Global Navigation

Die wichtigsten Ratschläge zur Kultur

Meine sukkulente Pflanze ist krank, was nun?

Wir bieten jedem Sukkulentenfreund bei Fragen zu Schädlingen, Kulturproblemen, Pflanzenbestimmung, Bezugsquellen etc. Hilfe an: Jeden Mittwochnachmittag von 14 bis 16 Uhr bei uns in der Sukkulenten-Sammlung. Oder telefonisch: 044 412 12 84.

Antworten auf die in der Sprechstunde am häufigsten gestellten Fragen:

Hilfe, mein Kaktus verliert seine Blätter

Was bei den Kakteen häufig als Blätter bezeichnet wird, sind im botanischen Sinn keine Blätter, sondern abgeflachte und grüne Zweige. Dass einzelne Zweige abgeworfen werden, kommt bei einigen Kakteen vor. Weihnachtskakteen z.B. verlieren ihre Zweigteile, wenn sie zu trocken und warm stehen. Wenn Feigenkakteen ihre Zweige («Ohren») verlieren, kann das ebenfalls auf zu grosse Trockenheit hinweisen. Möglich ist auch, dass die Pflanzen schon lange nicht mehr umgetopft worden sind und deshalb unter Nährstoffarmut leiden.

Wie oft giessen?

Eine allgemeine Regel kann nicht aufgestellt werden, denn es gibt mehrere Tausend verschiedene sukkulente Pflanzen. Die meisten als Liebhaberei gepflegte Arten wachsen bei uns zwischen Frühjahr und Herbst. Während dieser Zeit sollte der Wurzelballen nie komplett austrocknen. Je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit muss mehr oder weniger gegossen werden, im Hochsommer unter Umständen alle zwei oder drei Tage. Im Winter brauchen die meisten Sukkulenten wenig oder kein Wasser. Müssen sie warm (z.B. im geheizten Wohnzimmer) überwintert werden, so müssen sie alle 2 bis 3 Wochen nur ganz leicht gegossen werden, damit sie nicht zu stark schrumpfen. Die Pflanzen dürfen aber nicht so stark gegossen werden, dass sie zu wachsen beginnen. Eine Ausnahme bilden die Weihnachts- und Osterkakteen, die während des ganzen Jahres nie völlig austrocknen dürfen.

Wie viel Sonne braucht mein Kaktus?

Je nach Herkunft und Art der Pflanze lieben Sukkulenten Halbschatten bis pralle Sonne. Je «weicher» der Pflanzenkörper ist, desto weniger erträgt er die pralle Sonne. Ideal sind Ost- und Westfenster, während Südfenster selbst für Kakteen im Sommer zu heiss sind. Weihnachts- und Osterkakteen sowie die vielen Sorten von «Blattkakteen» werden mit Vorteil halbschattig gehalten. Ideal ist im Sommer eine Aufstellung im Garten (unter Umständen mit Regenschutz).

Wie werden die Pflanzen überwintert?

Die meisten der gängigerweise kultivierten Kakteen und andere Sukkulenten brauchen nicht besonders warm überwintert zu werden. Ideal sind kühle und helle Räume mit nicht allzuhoher Luftfeuchtigkeit, also z.B. wenig geheizte Zimmer oder Treppenhäuser. Temperaturen zwischen 10 und 14 Grad sind ideal, aber viele Kakteen können auch problemlos bei zwischen 4 und 8 Grad überwintert werden. Gattungen aus den warmen Tropen (z.B. Pilosocereus und viele madagassische Sukkulenten) benötigen hingegen mindestens 15 bis 18 Grad. Unter kühl-hellen Bedingungen müssen Kakteen und Sukkulenten im Winter praktisch nicht gegossen werden. Je wärmer die Pflanzen stehen, desto mehr Wasser brauchen sie auch im Winter, aber nur, wenn sie hell stehen. Am besten sind also kühl-helle Überwinterungen, etwas weniger gut kühl-dunkle Orte, noch weniger geeignet warm-helle Plätze, und ungeeignet warm-dunkle Plätze.

Hilfe, mein Kaktus fault

Wenn Sukkulenten und Kakteen von der Basis her zu faulen beginnen, ist meist zu viel Wasser zum falschen Zeitpunkt schuld, unter Umständen sind aber auch Wurzelläuse die Schuldigen. Die Pflanzen können aber, wenn die Fäulnis noch nicht zu weit fortgeschritten ist, gerettet werden: Alles faulende Gewebe muss entfernt werden; Rädchen für Rädchen wird nach der «Salami-Taktik» abgeschnitten, bis die Schnittfläche frisch grünlich-weisslich aussieht und keine dunkleren, bräunlichen Punkte oder glasige Stellen mehr vorhanden sind. Damit die Schnittfläche abtrocknen und vernarben kann, wird die Pflanze nun aufrecht in einen leeren Blumentopf gestellt. Nach 6 bis 8 Wochen ist die Narbe verheilt, und die Pflanze kann in durchlässige Kakteenerde (in der Sukkulenten-Sammlung erhältlich) eingetopft werden. Am Anfang wird nur vorsichtig gegossen. Die Bewurzelung gelingt am besten im Frühjahr und Sommer.

Hilfe, mein Kaktus hat den Sonnenbrand

Sonnenbrand verursacht unansehnliche Flecken, welche die Pflanze nur optisch verunstaltet. Nach der Überwinterung ist die Haut der Kakteen und anderer Sukkulenten nicht mehr an das starke Sonnenlicht angepasst. Die Pflanzen müssen deshalb langsam an die Sonne gewöhnt werden. Am Anfang (und vor allem, wenn sie aus einem relativ dunklen Winterquartier ins Freie geräumt werden) können sie z.B. mit Seidenpapier zugedeckt werden, das dann an teilweise bewölkten Tagen langsam weggenommen wird.

Schädlinge an Kakteen

Leider gibt es eine ganze Anzahl verschiedenster fressender und saugender Schädlinge an Kakteen und anderen Sukkulenten. Am häufigsten treten Woll- oder Schmierläuse auf, die als kleine Wattebäuschchen zwischen den Blättern, Warzen oder Rippen zu sehen sind. Für die Bekämpfung eignen sich die üblicherweise in Gartencentern erhältlichen Insektizide. In Drogerien sind auch biologische Mittel erhältlich. Karton-Steckstäbchen mit Insektiziden sind hingegen für Sukkulenten wegen des langsamen Wachstums der Pflanzen weniger geeignet. Weitergehende Informationen zu Schädlingen und Krankheiten an Sukkulenten kann in der Fachliteratur gefunden werden.

Meine Pflanze hat Schädlinge

Wer hat noch nie eine läusebesetzte Pflanze im Garten gehabt oder Tomatenstauden, welche gegen den Spätsommer hin von unten her gefault sind? Ähnliche Probleme kennt auch der Pfleger von sukkulenten Pflanzen, aber meistens mit anderen Insekten und Schadpilzen. Nachfolgend sei auf die wichtigsten kurz eingegangen:

  • Tierische Schädlinge: Spinnmilben
    Wohl eine der verbreitetsten Schädlinge bei sukkulenten Pflanzen. Ihre Bekämpfung sollte mit einem spezifischen Spinnmilben-Präparat erfolgen.
  • Schild- und Schmierläuse
    Ebenfalls lästige Hausgenossen, jedoch sichtbar bei genauem Betrachten der Pflanzen. Mit öligen Präparaten (Blattglanz) werden die äusseren Epidermisschichten des Insektes von der Möglichkeit, Sauerstoff aufzunehmen, ausgeschlossen. Bei geringem Befall kann auch ein mit Alkohol benetztes Wattestäbchen gute Dienste leisten.
  • Wurzelläuse
    Da man einen Befall mit Wurzelläusen erst bemerkt, wenn die Population schon grösser ist und die Pflanze schon geschwächt sein könnte, sollte man in regelmässigen Abständen einzelne Pflanzen umtopfen, um zu erkennen, ob ein Befall vorliegt. Man kann sie auch mit dem Giessen von Kontaktgiften bekämpfen.
  • Nicht tierische Schädlinge
    Weitaus schlimmer als alle Insekten ist ein Befall mit Pilzen und Bakteriosen/Virosen. Eine Vielzahl von pathogenen Pilzerkrankungen bei Kakteen und Sukkulenten ist noch wenig erforscht. Die wichtigsten Vertreter sind hier wohl Fusarium (Trockenfäule) und Botrytis (Schimmelpilze).

Gesunde, artgerecht gehaltene Pflanzen, die während der Vegetationszeit gelegentlich Pflanzenhilfsstoffe erhalten haben (Biplantol, Baldrianblütenextrakt, Schachtelhalmextrakt) sollten genug widerstandsfähig sein, um sich gegen Schädlinge aller Art behaupten zu können.

Mein Weihnachtskaktus blüht nicht

Weihnachtskakteen sind sogenannte Kurztagpflanzen: Blüten werden angelegt, wenn die Nächte bei nicht zu kalten und nicht zu warmen Temperaturen länger als 12 Stunden sind. Bei Pflanzen, die ganzjährig in bewohnten Räumen wachsen, ist das praktisch nie der Fall, und demzufolge werden keine Blüten gebildet. Auch bei Temperaturen von über 20 bis 22 Grad ist die Blütenbildung eingeschränkt oder fehlt. Weihnachtskakteen können im Sommer gut im Freien im Halbschatten (z.B. unter einem Obstbaum) kultiviert werden. Im Herbst werden sie vor den ersten Nachtfrösten wieder eingeräumt und zeigen dann in der Regel bereits Knospen.

Mein Kaktus blüht nicht

Osterkakteen reagieren wie die Weihnachtskakteen auf die Tageslänge: Blütenknospen erscheinen erst, wenn die Tage im Frühling länger als 12 Stunden werden, bei gleichzeitig kühlen Bedingungen. Bei Temperaturen über ungefähr 20 Grad werden nur wenige oder keine Blüten angelegt.

Wann blüht die Königin der Nacht?

Je nach Wetter (Wärme, Sonnenschein) blüht die Königin der Nacht in der Sukkulenten-Sammlung zwischen Ende Mai und Ende Juni. Die grosse Pflanze blüht jedes Jahr, aber nicht immer öffnen sich so viele Blüten gleichzeitig, dass die Sammlung speziell deswegen abends geöffnet wird. Eine Spezialöffnung der Sammlung wird jeweils am Tag des Ereignisses von den Regional- und Lokalradios bekanntgegeben. Wenn Königinnen der Nacht ausserhalb von Gewächshäusern gepflegt werden, blühen die Pflanzen später, und ihre Blüten können bis in den August hinein beobachtet werden. Wenn Königinnen der Nacht aus Samen gezogen werden, braucht es 8 bis 10 Jahre Geduld, bis erste Blüten erwartet werden dürfen. Bei Stecklingen dauert es etwas weniger lang, aber auch hier braucht es mehrere Jahre. Die längsten Triebe müssen eine Länge von ungefähr einem Meter erreichen.

Wo kann ich Kakteen kaufen?

Die meisten grösseren Gartencenter sowie die Blumenabteilungen der Grossverteiler haben ein kleines Sortiment von Kakteen und anderen Sukkulenten. Das Angebot variiert stark, aber wenn man immer wieder vorbeischaut, können auch ungewöhnliche Pflanzen zu meist günstigen Preisen gefunden werden. Die Sukkulenten-Sammlung verkauft während des ganzen Jahres in ganz kleinem Umfang Kakteen und Sukkulenten. Ebenfalls können Samen von etwa 2 Dutzend verschiedenen Sukkulenten und Kakteen erworben werden. Jeweils im Frühsommer, in der Regel Anfang Juni, führt die Zürcher Kakteen-Gesellschaft und der Förderverein Sukkulenten-Sammlung bei uns einen «Kakteenmarkt» durch mit grossen Pflanzenverkauf, Umtopfservice etc.

Weitere Informationen

Mehr zum Thema
Kontakt