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Sukki digital

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#museumsathome: Entdecken Sie den Sammlungsbestand virtuell, entweder selbstgeführt im eigenen Rhythmus oder zusammen mit unserem Sammlungskurator. Hereinspaziert!

Rundgang durch die Sukkulenten-Sammlung

Bequem vom Sofa aus: Entdecken Sie die Sammlung

Hier klicken und mit dem Rundgang starten.

Klicken Sie auf das Bild oder auf den untenstehenden Link und starten Sie zu einem digitalen Rundgang durch die Sammlung. (Aufnahmen: panotour.ch)

Sukkulenten-Sammlung digital entdecken

 

Königin der Nacht im Zeitraffer

Der Zeitraffer ist am längsten Tag des Jahres, in den Abend- und Nachtstunden vom 21. auf den 22. Juni 2021, entstanden. Es beginnt um 18.30 Uhr und endet um 7 Uhr am nächsten Morgen. Die Einzelblüten der Königin der Nacht öffnen sich nur für eine einzige Nacht. Sie messen 25 cm Durchmesser und mehr.

Am 25. Juni 2021 blühte in der Sukkulenten-Sammlung Zürich eine Königin der Nacht mit über einem Dutzend Blüten. Aus diesen Anlass wurde von 20.20 bis 00.15 eine Liverstream gesendet, mit Erklärungen zum Blühen der Königin der Nacht jede halbe Stunde. In dieser Zusammenfassung finden Sie einen Zusammenschnitt dieser Kommentare.

Blütenöffnung Königin der Nacht (Selenicereus grandiflorus)

Gerade schön ist dieser Kaktus während des grössten Teils des Jahres nicht. Wenn er aber blüht, wird es königlich: Die Blüten der Königin der Nacht öffnen sich nur gerade für eine Nacht. Sie werden 25 cm gross und duften intensiv nach Schokolade und Vanille. Bereits in der Morgendämmerung schliessen sie sich wieder. Auch einige weitere Kakteenarten öffnen ihre Blüten nachts. Das Erklärvideo wurde am 13. Juni 2021 aufgenommen.

Erklärvideos

Hier schalten wir nach und nach Videos als Kurzfutter zu ausgewählten Pflanzenarten auf, die im aktuellen Fokus «Die Ananas am Zürichsee. Sukkulente Nutzpflanzen.» in der Schausammlung speziell gekennzeichnet sind und behandelt werden. 

Rundgang Nutzpflanzen «Faserpflanzen»

Ein Rundgang durch die Sammlung zum Thema Faserpflanzen mit dem Botaniker und Kurator Urs Eggli. Eine Veranstaltung im Rahmen der Matineenreihe «Sukkulente Nutzpflanzen». (Aufnahme von November 2020). Untertitel können über die Youtube-Menueleiste durch Antippen mit der Maus auf der linken Seite via CC angezeigt werden.

0:02 Herzlich willkommen in der Sukkulenten-Sammlung Zürich
0:04 zu einem kleinen Rundgang zu sukkulenten Faserpflanzen.
0:08 Mein Name ist Urs Eggli und ich bin Botaniker hier in der Sammlung.
0:12 Am heutigen Rundgang stelle ich drei verschiedene Sukkulenten vor, ...
0:16 deren Blätter als Faserlieferant genutzt werden.
0:25 Wer denkt bei dieser Schnur, dass sie etwas zu tun hat ...
0:29 ... mit der Pflanze, die hier neben mir wächst?
0:31 Es ist eine Sisal-Schnur, wie man sie im Garten brauchen kann.
0:35 Und hier ist die Sisal-Agave, die die Fasern für diese Schnur liefert.
0:40 Die Gattung Agave</i> ist eine grosse Verwandtschaft mit etwa 300 Arten.
0:45 Sie kommt vor allem in Nordamerika vor
0:47 hauptsächlich in Mexiko.
0:49 Eine Reihe von Arten wurde im Laufe der Zeit ganz unterschiedlich genutzt.
0:53 Am bekanntesten ist die Sisal-Agave.
0:56 Eine weitere wichtige Art ist die Tequila-Agave.
0:59 Heute konzentrieren wir uns aber auf diese hier.
1:03 Die Sisal-Agave wurde schon zur Zeit der Azteken genutzt.
1:06 Heute wird sie in grossen Plantagen angebaut.
1:10 ...auch ausserhalb von Mexiko, in Afrika zum Beispiel.
1:14 Die Fasern, die man aus den Blättern gewinnt und als Sisal bekannt sind...
1:18 ...sind sehr stabil und resistent.
1:23 Wenn man ein Blatt genauer anschaut, sieht man an der Schnittfläche...
1:29 ...die Enden der Fasern, die sich durch das ganze Blatt hindurch ziehen.
1:36 Dies ist der Vorteil der Sisalfaser, dass es eine sehr lange Faser ist.
1:42 Die Pflanze bildet diese Fasern nicht für die Produktion der Sisal-Schnur,
1:46 sondern sie werden für die Stabilität der Blätter benötigt.
1:50 So wird das Blatt eine ganz stabile Sache.
1:53 Einerseits weil das Blatt sukkulent ist. Es ist Wasser darin gespeichert.
1:58 Und die Fasern geben dem Blatt die Stabilität.
2:03 Es kann sein, dass das Blatt einen Riss bekommt.
2:06 Aber das Blatt funktioniert trotzdem und die Wunde wird wieder heilen.
2:14 Für die Gewinnung der Fasern werden die Blätter geerntet,
2:18 geklopft oder zerquetscht und mit Wasser ausgespült.
2:24 Ähnlich ist man früher auch bei der Leinherstellung vorgegangen.
2:27 Das Produkt, das daraus entsteht, haben wir vor ein paar Jahren ...
2:31 ...in der Sukkulenten-Sammlung einmal hergestellt. Das ist der Roh-Sisal.
2:35 Man kann hier die einzelnen Fasern erkennen mit Resten des Blattgewebes.
2:42 Wenn man Roh-Sisal kauft, sieht der aber etwas schöner aus.
2:46 Er ist gebleicht und perfekt gewaschen.
2:49 Das ist nun das Rohmaterial, um eine solche Schnur herzustellen.
2:54 Sisal-Fasern sind wirklich sehr stabil.
3:00 Ich kann die Faser fast nicht zerreissen.
3:03 Und sie sind sehr lang.
3:05 Das heisst, man kann sehr gut Seile daraus produzieren.
3:10 Die Gattung Agave</i> ist sehr vielfältig.
3:13 Wie man sie erkennen kann, möchte ich in den nächsten paar Minuten erklären.
3:19 Ganz charakteristisch für die Agaven ist der stabile Enddorn der Blätter.
3:25 Und der sticht wirklich sehr stark.
3:29 Neben dem Enddorn der Blätter haben vielen Agaven auch ...
3:34 ... charakteristische, sehr starke, starre Zähne am Battrand.
3:37 Die Zähne können auch zu ernsten Verletzungen führen.
3:40 Die Zähne kann man hier an der Agave wocomahi</i> sehr gut sehen.
3:44 Wie ich bereits erwähnt habe, gibt es beinahe 300 verschiedene Agaven-Arten.
3:48 Die meisten sind in Nordamerika zuhause.
3:50 Entsprechend kann man bei uns die grösste ...
3:53 ... Vielfalt der Agaven im Nordamerikahaus antreffen.
3:56 Zum Beispiel die Agave hier, Agave macroacantha ...
4:00 ... mit ihren charakteristischen Blattspitzen ...
4:03 ... und der Blattrandzähnung.
4:05 Die Blattrandzähne können auch grösser sein,
4:08 wie hier bei der Agave havardiana.
4:12 Aber nicht alle Agaven haben Blattrandzähne.
4:15 Agave schidigera zum Beispiel hat am Blattrand Fasern,
4:20 die schöne Löckchen und Röllchen bilden.
4:23 Der Blatt-Enddorn aber ist trotzdem vorhanden.
4:29 Nochmals andere Arten besitzen komplett nackte Blattränder.
4:32 So wie man das hier bei der Agave pintilla sehen kann.
4:35 Die meisten Agaven werden etwas gross für die Kultur zu Hause.
4:39 Zum Glück gibt es auch Ausnahmen:
4:40 Zum Beispiel Agave polianthiflora,
4:43 deren ausgewachsene Rosette einen Durchmesser von ca. 15 cm erreicht.
4:47 Und die lässt sich natürlich dann auch gut zu Hause kultivieren.
4:57 Hier stehen wir nun im Afrikahaus der Sukkulenten-Sammlung.
5:00 Hier wächst auch das zweite Beispiel von sukkulenten Faserpflanzen,
5:03 das ich heute vorstellen möchte:
5:04 Es geht um die Pflanze hier, Sansevieria ...
5:09 oder auch Bogenhanf genannt - unter diesen Namen ist er besser bekannt.
5:12 Beim Namen Bogenhanf denken Sie vielleicht eher an diese Pflanze hier:
5:16 Das ist der Gewöhnliche Bogenhanf, oder die Gewöhnliche Sansevierie.
5:19 Sie ist an vielen Orten als Zimmerpflanze anzutreffen,
5:22 da sie so pflegeleicht ist und auch mit weniger Licht auskommt.
5:26 Die Gattung Sansevieria besteht aus 84 verschiedenen Arten.
5:30 Sie ist in Afrika, auf der Arabischen Halbinsel...
5:33 und in Indien und Sri Lanka verbreitet.
5:37 Genau wie die Agaven haben auch diese Blätter sehr stabile Fasern eingebaut.
5:44 Schauen wir das an diesem Beispiel noch genauer an:
5:49 Die Fasern geben dem Blatt wie bei der Agave Stabilität.
5:53 Man kann das Blatt verdrehen und verbiegen...
5:56 ...und Dank den Fasern geschieht nichts.
5:58 Wenn mal eine Knickstelle entstehen würde, würde diese auch wieder heilen.
6:04 Und auch hier ist es so, dass man diese Fasern sehen kann:
6:07 Wenn man das Blatt aufdrückt, kommen sie zum Vorschein.
6:11 Die Fasern laufen auch hier über die ganze Blattlänge bis zur Blattspitze.
6:15 Die Fasern sind etwas feiner als jene der Agaven, aber ebenfalls sehr stabil.
6:20 In der Heimat dieser Pflanzen ...
6:23 ... werden unterschiedlichste Arten als Faserpflanzen genutzt.
6:27 In Äthiopien zum Beispiel produziert man ganz raffinierte Schnüre.
6:32 Am oberen Ende sind diese ganz dünn und am unteren Ende einiges dicker.
6:37 Die Schnurlänge entsprich ungefähr der Länge eines solchen Blattes.
6:42 Je nach Art unterscheiden sich die Blattlängen natürlich.
6:46 Die Schnur wird in Äthiopien für Steinschleudern verwendet.
6:51 Bei genauerem Betrachten sieht man, wie fein die Bogenhanffasern sind.
6:57 Der Name Bogenhanf gibt auch Auskunft über die Verwendung dieser Fasern:
7:03 Offensichtlich hat man solche Schnüre,
7:05 die in der Dicke etwas gleichmässiger sind ...
7:08 ... für das Bespannen des Bogens gebraucht.
7:10 Daher Bogenhanf, oder botanisch Sansevieria.
7:14 Auch bei Sansevieria gibt es ganz unterschiedliche Arten:
7:17 Eine der grössten ist Sansevieria stuckyi aus Ostafrika ...
7:21 mit Blättern bis über 2 m Länge.
7:24 Charakteristisch für Sansevieria-Blätter ist,
7:26 dass sie einen Enddorn haben können,
7:29 aber dass sie keine Blattrandzähne, keine Blattrandhaare ...
7:32 und keine Zeichnung auf den Blättern haben wie die Agaven.
7:35 Sie sind daher einfach von Agave zu unterscheiden
7:37 Die Blätter können drehrund sein, so wie hier bei der Sansevieria stuckyi.
7:42 Oder auch abgeflacht, wie wir es zuvor bei einem Beispiel gesehen haben.
7:46 Das hier ist Sansevieria pinguicula aus Kenia, ...
7:49 eine der klein bleibenden Arten der Gattung, ...
7:52 mit besonders sukkulenten, starren und steifen Blättern mit Enddorn.
7:57 Sansevierien sind auch ganz dankbar für die Pflege.
8:02 Wir haben hier eine kleine Auswahl an verschiedensten Arten.
8:05 Dankbar sind sie, weil sie auch mit wenig Licht auskommen.
8:11 Und viele sind besonders attraktiv durch ihre Blattmusterung, wie hier.
8:16 Andere besitzen besonders schöne Wuchsformen.
8:20 Oder eben Sansevieria pinguicula, für viele die schönste Sansevieria.
8:29 Das letzte Beispiel einer sukkulenten Faserpflanze, ...
8:32 die ich bei diesem Rundgang noch vorstellen möchte,
8:34 wachst im Südamerikahaus, in der Brasilienabteilung:
8:39 Es geht um die Pflanze hier mit den etwas ungeordneten Blättern.
8:45 Sie wachsen hier, und da, und auch dieses Blatt gehört dazu.
8:51 Es ist eine Pflanze, die etwas unordentlich wächst.
8:55 Sie vermehrt sich mit Ausläufern, mit Rhizomen im Boden.
8:59 Und auch hier nutzt man Fasern, die längs durchs ganze Blatt verlaufen.
9:05 Also wirklich von der Basis bis zur Blattspitze.
9:07 Es ist eine sehr feine Faser, die man hier nutzt.
9:11 In den Trockengebieten im Nordosten von Brasilien, wo sie vorkommt,
9:15 heisst sie Caroá. Botanisch besitzt sie den Namen Neoglaziovia, genauer
9:20 Neoglaziovia variegata, aufgrund der gefleckten Blätter.
9:24 Sie gehört zur Familie der Ananasgewächse, also zu den Bromelien.
9:29 Auch diese Blätter sind sukkulent. Sie besitzen einen Wasserspeicher.
9:32 Mit den Fasern ergibt das wieder die Festigkeit, ...
9:36 ... die wir bei den Agaven und beim Bogenhanf beobachtet haben.
9:39 Die Blätter sind wirklich zäh, und flexibel.
9:43 Es braucht wirklich viel, bis sie brechen und das dank der Kombination
9:47 ... aus Wasserspeicher und Blattfasern.
9:51 Die Familie der Ananasgewächse oder Bromelien ...
9:53 ... ist eine sehr vielgestaltige, grosse Familie.
9:56 Über 3000 Arten insgesamt. Etwa 500 davon sind sukkulent.
10:00 Bromelien sind nur in der Neuen Welt zuhause, mit einer Ausnahme.
10:04 Die grosse Vielfalt ist von Mexiko, in den Süden bis Argentinien zuhause.
10:11 Die sukkulenten Bromelien kann man einfach von den Agaven und ...
10:14 ... den Bogenhanf-Arten unterscheiden. Dies auch wenn sie nicht blühen:
10:18 Dazu betrachtet man die Blätter genauer, ...
10:21 ... vor allem die Blattunterseite.
10:22 Bei genauerem Betrachten kann man Längsrillen erkennen.
10:26 Es sind ganz feine, längs verlaufende helle und dunkle Rillen.
10:31 Würde man das mit der Lupe anschauen, sieht man, ...
10:34 ... dass diese Rillen durch feine Haare, ...
10:36 ... fast schon mikroskopische Schüppchen, zustande kommen,
10:39 die in Längsreihen angeordnet sind.
10:41 Mit diesem Merkmal, welches die meisten Bromelien besitzen,
10:44 kann man diese Familien ziemlich gut erkennen.
10:47 Neben der Blattunterseite gibt es noch weitere Erkennungsmerkmale:
10:54 Fast alles sukkulenten Bromelien besitzen Blattrandzähne.
10:57 So wie bei diesem Beispiel hier, einem Vertreter der Gattung Bromelia.
11:02 Ein weiteres Beispiel ist die Rosette daneben.
11:05 Es ist die Rosette einer Ananaspflanze ...
11:07 sicher diejenige Art der Familie, die wir am besten kennen.
11:10 Auch sie hat Blattrandzähne, allerdings ganz feine.
11:14 Das ist typisch für Kulturpflanzen, dass man sie so züchtet,
11:17 dass sie möglichst angenehm fürs Handling sind.
11:21 Für alle, die gröbere Zähne mögen, empfiehlt sich diese Pflanze hier:
11:25 Puya vasquezii aus Bolivien, die wirklich sehr schön sticht.
11:31 Wenn Ihnen all diese spitzen Zähne etwas zu brutal sind, ...
11:34 Sie aber trotzdem nicht auf Bromeliengewächse verzichten möchten,
11:37 dann empfehle ich Arten der Gattung Tillandsia.
11:39 Hier habe ich zwei Beispiele mitgebracht:
11:42 Es sind Pflanzen, die als Epiphyten leben.
11:45 Also oben auf den Bäumen, und nicht unten am Boden.
11:48 Und diese sind garantiert unbezahnt.
11:50 Ab und zu haben sie vielleicht ein spitzes Blattende.
11:54 Aber man kann sie problemlos in die Hand nehmen, ohne sich zu verletzen.
12:02 Damit wären wir am Ende dieses Rundgangs ...
12:04 ... zum Thema "Sukkulente Faserpflanzen".
12:07 Ich habe Ihnen Agaven, Bogenhanf, und Caroa vorgestellt.
12:12 Drei verschiedene Pflanzenarten aus drei botanischen Familien.
12:16 Gemeinsames Merkmal ist, dass sie Fasern in den Blättern haben.
12:19 Bei ausgewählten Arten nutzt man diese zur Herstellung von Schnur, Seilen,
12:23 ... von Textilien, oder von Teppichen.
12:28 Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.
12:31 Wir freuen uns, wenn Sie wieder einmal bei einem Rundgang dabei sind ...
12:35 ...und sagen Auf Wiedersehen und auf ein anderes Mal.

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Rundgang Nutzpflanzen «Sukkulenten im Glas»

Sukkulenten kann man auch trinken. Mehr über Tequila, Aloe vera und den Affenbrotbaum mit unserem Botaniker Urs Eggli.

0:00 Willkommen zu unserem kleinen Rundgang zum Thema "Sukkulenten im Glas".
0:05 Ich werde drei Sukkulenten vorstellen, die man als Getränk geniessen kann.
0:12 Die erste dieser Pflanzen stammt aus der Gattung Agave.
0:16 Agaven können zum Beispiel so aussehen wie diese hier.
0:19 Diese Verwandtschaft ist vor allem in Mexiko zuhause...
0:22 ...einzelne aber auch in der südlichen USA, oder in Mittel- und Südamerika.
0:27 Insgesamt gibt es etwa 300 verschiedene Arten.
0:34 Bekannt ist die Gattung Agave einerseits...
0:36 ...als Lieferant der Sisalfaser.
0:39 Das hier hinten ist die Sisal-Agave.
0:41 Andererseits aber auch als Lieferant von Tequila.
0:45 Und das hier ist unsere Tequila-Agave.
0:47 Es ist noch eine Jungpflanze. Ausgewachsene Pflanzen werden...
0:50 etwa 2 bis 2.5 Meter im Durchmesser.
0:54 Schon vor über 2000 Jahren haben die einheimischen Volksgruppen...
0:57 ...der südlichen USA und in Mexiko entdeckt, dass man junge Blütentriebe,
1:02 die Basis der Blätter, das Rosetten- zentrum und den kurzen Stamm essen kann,
1:08 wenn man sie zuvor röstet oder kocht.
1:11 Irgendwann haben sie entdeckt, dass man aus den blühbereiten Rosetten...
1:14 ...auch einen süssen Saft gewinnen kann.
1:17 Dafür werden die innersten Blätter von der Rosette entfernt.
1:21 Es entsteht eine Einhöhlung, aus der man den süssen Saft schöpfen kann.
1:26 Der süsse Saft heisst auf Spanisch "agua miel", also Honigwasser.
1:32 Bei einer grossen Agavenrosette kann man über 4 bis 6 Monate...
1:38 ...jeden Tag 4 bis 5 Liter von diesem Honigwasser ausschöpfen.
1:42 Das kann man direkt so trinken, ähnlich wie zum Beispiel Süssmost
1:48 Wenn man ihn längere Zeit stehen lässt beginnt er nach ein paar Tagen...
1:50 ...spontan an zu gären.
1:52 Es entsteht dann eine Art Bier, das "Pulque" genannt wird.
1:55 Das ist ein Getränk, das in Mexiko auch heute noch eine Rolle spielt.
1:59 Man kann es dort kaufen wie bei uns das Bier in der Dose – also ...
2:03 gewissermassen Agaven-Bier.
2:06 Der süsse Saft, das Honigwasser, kann man auch einkochen, eindicken lassen,
2:13 verdunsten lassen. Das ergibt dann eine dicke Flüssigkeit,
2:19 den Agavendicksaft. Das kann man heute auch bei uns kaufen.
2:23 Er wird sehr stark als Zuckerersatz propagiert,
2:27 besteht aber natürlich genauso aus Zucker.
2:30 Wenn man da ein bisschen probiert...
2:33 ...ja, er ist sehr sehr süss.
2:35 Ohne viel Eigengeschmack, mit einer leichten Karamellnote.
2:39 Ähnlich wie bei uns Birnel, also wie der Birnendicksaft,
2:41 der aus dem Birnenmost hergestellt wird.
2:46 Wenn man "Pulque" nimmt, also ein Agavenbier,
2:50 kann man daraus auch Schnaps gewinnen.
2:53 Die Technik des Brennens, also die Herstellung von Alkohol,
2:57 war den ursprünglichen Volksgruppen in der Neuen Welt unbekannt.
3:00 Erst die Spanier habe das Wissen bei der Eroberung...
3:03 ...der Neuen Welt mitgebracht.
3:05 Wenn man den vergorenen Agavensaft brennt,
3:10 dann gibt es einen Alkohol, ähnlich wie bei uns zum Beispiel der Kirsch.
3:14 Das kann man mit verschiedenen Agaven machen.
3:17 Der Agavenschnaps heisst dann "Mezcal".
3:23 Wenn man Tequila herstellen möchte, benötigt man eine bestimmte Agave,
3:27 nämlich die Tequila-Agave.
3:29 Die Tequila-Agave wird in riesigen Plantagen angebaut.
3:33 Millionen an Pflanzen, hunderttausende Hektaren.
3:37 Für die Gewinnung des Rohmaterials geht man hier etwas anders vor:
3:41 Man gewinnt nicht das Honigwasser, sondern man nimmt die ganze Rosette.
3:45 Bei einer ausgewachsenen Pflanze werden mit speziellem Werkzeug die...
3:49 ...einzelnen Blätter an der Rosette abgeschnitten.
3:53 Am Schluss entsteht eine Art Kopf, eine Kugel,
3:56 mit den Narben der abgeschnittenen Blätter,
3:58 wie eine überdimensionale Ananas.
4:00 Die Köpfe heissen auch so: piñas. Das ist der spanische Name für Ananas.
4:04 Die sind zwischen 25 und 50 kg schwer und werden dann zu hunderten...
4:09 ...in die Tequila-Fabriken gefahren.
4:11 Dort werden sie geröstet bei 65-80°C, während bis zu 36 Stunden.
4:19 Danach werden sie gemahlen. Daraus entsteht eine dicke Flüssigkeit,
4:23 die man dann spontan gären lässt.
4:26 Die Flüssigkeit wird dann destilliert. Als Resultat erhält man den Tequila,
4:32 den Agavenschnaps, den wir heute in fast allen Läden kaufen können.
4:38 Es gibt unterschiedliche Qualitäten,
4:40 wie es auch bei unseren Schnäpsen der Fall ist.
4:44 Trinken kann man ihn pur, also einfach einen Schluck.
4:48 In Mexiko nimmt man meist noch eine Prise Salz dazu ....
4:50 ...und einen Zitronenschnitz
4:52 Natürlich kann man ihn auch für die Herstellung von Drinks verwenden.
4:56 Der Bekannteste ist sicher der "Margarita" genannte:
4:58 Dieser enthält Limettensaft, Orangenlikör und eben Tequila.
5:02 Er ist wunderbar, um einen lauen Sommerabend ausklingen zu lassen.
5:09 Dabei denkt niemand mehr an die Tequila-Agave, so wie sie hier steht.
5:17 Die zweite Pflanze, die ich heute vorstelle,
5:20 ist die echte Heil-Aloe, Aloe vera. Das ist die Pflanze hier.
5:26 Die Gattung Aloe umfasst ca. 600 verschiedene Arten.
5:29 Die meisten davon sind in Afrika zuhause.
5:32 Ein paar wenige auch auf der Arabischen Halbinsel, und ...
5:34 Eine rechte Auswahl gibt es auch noch in Madagaskar.
5:38 Aloe vera wird schon seit alten Zeiten genutzt und kultiviert - ...
5:43 ... schon so lange, dass man heute gar nicht mehr genau weiss,
5:45 wo sie ursprünglich einmal zuhause war.
5:47 Vermutlich stammt sie von der Arabischen Halbinsel,
5:49 weil ihre nächste Verwandte, nämlich Aloe officinalis,
5:53 in Saudi-Arabien und in Jemen zuhause ist.
5:55 Aloe officinalis blüht allerdings im Gegensatz zu Aloe vera orangegelb.
6:01 Aloe vera hat eine rein gelbe Blütenfarbe.
6:05 Aloe vera gehört zu den Heilpflanzen, die man schon sehr lang nutzt.
6:10 Sie ist auch abgebildet im ältesten erhaltenen griechischen Kräuterbuch,
6:14 der "Materia Medica" von Dioskorides,
6:16 die im Jahr 512 gezeichnet und geschrieben worden ist.
6:20 Aloe vera wird ganz unterschiedlich genutzt.
6:23 Es gibt auch noch andere Aloe Arten, die man ebenfalls nutzen kann.
6:26 Man muss aber auch aufpassen, denn es gibt ein paar tödlich giftige...
6:29 ... Aloe Arten, vor allem im östlichen Afrika.
6:33 Traditionell wurde Aloe vera als Mittel zur Blutreinigung genutzt.
6:38 Das ist eine Umschreibung für Abführmittel,
6:40 Und das ist auch eine gut belegte Nutzungsmöglichkeit.
6:44 Auch heute noch ist Extrakt aus Aloe vera ...
6:46 ... in vielen pflanzlichen Abführmitteln enthalten.
6:50 Eine weitere gut belegte Nutzung Von Aloe vera ist...
6:53 ... das Verwenden von aufgeschnittenen Blättern als Wundpflaster.
6:55 Bei Sonnenbrand zum Beispiel oder bei einfacheren kleineren Verletzungen.
7:00 Seit Mitte des letzten Jahrhunderts ist eine neue Verwendung dazugekommen:
7:05 Nämlich die Verwendung des Blattsaftes als wahrer Gesundbrunnen...
7:09 ... zur Heilung aller möglichen und unmöglichen Gebresten.
7:13 Dank geschicktem Marketing ist das heute...
7:15 ... ein 100 Millionen-Franken-Geschäft jedes Jahr.
7:19 Für die Herstellung des Blattsaftes wird Aloe vera in...
7:22 ... grossen Plantagen angebaut.
7:24 Aber nicht dort, wo sie ursprünglich herkommt,
7:26 sondern zum Beispiel in Costa Rica, Mexiko oder den Kanarischen Inseln.
7:32 Zur Gewinnung des Blattsaftes...
7:34 ... erntet man die Blätter der kultivierten Pflanze.
7:37 Man schneidet oder reisst sie ab.
7:41 So sieht dann ein ganzes Blatt aus.
7:45 Verwendet wird das Blattinnere.
7:48 Diesen Teil hier, den sukkulenten Wasserspeicher.
7:53 Dieser Teil ist problemlos essbar.
7:56 Aufpassen sollte man aber, wenn gelblicher Saft austritt:
8:00 Das ist der Teil des Aloe-Blattes, der abführend wirkt.
8:04 Zur Herstellung des Blattsaftes werden die Blätter industriell "filetiert".
8:09 Dafür sind Maschinen entwickelt worden.
8:11 Diese schneiden den äussern Teil weg, und unten natürlich auch.
8:17 Übrig bleibt danach eben gewissermassen das "Filetstück", also dieser Teil hier:
8:24 Es ist recht schleimhaltig und besteht beinahe 100% aus Wasser.
8:30 Es ist eben der Wasserspeicher des sukkulenten Blattes.
8:33 Das Filet wird dann ausgepresst.
8:36 Der Saft, der dabei entsteht, wird gefiltert und abgefüllt,
8:42 vielleicht noch mit etwas Zitronensaft oder Zitronensäure versehen.
8:45 Danach ist der Heiltrank schon fertig.
8:48 Und so kommt das ganze nachher auf den Markt als ...
8:51 Aloe vera-Saft. Und den soll man jeden Tag geniessen.
8:57 2 oder 3 oder 4 Esslöffel, pur oder mit etwas Wasser verdünnt.
9:02 Und das soll dann praktisch alle Gebresten heilen.
9:08 Es soll sehr gesund sein. Und vielleicht auch noch blutreinigend ...
9:11 ... ich hoffe nicht allzu stark.
9:13 Ahh - Genuss ist etwas Anderes, würde ich sagen.
9:17 Aber wenn es für eine gute Heilung ist, wieso nicht.
9:25 Hier stehen wir bei der dritten Sukkulente zum Genuss aus dem Glas,
9:28 die ich heute vorstellen möchte.
9:31 Es geht um die Pflanze hier:
9:32 Das ist der Afrikanische Baobab, oder Affenbrotbaum.
9:37 Baobab ...? Genau, das ist die Pflanze, die sie vielleicht...
9:39 aus dem Französischunterricht kennen, aus Saint-Exupéry's ...
9:42 ... Geschichte "Le Petit Prince",
9:44 in der der Baobab eine ganz prominente Rolle spielt.
9:48 Der Afrikanische Baobab ist in Afrika recht weit verbreitet:
9:51 Im südlichen und östlichen Afrika bis weit in Richtung der Sahara.
9:56 Es ist ein weit verbreiteter, massiv gross werdender Baum.
9:59 Ausgewachsene Stämme können mehr als 5 Meter Durchmesser erreichen ...
10:02 ... also mehr als unser Gewächshaus hier breit ist.
10:05 Die Bäume können bis zu 20 Meter hoch werden.
10:07 Da ist unser Exemplar hier schon eher noch etwas kläglich.
10:12 Es kam 1968 zu uns. Leider wissen wir nicht, ob als Sämling oder Same.
10:17 Aber seit 1968 ist das hier, was sie seither gewachsen ist.
10:23 Es ist auch gut, dass sie langsam wächst ...
10:24 ... sonst hätte sie gar keinen Platz Im Gewächshaus
10:27 Der Afrikanische Affenbrotbaum kann sehr sehr alt werden.
10:31 Die ältesten, gemessenen Exemplare im nördlichen Südafrika...
10:34 ...sind 1835 Jahre alt.
10:36 Man hat das Holz entsprechend untersucht.
10:39 Viele der grossen Exemplare sind sicher mehrere 100 ...
10:42 ...bis vielleicht leicht über 1000 Jahre alt.
10:45 Affenbrotbäume gibt es insgesamt 8 Arten.
10:48 Eine ist in Afrika zuhause,
10:50 eine in Australien und die übrigen 6 in Madagaskar.
10:54 Alle sind dickstämmige Bäume, mit ganz massiv verdickten Stämmen.
11:00 Sie sind die grössten Sukkulenten überhaupt.
11:03 Das Wasser, das wird da im Stamm drin gespeichert.
11:06 Der Stamm besteht aus über 80% aus Wasser.
11:09 Das Wasser, das wird auch gebraucht,
11:12 um während der Trockenzeit Blüten und Früchte zu produzieren,
11:15 aber auch um Blätter auszutreiben, bevor wieder neue Regenfälle kommen.
11:19 Das Holz ist, wenn es dann trocken ist, absolut leicht,
11:22 porös und faserig.
11:25 Der Rest war eben das Wasser, das hier nun verdunstet ist.
11:30 Der Affenbrotbaum ist eine vielfältige Nutzpflanze,
11:33 schon seit ursprünglichsten Zeiten.
11:37 Man hat brauchte ihn zum Beispiel als Schattenspender auf dem Dorfplatz,
11:40 um Versammlungen darunter abhalten zu können.
11:42 Die Blätter kann man als Gemüse verwenden, wie Spinat zum Beispiel,
11:45 oder auch als Teil von Eintöpfen und Suppen.
11:48 Für das heutige Thema "Sukkulenten im Glas" sind ...
11:52 ... natürlich die Früchte besonders spannend und interessant.
11:55 Die Früchte sind riesige Kapseln, die aus der Baumkrone heraushangen.
12:02 Sie können sehr unterschiedlich sein ...
12:04 in der Grösse - recht klein oder auch manchmal sehr gross.
12:09 Das ist sicher eines der grösseren Exemplare.
12:11 Die Früchte enthalten einerseits ein Fruchtfleisch.
12:15 Das ist hier jetzt bereits verschwunden.
12:17 Und andererseits auch die Samen.
12:19 Genutzt wird sowohl das Fruchtfleisch als auch die Samen.
12:23 Das Fruchtfleisch kann man so essen wie es ist.
12:26 Die Samen kann man rösten. Sie sind sehr ölreich.
12:30 Man kann daher auch ein Öl daraus gewinnen.
12:32 Für das Thema "Sukkulente Nutzpflanzen Im Glas" spielt ...
12:35 ... das Fruchtfleisch die Hauptrolle.
12:37 Es wird in kleinerem Stil für den lokalen Gebrauch produziert,
12:43 aber mittlerweile auch schon fast im industriellen Stil für den Export.
12:47 Es wird getrocknet und pulverisiert.
12:49 Baobab-Fruchtpulver kann man mittlerweile auch bei uns ...
12:54 ...auf dem europäischen Markt finden, in ganz unterschiedlicher Verpackung.
12:58 Das kann man für spannende Getränke brauchen.
13:01 Man kann es ins Müesli und ins Joghurt rühren.
13:04 Es soll absolut gesund sein. "Superfood" und "Genusskick" - das sind Begriffe,
13:10 die man findet, wenn man die Werbung für Baobab-Fruchtpulver anschaut.
13:14 Es soll sogar beim Abnehmen helfen,
13:16 was in Anbetracht der dicken Stämme schon fast ein Paradox ist.
13:21 Zum Geniessen nimmt man das Fruchtpulver und ...
13:25 ... rührt es beispielsweise mit Wasser an ...
13:29 ... und kann so ein Getränk daraus produzieren.
13:36 Das soll auch sehr nahrhaft sein,
13:40 Und es besitzt recht viele Kalorien,
13:42 und viele Ballaststoffe. Es soll sehr erfrischend sein, und ...
13:46 es hat auch viel Vitamin C drin.
13:48 Und ich denke, einen solchen Drink haben wir jetzt auch verdient,
13:51 nach dem wir jetzt am Ende dieses Rundgangs ankommen.
13:56 Zum Wohl! - es schmeckt ganz gut!
13:59 Bei anderen Produkten, die ich heute vorgestellt habe,
14:01 war das ein bisschen fraglich.
14:04 Wenn Ihnen das jetzt alles ein bisschen zu gesund vorkommt,
14:06 dann denken Sie zurück an die erste Pflanze,
14:09 die ich Ihnen vorgestellt habe, die Tequila-Agave.
14:12 Es muss ja nicht gerade ein Tequila sein.
14:13 Es könnte ja auch einfach ein Löffelchen Agavendicksaft sein.
14:17 Damit sind wir ganz am Ende des heutigen Rundgangs angekommen.
14:20 Ich habe Ihnen 3 Pflanzen vorgestellt, die man als Getränk geniessen kann:
14:25 Die Tequila-Agave, Aloe vera und zum Schluss der Baobab.
14:30 Ich danke vielmals für Ihre Aufmerksamkeit und freue mich,
14:34 wenn Sie wieder einmal bei einem Rundgang dabei sind. Auf Wiedersehen.

Rundgang Nutzpflanzen «Der Feigenkaktus und seine Bedeutung»

Ein Rundgang durch die Sammlung zur Bedeutung des Feigenkaktus mit dem Botaniker Felix Merklinger. Eine Veranstaltung im Rahmen der Matineenreihe «Sukkulente Nutzpflanzen».

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Aussäen von Kakteen: Tipps vom Profi für zuhause (Deutsch)

Ein Reviergärtner der Sukkulenten-Sammlung Zürich zeigt das Vorgehen der Aussaat von Kakteensamen und das spätere Pikieren der Jungpflanzen.

Growing cacti from seed: Expert tips for the hobbyist (English)

A master gardener working at the Zurich Succulent Plant Collection shows how to sow cactus seeds and how to repot the young cacti later on.

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