordnete Stellen und Stabsstellen nicht mehr benötigt. Insgesamt verlören 22 Mitarbeitende ihre heutige Stelle. Vier befristete Arbeitsverhältnisse würden nach Ablauf der Befristung nicht weitergeführt und eine Person hat per Ende November gekündigt. Für fünf Lernende würde eine Anschlusslösung sichergestellt.

Mit stadtinternen Stellenangeboten und individueller Unterstützung bei der Stellensuche soll auf Entlassungen möglichst verzichtet werden. Ein Sozialplan wird ausgearbeitet und dem Personalverband VPOD zur Stellungnahme unterbreitet.

Die jährlichen Betriebskosten könnten durch diese Massnahmen um rund einen Drittel oder 2,9 Millionen Franken reduziert werden. Die Kosten des Sozialplans sind noch nicht bekannt.

Ein Teil der frei werdenden Flächen in Wallisellen würde neu durch die Entsorgungslogistik genutzt. Das ist derjenige ERZ-Bereich, der zum Beispiel Container leert, Sperrgut einsammelt und die Wertstoffsammelstellen bewirtschaftet. Im Gegenzug wird der Standort Oberhasli der ehemaligen Rolf Bossard AG definitiv aufgegeben und im Rahmen der Liquidation der Rolf Bossard AG ins städtische Finanzvermögen überführt.

«Die vorgestellten Massnahmen sind notwendig für die weitere Aufarbeitung der ERZ-Vergangenheit», betont Stadtrat Richard Wolff.

Nun läuft eine dreiwöchige Frist zur Stellungnahme durch den VPOD.

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