Global Navigation

Friedhof Nordheim

Todesfälle und Bestattungen

Für Todesfälle und Bestattungen wenden Sie sich bitte an das Bevölkerungsamt.
Telefon 044 412 31 78

Fakten

Fläche: 125'992 m2
Errichtet: 1899
Erweitert: 1912/13, 1929/31, 1938/40, 1959/60

Entwicklung

JahrEntwicklungsschritt
1895Anregung für einen neuen Friedhof für Unterstrass, Oberstrass, Wipkingen als Nachfolger für die Friedhöfe an der Scheuchzer- und Hönggerstrasse und auf dem Milchbuck
1897Annahme des Projekts in der Gemeindeabstimmung
1899Einweihung des Friedhofs, Umfang 21'075 qm
19122. Etappe, erweitert um 15'431 qm (Aufbahrungshalle, Bürogebäude, Werkgebäude)
1929Ausbau 3. Etappe um 20'435 qm
1940Umwandlung des bestehenden offenen Unterstands in eine Abdankungshalle
1941Ausbau 4. Etappe um 35'681 qm, Hippenmeier und Gebrüder Mertens. Eingang an der Wehntalerstrasse. Eigenständiges Wegekonzept. Anlage von Bach und Weiher. Option für das neue Krematorium unterhalb der Käferholzstrasse im Anschluss an den bestehenden Friedhof
1962Ausbau 5. Etappe um 33'370 qm, unter Garteninspektor P. Zbinden
1967Bau des Krematoriums. Heute als einziges der Stadt Zürich in Betrieb
1996Pilotprojekt für naturnahe Pflege innerhalb eines Friedhofes
2004Unterschutzstellung des gesamten Friedhofs als kommunales Denkmal

Anlage

Mit über 125'000 m2 gehört der Friedhof Nordheim zu den Grossanlagen der Stadt Zürich. Er wurde 1899 weit ausserhalb der Siedlungsgebiete am Nordwesthang des Käferberges zunächst auf einer Fläche von 21'075 m2 angelegt. Innerhalb des letzten Jahrhunderts entstand in vier weiteren Etappen die heutige langgezogene Anlage. Sie ist inzwischen mit dem Stadtteil zusammen gewachsen und verleiht der zum Teil wenig strukturierten, sehr heterogenen Umgebung einen gewissen Halt. Eine für Zürich einmalige Situation stellen die direkt angrenzenden Wohnhäuser an der Wehntalerstrasse dar.

Die Struktur des Friedhofs ist übersichtlich, rationell und entspricht den einfachen Vorgaben des Geländes. Sie organisiert seine ganze Breite auf mehreren Niveaus. Zugrunde liegt dem Friedhof ein nahezu rechtwinkliger Raster. Teilweise wird dieser durch diagonale Wegeverbindungen durchbrochen, so z.B. der Hauptweg vom Hauptportal Nordheim-/Käferholzstrasse. Wie andere über lange Zeit gewachsene Anlagen (FH Manegg, FH Enzenbühl) haben sich durch neue Portale aus den Erweiterungsetappen neue Erschliessungskonzepte ergeben.

Die fünf Etappen spiegeln heute noch die jeweilige Zeit mit ihren unterschiedlichen Gestaltungskonzepten und den sich ändernden Vorlieben wider. Oftmals sind im Laufe der Jahre durch Änderungen in der Wegeführung, Einteilung der Grabfelder und/oder Bepflanzung u.v.m. die ursprünglichen Gestaltungsabsichten verwischt worden, dennoch hat jede Etappe ihre Zeitzeugen im Friedhof hinterlassen.

Bei seiner Eröffnung 1899 wurde der Friedhof von einem zentralen Platz ausgehend von acht strahlenförmig angeordneten Wegen mit unterschiedlicher Breite erschlossen. Das Haus, heute Dienstgebäude und Wohnung, stammt aus dem Jahr 1906. Die erste Erweiterung um 1912 knüpft gestalterisch an die erste Etappe an. Der breite Mittelweg wurde weitergeführt und findet seinen Endpunkt in der Unterstandshalle, der heutigen Kapelle. Nach ihrer Umgestaltung 1952 sind von der ursprünglichen Gestaltung der beiden ersten Etappen nur noch einzelne Wegeabschnitte und Baumgruppen erkennbar. Im Gegensatz dazu sind aus der 3. Etappe (Realisierung 1929) mit ihren streng geometrischen Formen heute noch wesentliche strukturelle und wertvolle Merkmale vorhanden. Sie wurde Anfang der neunziger Jahre schliesslich nach Originalplänen wieder hergerichtet.  Die 4. Etappe (Realisierung 1941), geplant von Konrad Hippenmeier und den Gebrüdern Mertens, entnimmt ihre Motive weniger dem gepflegten Garten als dem Natur belassenen Waldrand. Sie ist geprägt von landschaftlichen Elementen wie Bachlauf und Weiher, die heute noch ablesbar sind. In der letzten Erweiterung, realisiert 1959/60 unter P. Zbinden, wird die Formensprache, Wegeführung und Feldanordnung weitergeführt. Sie wurde seitdem kaum verändert.

Um den kulturhistorischen Wert des Friedhofs Nordheim zu erhalten wird die gesamte Anlage, einschliesslich Mauern, Einfriedungen und Toren, inklusive 40 Gräber im Jahr 2004 unter Schutz der Gartendenkmalpflege der Stadt Zürich gestellt. Heute präsentiert sich der Friedhof Nordheim als vielfältiges, grosszügiges Ganzes in welchem historische Elemente integriert sind.

Die Grosszügigkeit erschliesst sich am eindrücklichsten vom historischen Hauptportal Nordheim-Käferholzstrasse und spiegelt sich auch im inzwischen sehr imposanten Baumbestand wider. Ein grosser Teil der alten Bäume stammt noch aus der Zeit vor dem Friedhofsbau. Neben den mächtigen einheimischen Arten sind viele fremdländische Ziergehölze angesiedelt.

Mit seiner ausgewogenen, teilweise naturnahen Gestaltung dient der Friedhof Nordheim nicht nur als würdiger Bestattungsort, die Bevölkerung schätzt ihn ebenfalls als ruhigen Naherholungsraum. Zahlreiche Vogelarten, Amphibien und Säugetiere, aber auch diverse Vertreter aus der Flora sind im Friiedhof Nordheim anzutreffen. Besonders die bunten Blumenwiesen fallen ins Auge. Sie sind Teil der Extensivierungsmassnahmen, die einen ökologischen Umgang mit unbelegten Flächen vorsehen und naturnahe Lebensräume erhalten bzw. entwickeln. 1996 ist der Friedhof mit dem Pilotprojekt zum naturnahen Unterhalt gestartet und seitdem beispielgebend.

Besonderes

Der Friedhof Nordheim besitzt eine Vielzahl sehenswerter, teilweise denkmalgeschützter Grabmäler, besonders im Bereich der Kapelle. Weitere Familiengräber besetzen unauffällig die inneren und äusseren Peripherien und verdichten sich am landschaftlich reizvollen Weiher. Eine Besonderheit stellt das Anatomiegrab dar. Hier wird die Asche jener beigesetzt, die ihren Leichnam zuvor der Wissenschaft zur Verfügung gestellt haben. Das ursprüngliche Gemeinschaftsgrab von ca. 240 m2 ist für die steigende Nachfrage längst zu klein geworden und wurde 2005 grosszügig erweitert.

Um den Friedhof Nordheim und seinen kulturhistorischen Wert zu erhalten und zu entwickeln, haben 1986 Felix Guhl und Gerold Fischer ein Pflegewerk erstellt. Dessen Ziel ist es, die einzelnen Etappen in ihrer Klarheit wieder herauszuschälen.

Eine Besonderheit auf Zürichs Friedhöfen stellt die Grabstelle für die ganz Kleinen dar. Hier finden Totgeburten oder gleich nach der Geburt verstorbene Kinder ihre letzte Ruhe.

Download zu «Friedhof Nordheim»

Der Orientierungsplan enthält Informationen über die Anordnung der Gräber, die Grabfeld- und Gräbernummern, die Infrastruktur des Friedhofs sowie die öffentlichen Verkehrsmittel und Parkplätze.

Weitere Informationen

Kontakt