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Max-Bill-Platz

Impressionen Max-Bill-Platz

  


Max-Bill-Platz_1
Max-Bill-Platz_1
Max-Bill-Platz_2
Max-Bill-Platz_2

Beschreibung

Der Max-Bill-Platz ist ein zentraler Begegnungsort und Erholungsraum im neu entstandenen Quartier nördlich des Bahnhofs Oerlikon. Der Platz fällt durch sein eigenwilliges geometrisches Muster und die im Kontrast dazu locker verteilten Föhren auf. Durch die benachbarten Geschäfte, Restaurants und das Hotel sowie dem Engagement der IG Max-Bill-Platz ist er zum eigentlichen Zentrum des neuen Stadtteils geworden.

Max Bill (1908-1994) war Zürcher Künstler, Gestalter und Architekt mit internationaler Ausstrahlung. Sein Einfluss auf die zeitgenössische Kunst und sein gesellschaftliches Engagement prädestinieren ihn für die Namensgebung.

Der Max-Bill-Platz entstand wie die vier neuen Parkanlagen im Rahmen der Gebietsentwicklung «Zürich-Nord». Er wurde 2006 gemäss Rahmenplan zu den Sonderbauvorschriften Zentrum Zürich-Nord von den privaten Investoren erstellt und nach Fertigstellung der Stadt zur Nutzung übergeben. Obwohl der Platz in privatem Besitz geblieben ist, hat er gemäss den vertraglichen Regelungen mit der Stadt im täglichen Gebrauch, dem Unterhalt und der Werterhaltung den Status eines öffentlichen Platzes.

Entwicklung

Oerlikon war bis in die 1990er-Jahre von industriellen Bauten geprägt. Das Grundstück des Max-Bill-Platzes wurde von der Akkumulatorenfabrik Oerlikon genutzt.

Die Erstellung des Platzes wurde gemäss den Richtlinien zu den Sonderbauvorschriften durch die Bebauung der benachbarten Felder ausgelöst.

Der Max-Bill-Platz ist ein gelungenes Beispiel für die Zusammenarbeit von Privaten und der Stadt Zürich. Die Grundeigentümerinnen, der Immobilienfonds Credit Suisse Real Estate Fund Property Plus und die UBS haben zusammen mit der Stadt Zürich, federführend vertreten durch das Tiefbauamt, das Projekt entwickelt und ausgewählt. Gewinner des durchgeführten Wettbewerbs war das Team Haerle Hubacher, Schweingruber Zulauf, Zschokke Gloor.

Das rund 6 m breite Kiesband entlang der Binzmühlestrasse ist für das künftige Trassee der geplanten Tramlinie nach Affoltern reserviert und vorläufig mit Einzelbäumen und Baumgruppen bepflanzt.

Nutzung

Öffentlicher Platz mit Baumbestand, Sitzgelegenheiten.

Besonderes

Max Bill war ein Künstler, der in exemplarischer Weise Formen und Gegenstände untersucht hat. In seinem künstlerischen Werk spielte die geometrische Analyse von Dreieck, Quadrat, Kreis, Pyramide sowie von Würfel und Kugel eine zentrale Rolle.

Der Platzentwurf bezieht sich nicht primär formal auf diesen bedeutenden Künstler, wohl versucht er aber, dessen Kultur der exakten Recherche als Methode einzusetzen. Der Max-Bill-Platz ist eine dreieckige «Restfläche», die aus den Überlagerungen von zwei Quartiergeometrien entstanden ist.

Die zwei orthogonalen Strukturen sind ca. 30 Grad gegeneinander verschoben. Ihre Überlagerung ergibt einen netzartigen Raster, welcher dem Platzmuster zugrunde liegt. Die Dreifarbigkeit des Plattenmusters lässt sich auf ein Grundmuster der Platonischen und Euklidischen Geometrie zurückführen. Durch die unterschiedliche farbige Belegung (schwarz, grau, weiss) der drei konstruierten Vierecksflächen entsteht der in der Fläche liegende, aber räumlich wirkende Kubus.

Dieses geometrische Phänomen fand sehr früh in Mosaikböden seine Anwendung, z.B. in Pompei. Mit der Entdeckung der Perspektive in der Renaissance erfuhr das Muster eine grosse Verbreitung.

War es in der Konkreten Kunst ein Anliegen, abgeschlossene Systeme zu untersuchen und zu bearbeiten, interessierte es das Team mehr, durch Überlagerungen und situative Anpassungen die Systeme zu öffnen und Differenzen zu erzeugen. Die freie Setzung der Pflanzpunkte, wie auch die bewusste Wahl der wildwüchsigen Waldföhre als Baum für den Max-Bill-Platz, unterstreichen diese Absicht. Bewusst übergreift das Thema der Bäume den Platz und reicht bis zur Birchstrasse. So wird die ganze Aussenraumabfolge entlang der Binzmühlestrasse als öffentlicher Raum gekennzeichnet und wahrgenommen.

Auszeichnung

2007 zeichnete die Zeitschrift Hochparterre den Max-Bill-Platz in der Kategorie Landschaft mit einem goldenen Hasen aus.

Wegbeschrieb

Binzmühlestrasse, Ruedi-Walter-Strasse
Mit Bus 64, 75 oder 80 bis Max-Bill-Platz

Lageplan

Weitere Informationen