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Problempflanzen - invasive Neophyten

Neophyten (deutsch: neue Pflanzen) sind Pflanzenarten, die gezielt oder unabsichtlich durch den Menschen aus anderen Kontinenten in Gebiete eingeführt wurden, in denen sie bisher nicht heimisch waren. Die meisten dieser Arten verschwinden schnell wieder oder fügen sich problemlos in unsere Pflanzenwelt ein. Einige wenige Arten verbreiten sich stark – sie werden invasiv – und verursachen dadurch Probleme. Das Aufkommen invasiver Arten wird daher möglichst frühzeitig mit geeigneten Massnahmen reguliert.

Definition

1 von 1000 eingeführten Pflanzen wird zum Problemfall

Neobiota ist der Sammelbegriff für Tiere (Neozoen) und Pflanzen (Neophyten), die nach der Entdeckung von Amerika 1492 nach Europa gekommen sind.

Nur wenige gebietsfremde Arten können in unserem Klima selbstständig überleben und sich fortpflanzen. Von 1000 eingeführten Pflanzen treten 100 unbeständig auf, 10 entwickeln sich zu «eingebürgerten Neophyten», aber nur eine von ihnen entwickelt sich zur Problempflanze (invasiver Neophyt).

Problemfelder

Welche Probleme verursachen Problempflanzen?

  • Gesundheitsgefährdung für Mensch und Tier:
    Starke Pollenbelastung, fototoxische Verbrennungen, nicht abbaubare Lebergifte (Nutztiere)
  • Minderung der biologischen Vielfalt:
    Verdrängung anderer Arten, Kreuzung mit verwandten Arten, Veränderung von natürlichen Lebensräumen
  • Schäden an Infrastrukturbauten:
    Mehrkosten für den Unterhalt von Strassen, Gleisanlagen, Uferböschungen, Grünanlagen, Mehraufwand für Sicherheit / Ästhetik

Massnahmen Stadt Zürich – Aktionsplan invasive Neophyten


Grün Stadt Zürich geht nach dem «Aktionsplan invasive Neophyten» gegen Problempflanzen vor. Mit dem 4-Säulen-Prinzip werden alle betroffenen Stellen und Eigentümer einbezogen.

Der Aktionsplan definiert Ziele, Grundsätze und Massnahmen für jede der vier Säulen:  

  • Die Bekämpfung verhindert die Ausbreitung von Problempflanzen und reduziert die negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.
  • Mit dem Monitoring werden alle stadteigenen Flächen überwacht und kontrolliert.
  • Die Koordination garantiert die Absprachen innerhalb der einzelnen Dienstabteilungen der Stadt Zürich, mit angrenzenden Gemeinden und Eigentümern von grossen Grundstücken, sowie Behörden und Fachkreisen.
  • Die Prävention und Information vermittelt Privaten zielgruppengerechtes Praxiswissen und sensibilisiert die Öffentlichkeit für die Problematik.  

Der Aktionsplan ist als Leitfaden für die nächsten vier Jahre ausgelegt.

Was kann ich tun?

Erkennen – Bekämpfen – Entsorgen - Melden

Erkennen

Im eigenen Garten sollen Problempflanzen (invasive Neophyten) entfernt werden. Mit der Praxishilfe Neophyten können Sie Problempflanzen im eigenen Garten einfach erkennen und bestimmen.

Zehn Problempflanzen in der Stadt Zürich erkennen und richtig bekämpfen

Praxishilfe Neophyten; Awel, Kanton Zürich

Bekämpfen

Private Eigentümer werden mittels eines finanziellen Beitrages bei der Entfernung von invasiven Neophyten auf eigenen Flächen unterstützt.

Entsorgen

Einfachste und sicherste Variante: Pflanzenmaterial von invasiven Neophyten mit der Kehrichtabfuhr entsorgen (kein Bioabfall/keine Grünabfuhr!). Nicht deponieren oder kompostieren. Durch unsachgemässe Entsorgung besteht ein grosses Verbreitungspotential.

Melden

Bitte melden Sie uns Fundorte von Problempflanzen über das Kontaktformular zuunterst auf dieser Webseite:

Geben Sie die Art (ideal mit Fotobeleg), den genauen Standort (ideal mit Planausschnitt), eine Angabe zur betroffenen Fläche (m2) oder Anzahl Pflanzen an.

Unproblematische Ersatzpflanzen

Als Ersatzpflanzen bieten sich attraktive, lang blühende Pflanzen an, die unter den gegebenen Standortansprüchen gut gedeihen. Die Pflanzung standortgerechter, einheimischer Wildpflanzen fördert die Biodiversität. 

Problempflanzen bei Bauvorhaben

Bei Bauarbeiten wird in vielfältiger Weise in die Umwelt eingegriffen. Dabei müssen bezüglich Problempflanzen folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Bei Eingriffen ins Erdreich kann der Bodenaushub Samen und Teile von Problempflanzen enthalten welche nicht verbreitet und fachkundig entsorgt werden müssen. (vgl. unten stehendes PDF «Gebietsfremde Problempflanzen bei Bauvorhaben»).
  • Durch den Bau wird in die vorhandene Vegetation eingegriffen und entstehen offene Flächen. Auf solchen Flächen breiten sich Problempflanzen gerne und rasch aus. Regelmässige Kontrollen beugen das unkontrollierte Aufkommen von Problempflanzen vor.
  • Bei der Neugestaltung des Freiraumes um Gebäude sollten keine invasiven Problempflanzen verwendet werden (vgl. Schwarze Liste und Watch List).

Eine weiterführende Dokumentation können Sie hier herunterladen:

Die Pflanzen der folgenden Liste sind verboten und es gelten besondere Bestimmungen hinsichtlich Umgang und Entsorgung:

Grundlagen

Rechtliche Grundlagen

Als wichtigste gesetzliche Grundlage dient die Freisetzungsverordnung (FrSV). Die Freisetzungsverordnung verpflichtet im Umgang mit invasiven Organismen in der Umwelt zur allgemeinen Sorgfalt (Art. 6 FrSV), zur Selbstkontrolle beim Inverkehrbringen (Art. 4 FrSV) und zur Information der Abnehmerinnen und Abnehmer (Art. 5 FrSV).

Freisetzungsverordnung

Wissenschaftliche Grundlagen

Info Flora, das nationale Daten- und Informationszentrum für Schweizer Flora, führt eine Schwarze Liste und eine Watch-List. Auf der Schwarzen Liste sind Arten aufgeführt, die Schäden verursachen. Die Watch-List führt Pflanzenarten auf, die das Potenzial dazu haben bzw. von denen aus dem benachbarten Ausland bekannt ist, dass sie Schäden verursachen können.

Neophyten-Listen, Info Flora

Weitere Informationen

Merkblätter zur Bekämpfung

Die Arbeitsgruppe invasive Neobiota AGIN bezweckt die Unterstützung der Kantone in der Wahrnehmung kantonaler Aufgaben gemäss Freisetzungsverordnung im Bereich der invasiven Neobioten. Technische Bekämpfungsblätter liegen für die wichtigen Problempflanzen vor.

Arbeitsgruppe invasive Neobiota

Weitere Informationen

Kontakt