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Limmatauen Werdhölzli – Perle am Stadtrand

Auf der linken Seite sieht man die Hochwasserschutzmauer. Rechts neben ihr verläuft ein Fussweg.
Die Hochwasserschutzmauer schützt Oberengstringen vor Überschwemmungen.

In der Mitte ist eine kleine Insel mit einem Baum darauf.
Renaturierte Flusslandschaften erhöhen die Artenvielfalt und sind attraktiv fürs Auge.

Auf der linken Seite sieht man eine grüne Informationstafel.
Eine Orientierungstafel empfängt die Besucher.

Projektgemeinschaft – Gemeinschaftsprojekt

Die Limmatauen Werdhölzli zeugen von einer erfolgreichen Zusammenarbeit verschiedener Akteure in einem umfangreichen Projekt: Der Kanton Zürich leitete die Bauarbeiten in und an der Limmat und die Stadt Zürich setzte das Info- und Lenkungskonzept für den unteren Limmatraum um. Weitere Partner waren die Gemeinde Oberengstringen, der naturemade star-Fonds von ewz und der WWF in Kooperation mit der Zürcher Kantonalbank und das BAFU. Aber auch mit privaten Unternehmen wie der Sika Schweiz AG konnten Projektsynergien gefunden werden.

Von den Limmatauen Werdhölzli profitieren Infrastruktur, Mensch und Natur: Zwischen dem Stauwehr Zürich-Höngg und der Stadtgrenze mit Oberengstringen wurde der über 100 Jahre alte Hochwasserschutz gemäss Massnahmenplan Wasser verbessert. Gleichzeitig wurde der 1,8 Kilometer lange Limmatabschnitt renaturiert, was die Biodiversität und damit die Qualität der Flusslandschaft nachhaltig aufwertet. Ein attraktives Naherholungsgebiet birgt schnell vielfältige Ansprüche: Deshalb wurde die Besucherlenkung sorgfältig angepasst mit dem Ziel, die Sensibilisierung aller Nutzergruppen für den ökologisch wertvollen Raum zu erhöhen. Das übergeordnete Landschaftsentwicklungskonzept Limmatraum bildete dafür den planerischen Rahmen.

Der noch nicht bewachsene Uferbereich.
Steinbuhnen und Raubäume sichern das Ufer und dienen gleichzeitig als Fischunterstände. Die offenen Flächen werden in den kommenden Monaten zuwachsen.

Kiesinseln mitten im Fluss
Kiesinseln sollen von der Limmat teilweise abgetragen oder umgelagert werden, was stets für neue Strömungsverhältnisse sorgt und die wiedergewonnene Dynamik des Flusses erlebbar macht.

Ein Steinmännchen im Fluss.
Die Limmat bietet durch die neuen Flachufer mehr Raum für Erholungssuchende.

Erholungsnatur – Naturerholung

Die Renaturierung der Limmatauen Werdhölzli verstärkt die Vernetzung des Flusses mit dem angrenzenden Land, da die Uferverbauungen entfernt worden sind. So konnte der Uferbereich abgeflacht, Wege teilweise tiefer gelegt und das Flussbett verbreitert werden. Auch das Werdhölzli ist durch eine Flutmulde wieder mit der Limmat verbunden und diese führt dem Wald – je nach Pegelstand – mehr oder weniger Wasser zu. Die Strukturvielfalt der Limmat selber ist erhöht, weil Kiesinseln, Steinbuhnen und Raubäume eingebracht worden sind. Zahlreiche Buchten und Flachwasserzonen sorgen nun für unterschiedliche Tiefenlagen und Strömungsverhältnisse. Zudem ist die Einmündung des Hauserkanals naturnah gestaltet und der Hauserkanal selber aufgewertet worden. Infolge der vielfältigen Massnahmen wird der Limmat mehr Raum und Dynamik gewährt, was für die Auenlandschaft lebenswichtig ist.

Die Limmatauen Werdhölzli bieten zahlreiche neue Lebensräume – von der Feuchtwiese über die Magerwiese bis zum Trockenstandort ist alles vorhanden. Viele auentypische Pflanzen und Tierarten sind jedoch Pioniere der Kiesbänke und Ufer. Weiden, Seggen, Schwarzpappeln und Sanddorne sowie Libellen, Heuschrecken, Wasseramseln oder Gelbbauchunken können sich wieder ausbreiten. Für letztere wurden sogar mehrere Trittsteintümpel geschaffen. Aber auch kieslaichende Fische wie Äschen oder vom Aussterben bedrohte Nasen können sich wieder vermehrt in ruhigere Zonen zurückziehen. Letztendlich profitieren auch die Anwohnenden von der Aufwertung der Limmatauen: Durch das Flachufer sind zahlreiche neue Aufenthaltsbereiche entstanden, die zum Verweilen einladen.

Auf dem Bild sieht man Spaziergängerinnen und Spaziergänger und Menschen die sich auf Sitzbänken ausruhen.
Der Limmatraum dient der Bevölkerung als öffentliches Erholungsgebiet und wird rege besucht.

Zwei Velofahrende stehen vor einer Informationstafel.
Velofahrende schauen sich die Informationstafel zur Limmatrenaturierung an.

Das grosse Drehwürfel-Spiel mit Tiermotiven.
Eingang zum Erlebnissteg und Drehwürfel-Spiel mit Silhouetten von Bergmolch, Graureiher, Grosser Abendsegler und Ringelnatter.

Erlebnisnatur – Naturerlebnis

Entlang der Limmat wird rege gejoggt, gewandert, spaziert und Velo gefahren. Auf der Werdinsel wird ausgiebig gegrillt, gespielt und mit oder ohne Kleidung gebadet. Der Zugang zum vielfältigen Angebot ist nun schonend ausgeweitet worden. Der Fischerweg ist für den Fussgänger- und Veloverkehr verbreitert und teilweise zurückgesetzt worden. Beides schafft mehr Raum: Auf dem Weg kommen verschiedene Nutzergruppen besser aneinander vorbei und an den erweiterten Uferzonen entstehen neue, naturnahe Erholungsbereiche am Wasser. Auch auf der Oberengstringer Limmatseite sind flache Buchten vor dem Reitplatz Hardwiese geschaffen worden, an denen sogar Pferde Zugang zum Fluss finden.

Die Limmatauen Werdhölzli bieten zahlreiche neue Möglichkeiten zum Entdecken der Flusslandschaft, was das Informationsbedürfnis erhöht. Neu angebrachte Orientierungstafeln lenken die Besucher durch den Raum und vor Ort stehen auch Informationstafeln, die Hintergrundwissen zur Renaturierung liefern, auf spezielle Lebensräume wie den Hauserkanal und den Auenwald eingehen oder ausgewählte Bewohner wie Wasservögel und Fledermäuse vorstellen. Glanzstück der Limmatauen bildet ein 320 Meter langer Erlebnissteg durch den Werdhölzli-Wald, der seit 1945 unter Naturschutz steht. Die Linienführung des Holzstegs orientiert sich an den Attraktionen des Waldes und regt die Bevölkerung auf spielerische Art an, die Auennatur zu beobachten und zu verstehen. Der Steg bietet eine bewusste Alternative für zu Fuss Gehende zum Fischerweg, der vor dem Werdhölzli-Wald abgesenkt worden ist und deshalb bei Hochwasser überflutet werden kann.

Die Limmatauen Werdhölzli wurden im Spätsommer 2013 eröffnet und zeigen, dass Synergien zwischen Hochwasserschutz und Ökologischer Aufwertung, sowie zwischen verschiedenen Nutzungsinteressen möglich sind.

Logos von Baudirektion Kanton Zürich, Stadt Zürich, Gemeinde Oberengstringen, ewz, WWF und Zürcher Kantonalbank

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