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Publikationen & Broschüren

Dezember 2017

Persönlich-Kolumne: Wissen ist Macht

Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich

Richard Wolff, Vorsteher des Polizeidepartements
Richard Wolff, Vorsteher des Polizeidepartements

Stadträtinnen und Stadträte können ihren «Beruf» nicht erlernen. Bei Amtsantritt wird man buchstäblich ins kalte Wasser gestossen. In Windeseile muss man sich im Exekutivmodus einfinden, in die zahlreichen Sachgeschäfte einarbeiten und in einem bestehenden, professionellen Netzwerk die Führungsposition einnehmen. Das ist nicht leicht. In dieser Situation sind Lernfähigkeit, Neugier, Bescheidenheit und eine hohe Frustrationstoleranz hilfreich.

Um eine eigene Position fundiert gegen innen und aussen vertreten zu können, ist es unabdingbar, sich schnell ein umfassendes Wissen zu den anstehenden Geschäften anzueignen. Zum Beispiel indem man mit beteiligten Akteurinnen und Akteuren spricht und gut zuhört oder wissenschaftliche Studien beizieht und diese genau und kritisch liest.

Politisches Wissen entsteht nicht im akademischen Elfenbeinturm, sondern im öffentlichen Diskurs, der allen offen stehen sollte. Durch gemeinsames Nachdenken wird Wissen erst fruchtbar gemacht und vorangetrieben. Dieser Diskurs, unabhängig von der politischen Couleur, ist ein zutiefst demokratischer Akt. Auf der Grundlage des gemeinsam gewonnen Wissens können politische Visionen Gestalt annehmen, akute Probleme gelöst und langfristige Strategien angelegt werden.

Wer ernsthaft etwas zu sagen hat, hört sich verschiedene Standpunkte an und lässt sich auf einen argumentativen Prozess ein. Dabei kann es durchaus passieren, dass man eines Besseren belehrt wird, ohne deswegen an Rückgrat zu verlieren.

Richard Wolff
Vorsteher Sicherheitsdepartement

Departement: Sicherheitsdepartement