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Steinmarder

Das Wichtigste in Kürze

Steinmarder (Martes foina)
Foto: Lorenzo B. Vinciguerra

Der Steinmarder ist ein Wildtier. Als Zivilisationsfolger sucht er die Nähe des Menschen, einzig vor direkten Begegnungen mit ihm hat er Angst. Als dämmerungs- und nachtaktives Tier fällt er den meisten Menschen normalerweise kaum auf.

Steinmarder sind Allesfresser. Sie lieben reifes Obst, Nüsse, Mäuse, Eier, Jungvögel, einfach alles, was frisch und nicht gammelig ist. Er ist ein echter Feinschmecker, der die abwechslungsreiche Nahrung bevorzugt.

An seinen Unterschlupf stellt der Steinmarder einzig den Anspruch, dass er trocken und windgeschützt ist. Dachstöcke und Estriche sind geradezu ideal für ihn.

Was für Schäden kann der Steinmarder in meiner Umgebung verursachen?

Generelles

Der Steinmarder stellt in einer urbanen Umgebung ein hygienisches Problem dar, da er Wirt für viele innere und äussere Parasiten ist. In diesem Zusammenhang sei in erster Linie vor Zecken gewarnt. Zudem stinkt er sehr streng und er lässt seine Kotwürstchen überall liegen. In Bezug auf Viruserkrankungen müssen vor allem Tollwut und Staupe erwähnt werden.

Auto

Der schlanke und äusserst wendige Steinmarder klettert gerne abends unter die Motorhauben von frisch abgestellten Autos. Da er in menschlicher Nähe nur wenig Aufwand für die Nahrungsbeschaffung braucht, geniesst er ausgedehnt die Abwärme vom Autokühler und dem Motorblock. Wahrscheinlich aus Langeweile knabbert er dabei gerne Gummiteile und Isolationen an, da vermutlich der Geruch von gewissen Weichmachern anregend reizvoll für die Mardernase ist.

Haus

Der Gestank von Exkrementen und Nahrungsresten kann lästig werden. Beschädigungen an Dächern durch Herausreissen der Wärmeisolationsmatten können grosse Kosten verursachen. Vor allem im Frühling wenn die Jungen aufgezogen werden, treten manchmal erhebliche Lärmbelästigungen auf.

Manch furchteinflössender Klopfgeist, der in einem Gebäude mit verwunschenen Seelen wohnte, war in Wirklichkeit eine Steinmarderfamilie.

Haustiere

In einem Hühnerhof oder einem Taubenschlag kann der Steinmarder eine grosse Gefahr darstellen. Aufpassen auf Meerschweinchen in einem Freigehege ist empfohlen und auch jungen Katzen oder Kaninchen kann er gefährlich werden.

Wie halte ich den Steinmarder aus meiner Umgebung fern?

Generelles

Nicht füttern, auch nicht indirekt mit Vogelfutter, Katzentellern oder herum stehenden Abfallsäcken. Komposthaufen müssen zugedeckt werden.

Auto

Nach Möglichkeit wird das Auto in eine Garage gestellt, dabei werden die Garagenfenster und -türen geschlossen.

Haus

Akustische Vertreibungsmittel, wie mechanische Wecker oder Radioapparate verlieren nach wenigen Tagen jede Abschreckung. Geruchliche Vergrämungsmittel sind in der Regel wirkungslos. Auch das mancherorts empfohlene  Ausbringen von Haaren, egal ob von Hund oder Mensch, nützt nichts.

Am besten nehmen Sie mit dem in Ihrem Quartier zuständigen Wildhüter (s. rechte Spalte) Kontakt auf.

Haustiere

Tierbehausungen mit robustem Maschendrahtgitter von kleiner Maschenweite einzäunen.

Darf ich einen Steinmarder fangen oder töten?

Nein, das ist verboten. Dazu gibt es gesetzliche Bestimmungen.

Gesetzliche Grundlagen

Das eidgenössische Jagdgesetz zählt den Marder zu den jagdbaren Wildtieren. Dies bedeutet, dass nur jagdberechtigte Personen das Tier fangen oder töten dürfen. Verboten sind gemäss der Jagdverordnung auch Schlingen, Gift und Fallen (ausgenommen Kastenfallen zum Lebendfang). Zudem muss die Schonzeit vom 16. Februar bis zum 31. August eingehalten werden. In dieser Zeit ziehen die Marder ihre Jungen auf. 

Wildschonrevier Zürich

Die Stadt Zürich ist ein Wildschonrevier. Der Einsatz einer Schusswaffe zum Töten von Wildtieren ist auf dem ganzen Stadtgebiet nur den Wildhütern erlaubt. Beim Einsatz einer Kastenfalle ist der Wildhüter deshalb in jedem Fall zu benachrichtigen. Es ist nur in Ausnahmefällen sinnvoll, den Marder zu fangen oder zu töten, denn meistens übernimmt ein Konkurrent aus der Umgebung das freigewordene Revier.

Weitere Informationen

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