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Erholungsmonitoring

stadt-zuerich.ch/gsz-erholungsmonitoring

Grün Stadt Zürich (GSZ) bewirtschaftet rund 3800 Hektaren Grün- und Freiraumflächen. Der Nutzungsdruck nimmt wegen der steigenden Bevölkerungszahlen und verändertem Freizeitverhalten zu.

Pilotprojekt «Zählung der Besucherinnen und Besucher im Hürstwald»

Das Bild zeigt eine Gruppe von Personen zu Fuss mit ihren Fahrrädern im Hürstwald.
Der Hürstwald ist ein beliebtes Erholungsgebiet.

GSZ möchte wissen: Wie viele Personen nutzen die Flächen zu welchem Zeitpunkt? Welche Infrastrukturelemente sind beliebt? Wo gibt es allenfalls eine Übernutzung? Wie entwickelt sich die Zahl der Besucherinnen und Besucher über die Jahre?

Ein Pilotprojekt im Hürstwald soll abklären, welche Erkenntnisse aus einem zeitgemässen Monitoring abgeleitet werden können. Die Forschungsgruppe Umweltplanung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und das Büro Urban Mobility Research aus Zürich begleiten das Projekt als wissenschaftliche Partner. Das Pilotprojekt wird von Smart City Zürich und vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) unterstützt.

Gemeinsam wollen GSZ und die ZHAW mithilfe des Pilotprojekts prüfen, ob neue Zählmethoden mit anonymisierten Mobilfunkdaten von Swisscom und App-Daten von Strava verlässlich sind. Wenn dies der Fall ist, steht neben der Zählung mit Infrarot-Geräten ein neues Instrument zur Verfügung, um die Besucherinnen und Besucher in öffentlichen Freiräumen zählen zu können.

Die Erhebung und die Analyse der ZHAW sollen Grün Stadt Zürich dabei unterstützen, das Naherholungsangebot zu verbessern. Verlässliche Daten zu den Gesamtbesucherzahlen sind nützlich bei folgenden Themen:

  • Bedarfsgerechte Freiraumplanung, unter Berücksichtigung der Nachfrage
  • Besucherlenkung (Übernutzung verhindern)
  • Ausrichten der Planung auf die tatsächliche Nutzung (Priorität Erholung / Biologische Vielfalt / Rückzugsgebiet für Wildtiere)
  • Bereitstellung von Erholungsinfrastruktur (Tische, Bänke, Feuerstellen usw.) gemäss Nachfrage

Wo führen GSZ und ZHAW die Zählung durch?

Für das Pilotprojekt wurde der Hürstwald ausgewählt. Das Gebiet eignet sich gut für den Test, weil es geographisch klar abgrenzbar ist, mit einer überschaubaren Anzahl an Waldeingängen.

In welchem Zeitraum findet das Pilotprojekt statt?

Zwischen Juli 2020 und September 2021. 

Welche Methode wird für die Zählung eingesetzt?

Es geht darum zu erfahren, wie viele Personen sich zu welchem Zeitpunkt im Perimeter aufhalten. Die bisherige Zählmethode (Infrarot-Zählgeräte an Eingängen ins Naherholungsgebiet) wird ergänzt durch anonymisierte und aggregierte Daten von Swisscom, der APP Strava sowie Sensoren an Infrastruktur-Elementen. Aggregiert heisst, dass die Daten nie als Einzeldaten geliefert werden, sondern immer in einer Gruppe von mindestens 20 Personen. Dies gewährleistet, zusätzlich zur Verschlüsselung der Daten, die Anonymisierung.

Die Mobilfunkdaten von Swisscom haben eine durchschnittliche örtliche Genauigkeit von 130 Metern. Zu beachten ist, dass es sich nicht um GPS-Daten handelt, die vom Handy ausgesendet werden. Diese hätten eine Genauigkeit von ca. 5m.

Für die Erhebung der Nutzungszahlen des Infrastrukturangebots werden Sensoren eingesetzt, die mit einer Funktechnologie ausgestattet sind (LoRaWan-Technologie = Long Range Wide Area Network). Die Druck-, Dehnungs- oder Magnetsensoren ermöglichen es, zu zählen, wie oft und zu welchem Zeitpunkt Sitzbänke/ Tische/ Feuerstellen genutzt werden.

Lassen die Daten Rückschlüsse auf Eigenschaften und Verhalten von Einzelpersonen zu?

Nein, Personendaten werden weder gesammelt noch bearbeitet. Es handelt sich um eine Zählung. Wir erheben nur die Anzahl der Besucherinnen und Besucher. Durch die Anonymisierung und Aggregierung der Daten ist sichergestellt, dass keinerlei Rückschlüsse auf Einzelpersonen möglich sind. Auch werden keine Bewegungsprofile erstellt. Vor dem Start des Pilotprojekts wurde gründlich abgeklärt, dass die Einhaltung der rechtlichen Bestimmung gewährleistet ist.  

Wozu soll die Zählmethode mit Daten von Swisscom und Strava dienen?

Grün Stadt Zürich möchte wissen, wie das Naherholungsangebot genutzt wird. Die Erhebungen sollen dabei helfen, das Angebot zu verbessern. Ziel ist – trotz des zunehmenden Nutzungsdrucks aufgrund steigender Bevölkerungszahl – den Ansprüchen der Bevölkerung (Erholung und Sport) weiter gerecht zu werden, die Bedürfnisse der Wildtiere (Rückzugsgebiete) zu berücksichtigen und den Erhalt der Artenvielfalt (Naturschutz) zu gewährleisten. So kann die hohe Lebensqualität in Zürich erhalten werden. Die neuen Datenquellen sollen dabei helfen, auch Erhebungen auf grösseren Perimetern mit einer Vielzahl von Zugängen durchführen zu können.

Mit welchen Partnern arbeitet Grün Stadt Zürich zusammen?

Die ZHAW ist Teil des Projektteams. Die Experten der Hochschule sind für die Datenanalyse und die wissenschaftliche Begleitung zuständig. Das Bundesamt für Umwelt und das Smart City Zürich Programm unterstützten das Projekt finanziell.

Wird das Resultat des Pilotprojekts kommuniziert?

Ja, der Abschlussbericht des Pilotprojekts wird auf dem Internet publiziert. Der Zwischenbericht zu den ersten Ergebnissen ist bereits verfügbar.

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