Global Navigation

Persönlich-Kolumne: Übernehmen Sie Verantwortung. Alle. Bitte.

Publikationen & Broschüren

Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich

Oktober 2020

Richard Wolff, Vorsteher des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements
Richard Wolff, Vorsteher des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements

Es ist ein Skandal, wenn unsere Grosskonzerne dafür mitverantwortlich sind, dass Kinder in Minen und Plantagen ihre Gesundheit ruinieren, statt zur Schule zu gehen. Es ist eine Katastrophe, wenn unsere Grosskonzerne in Kauf nehmen, dass durch ihre Aktivitäten Wasser, Luft und Boden vergiftet werden. Es ist verwerflich, wenn unsere Grosskonzerne für ihre Gewinnmaximierung Menschenrechte und Umweltschutz mit Füssen treten. Es ist unhaltbar, dass sie dies ungestraft tun können und absolut nichts zu befürchten haben.

Schweizer Konzerne sollen weltweit Menschenrechte und Umweltstandards einhalten. In Zukunft sollen sie für Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen, die sie verursachen, zur Rechenschaft gezogen werden. Das fordert die Konzernverantwortungsinitiative, die im kommenden November zur Abstimmung kommt.

Die Konzernverantwortungsinitiative verlangt nichts Ausserordentliches. Die Schweiz befände sich mit der Umsetzung der Initiative in guter Gesellschaft. So beschloss der UNO-Menschenrechtsrat in seinen «Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte» bereits 2011, dass internationale Konzerne die Menschenrechte global respektieren müssen. Mehrere Länder in Europa, so etwa Frankreich, die Niederlande und Grossbritannien, haben diese Forderung bereits aufgenommen. Sie ziehen ihre Konzerne weltweit zur Verantwortung für die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards.

Der internationale Trend hin zu global verbindlichen Regelungen ist zu begrüssen. Ich bin überzeugt: Auch die Schweizer Konzerne sollen ihren Beitrag leisten und ein Stück globale Verantwortung übernehmen.

Richard Wolff
Vorsteher Tiefbau- und Entsorgungsdepartement

Departement: Tiefbau- und Entsorgungsdepartement