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Ohne Titel, 1952­1970

Ohne Titel, 1952–1970
Silbergelatineabzüge, 30 Fotografien aus -Altstetten und Albisrieden / Bistro am Chilehügel, Pfarrhausstrasse 21, 8048 Zürich / Öffnungszeiten: Dienstag – Freitag (8.30 – 17.00 Uhr ), Samstag (9.00 – 16.00 Uhr) / Achtung: Betriebsferien vom 20.7. bis 2.8.2015

Rob Gnant (*1932, CH) verfolgte mit seiner Fotografie das Anliegen, Soziales mit Ästhetischem zu verknüpfen. Seine häufig in Schwarz-Weiss gehaltenen Bilder sind durchdrungen von hoher ästhetischer und dokumentarischer Qualität und stehen in der Tradition des wirklichkeitsnahen und gesellschaftskritischen Bildjournalismus. Während 20 Jahren, von 1953 bis 1973, war Gnant freier Mitarbeiter der Illustrierten Die Woche, für die zahlreiche Fotoreportagen entstanden. Schwerpunkte bildeten dabei die verschiedenen Arbeitswelten, die Aussenseiter der Gesellschaft sowie das Leben auf dem Land. Gnant lenkt den Blick der Betrachter auf das Aussergewöhnliche und Schöne im Alltäglichen. Brisante Themen von damals – der Gegensatz von Stadt und Land, die Verstädterung der Schweiz und die Neuerungen nach dem Krieg – beschäftigten den Fotografen.

Gnant, der noch heute in Albisrieden lebt, ging seinem Metier auch in seinem unmittelbaren Umfeld nach. So können in der Ausstellung im Bistro am Chilehügel in Altstetten vier lokale Themenfelder gezeigt werden: Momentaufnahmen aus dem Schlachthof (1963) und der SBB-Werkstätte (1972), Fotografien aus Albisrieden und Altstetten im Winter (1956) sowie eine im April 1961 entstandene Fotoreportage für Die Woche. «Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr» lautete die Artikelüberschrift,  die dem Gedicht Herbsttag (1902) von Rainer Maria Rilke entnommen ist. Gnant rapportierte mit eindringlichen Bildern den Umzug einer Familie aus dem ärmlichen Langstrassenquartier ins moderne Altstetten.

Seit 1962 ist Gnant auch als Kameramann, Regisseur und Produzent tätig. Mit Alexander J. Seiler gewann er 1963 in Cannes mit dem Film A fleur d’eau (dt. In wechselndem Gefälle) die Goldene Palme in der Kategorie Kurzfilm. Der Film war im Auftrag der Schweizerischen Verkehrszentrale entstanden. Insgesamt hat Gnant als Kameramann 26 Dokumentar und fünf Spielfilme sowie als Regisseur und Produzent zwei Informationsfilme realisiert. Dabei hat er die Fotografie nie aufgegeben. Sein fotografisches Œuvre umfasst mehr als 200.000 Negative und wurde an die Fotostiftung Schweiz in Winterthur übergeben. Anna Vetsch

Courtesy Fotostiftung Schweiz, Winterthur

Dank an: Peter Pfrunder, Katharina Rippstein, Rosa Schamal, Bistro am Chilehügel, Reformierte Kirche Zürich-Altstetten

English Version

With his photography, Rob Gnant (b. 1932, Switzerland) has pursued a desire to connect the social with the aesthetic. His frequently black-and-white images are permeated by a high level of aesthetic and documentary quality, and adhere to the tradition of realistic socio-critical photojournalism. For 20 years, from 1953 to 1973, Gnant worked on a freelance basis for the illustrated newspaper Die Woche, producing numerous photo-reportages. Here, Gnant focused on different work environments, society’s outsiders and rural life, drawing the observers’ attention to the unusual and the beautiful in everyday life. Delicate topics from that era (the contrast between city and country, the urbanisation of Switzerland and the post-war reforms) preoccupied this photographer.

Gnant, who still lives in Albisrieden today, has also pursued his profession in his immediate environment. Thus, in the exhibition at Bistro ufem Chilehügel in Altstetten, four local themes are shown: snapshots from the abattoir (1963) and from the Swiss Federal Railways workshop (1972), photographs from Albisrieden and Altstetten in winter (1956), and a photo-reportage produced for Die Woche in April 1961. The title of the article, “Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr” (Whoever has no house now, will never build one) is taken from the 1902 poem Herbsttag (Autumn Day) by Rainer Maria Rilke. With powerful images, Gnant reported on a family moving from the poor Langstrasse neighbourhood to modern Altstetten.

Since 1962, Gnant has also worked as a cameraman, director and producer. Together with Alexander J. Seiler, he won the 1963 Palme d’Or in the short film category in Cannes for the film A fleur d’eau, which was commissioned by the Swiss National Tourist Office. As a cameraman, Gnant has realised a total of 26 documentary films and five fictional films. He has also directed and produced two information films. However, he has never given up photography. His photographic œuvre comprises more than 200,000 negatives and has been handed over to the Swiss Foundation of Photography in Winterthur. Anna Vetsch

Courtesy of the fotostiftung schweiz, Winterthur

Thanks to Peter Pfrunder, Katharina Rippstein, Rosa Schamal,
Bistro am Chilehügel, Reformierte Kirche Zürich-Altstetten

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