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Hardturmstrasse

stadt-zuerich.ch/hardturmstrasse

Anfang 2022 startete die Projektierung für ein neues Sanierungsprojekt. Die Projektentwicklung einer grundlegend neuen Oberfläche inklusive Werkleitungen nimmt aufgrund der Grösse und Komplexität mindestens vier bis fünf Jahre in Anspruch. Die Umsetzung des Sanierungsprojekts ist für 2027 geplant. 

Die Hardturmstrasse während der Umsetzung der Sofortmassnahmen

Projektziele

Das Sanierungsprojekt verfolgt eine aufgewertete und auf verkehrlicher Koexistenz beruhende Strasse mit Tempo 30. Dabei sollen nebst den zahlreichen verkehrlich-funktionalen Ansprüchen auch grosszügige, attraktive und grüne Strassenbereiche entstehen. Nebst der Reduktion des Durchgangsverkehrs und den damit verbundenen Emissionen wie Lärm, Abgas, Feinstaub sollen speziell die Klimaziele der Stadt verfolgt werden. 

Situation

Der Projektperimeter des neuen Sanierungsprojekts Hardturmstrasse erstreckt sich von der Kreuzung mit der Pfingstweidstrasse im Westen bis zur Kreuzung mit der Förrlibuckstrasse im Osten, Höhe Fischerweg/Ampèresteg. Die Förrlibuckstrasse zwischen der Hardturmstrasse West und der Duttweilerstrasse wird in die Gesamtbetrachtung miteinbezogen.

Der Perimeter ist rot markiert.

Mitwirkung Bevölkerung

Sowohl im Rahmen der Sofortmassnahmen als auch bei der Erarbeitung des Sanierungsprojekts wird grossen Wert auf eine offene, transparente Information der Bevölkerung gelegt. Eine Dialoggruppe, bestehend aus Quartier-, Gewerbe-, und Grundeigentümervertretungen, arbeitet bereits mit der Stadt zusammen. Es werden regelmässige Austauschsitzungen durchgeführt.

Aktuelle Mitglieder der Dialoggruppe:

  • Quartierverein 5 Industrie
  • IG Hardturm
  • Bau- und Wohnungsgenossenschaft Kraftwerk1 
  • Gewerbeverein Kreis 5 Zürich-West
  • Verein Grundeigentümer Zürich West

Das Tiefbauamt wird beim Beteiligungsprozess durch das Büro für Sozialraum und Stadtleben des Sozialdepartements unterstützt.

Weiter ziehen wir auch für das Sanierungsprojekt nach Möglichkeit die Bevölkerung in den Planungsprozess ein.

Informationsmöglichkeiten

Wenn Sie regelmässige Informationen über den Fortschritt des integralen Bauprojekts wünschen, haben Sie vier Möglichkeiten:

  • Via diese Website
  • Beteiligte Organisationen der Dialoggruppe: Sie wenden sich mit Ihren Anliegen an die oben genannten Organisationen
  • Veranstaltungen im Quartier: Informationen zum Projektstand werden an öffentlichen Veranstaltungen übermittelt
  • Tiefbauamt: Selbstverständlich stehen wir vom Tiefbaumt der Stadt Zürich für Fragen und Anliegen Ihrerseits ebenfalls zur Verfügung.

Vorgeschichte

Für die Ausarbeitung eines Vor- und Bauprojekts für Strassen-, Kanal- und Gleisbau sowie Gestaltungsmassnahmen in der Hardturmstrasse, Abschnitt Förrlibuckstrasse West bis Hardturmrampe, wurde mit dem Stadtratsbeschluss STRB Nr. 211/2018 ein Kredit von 2 Millionen Franken gesprochen. Da befürchtet wurde, der Kanal würde der mit dieser Oberflächengestaltung einhergehenden baulichen Belastung nicht standhalten, bewilligte der Stadtrat einen Ausführungskredit von 23,06 Millionen Franken (STRB Nr. 1052/2019). Damit hätte der Kanal vor der Neugestaltung der Strassenoberfläche saniert werden sollen.

Der Stadtrat verzichtet gemäss Stadtratsbeschluss STRB Nr. 712/2021 nun gänzlich auf das Sanierungsprojekt der Hardturmstrasse von 2018. Bereits geleistete Planerungsarbeiten werden abgeschrieben. Die noch nicht genutzten Gelder werden abgeschrieben. Das Projekt wird von Grund auf neu geplant. Die bisher erarbeiteten Unterlagen bilden jedoch eine wesentliche Grundlage für die neuen Projektierungstätigkeiten.

Mehrere Gründe haben nun zum Entscheid geführt, das Strassenbauprojekt Hardturmstrasse zu stoppen und neu zu planen. Ein Postulat des Gemeinderats (GR Nr. 2020/471) möchte sowohl durch Sofortmassnahmen als auch im langfristigen Projekt die Hardturmstrasse wirksam vom Durchgangsverkehr entlasten. Das Sanierungsprojekt von 2018 hätte diese Anforderung nicht gewährleisten können. Die Strassenraumaufteilung basierte mehrheitlich auf der heutigen Tramlage. Die nördlichen Trottoirbereiche wären eng und unattraktiv geblieben. Die heutige Trennwirkung der Fahrbahn in Verbindung mit dem Tramtrassee hätte fortbestanden. Bäume hätten nur einseitig und nicht durchgehend Platz gefunden. Weiter äusserten Anwohnende Zweifel an der Sicherheit des separaten Zweirichtungsvelowegs entlang des Tramtrasses und des Schulwegs, sowie an der Verbesserung der Verkehrsbelastung. Daher überprüften die Dienstabteilung Verkehr und das Tiefbauamt eine Optimierung der Strassenraumgestaltung und erarbeiteten ein neues Projekt. Die Aufträge der Planenden aus dem Projektierungskredit aus dem STRB Nr. 211/2018 konnten noch zu Ende geführt werden. Die gesamthaft getätigten Ausgaben von 1 962 334 Franken werden abgeschrieben. Die bisher erarbeiteten Unterlagen bilden wesentliche Grundlagen für die neu aufzugleisenden Arbeiten. 

Termine

  • Tiefbauamt: Umsetzung Sofortmassnahmen Frühling/Sommer 2022

Sofortmassnahmen 2022

Die Stadt setzt bis Mitte Juli 2022 Sofortmassnahmen mit dem Ziel um, den Durchgangsverkehr zu reduzieren und die signalisierte Höchstgeschwindigkeit besser einzuhalten. Das heutige verkehrsorientierte Erscheinungsbild der Strasse soll entschärft und der Quartierstrassencharakter gestärkt werden. Die Sofortmassnahmen überbrücken bis zur Gesamtsanierung und liefern wichtige Erkenntnisse für die Projektentwicklung.

Hindernisfreier Ausbau der Tramhaltestellen durch die VBZ

Rollstuhlfahrer steigt selbstständig in ein Tram der VBZ

Die Haltestelle «Bernoullihäuser» wird mit teilweise erhöhten Haltekanten ausgebaut. Davon profitieren insbesondere Fahrgäste im Rollstuhl, die die Haltestelle neu autonom nutzen können. Ebenfalls hindernisfrei ausgebaut wird die Haltestelle «Fischerweg» in Fahrtrichtung stadteinwärts. Stadtauswärts kommt am Fischerweg die mobile Rampe der Trams mit Personalhilfe zum Einsatz, weil hohe Haltkanten dort aus technischen Gründen zur Zeit nicht möglich sind. Der hindernisfreie Ausbau wird im Herbst 2023 umgesetzt. Ein durchgehender Ausbau aller Haltekanten ist im Rahmen des Gesamtsanierungsprojektes vorgesehen.

Neuaufteilung der Fahrspuren

Durch eine Neuaufteilung der Fahrspuren und Banketten in der Fahrbahn wird der motorisierte Individualverkehr (MIV) gebremst. Der markierte Mittelstreifen wird auf weiten Abschnitten entfernt, sodass eine sogenannte Kernfahrbahn entsteht. Die Velostreifen werden in diesen Bereichen mit einer Breite von 2,20 m markiert. Mit vier Fahrbahnengstellen, wo jeweils nur Platz für ein Auto bleibt, wird der MIV gezwungen langsam zu fahren, anzuhalten und gegebenenfalls dem Gegenverkehr Vortritt zu lassen. Velofahrende werden dabei nicht tangiert, da sie ausserhalb der Engstelle ungehindert weiterfahren können. Als Pilotversuch wird entlang des Fahrbahnrandes ein durchgehend 40 cm breites, grünes Farbband markiert. Damit testet die Stadt die Erkennbarkeit und Wirkung von künftigen Velovorzugsrouten. 

Bei der Kreuzung Förrlibuckstrasse Ost wird die bestehende Fussgängerschutzinsel zurückgebaut, damit der Velostreifen von 1,25 m auf mindestens 1,80 m verbreitert werden kann. Die Verkehrssteuerung wird so angepasst, dass Zufussgehende dort nicht mehr auf eine Schutzinsel angewiesen sind. Die Vortrittsverhältnisse im Knotenbereich werden der Strassenhierarchie angepasst. 

Im Abschnitt Förrlibuckstrasse West bis Höhe Hardeggsteg führen zwei Fahrspuren stadtauswärts. Damit die Radstreifen Platz auf der Fahrbahn finden und das Trottoir gänzlich für Zufussgehende frei gegeben werden kann, wird eine Fahrspur aufgehoben. Höhe Hardeggsteg wir eine neue Fuss-/Veloquerungsstelle samt Schutzinseln eingerichtet. 

Bild von einer Ampel für Veloverkehr und Fahrverbotsschild für Lastwagen und Cars

Damit der Veloverkehr an den bestehenden Lichtsignalanlagen künftig priorisiert werden kann, werden stadteinwärts beim Knoten Förrlibuckstrasse Ost und West zusätzliche Veloampeln angebracht. Im ganzen Abschnitt werden die Lichtsignalanlagen künftig so gesteuert, dass für den MIV keine grüne Welle entsteht und der Veloverkehr bevorzugt wird.
Ein Fahrverbot für Lastwagen und Cars ergänzen diese Massnahmen. Der Zubringerdienst zum Gebiet ist weiterhin gestattet.

Risse im Strassenbelag

An vereinzelten Stellen werden die schadhafte Beläge ersetzt (etwa 1200 m2). Mit diesen Reparaturen kann nicht bis zum neuen Strassenbauprojekt zugewartet werden.

Möblierung Trottoir Süd

Das südliche Trottoir wird an drei Örtlichkeiten mittels Sitzgelegenheiten, Pflanzkisten, Tisch-Bank-Kombination und Spielangeboten wie Tischtennistische und Boccia-Bahn aufgewertet. Auf Wunsch des Quartiers werden zwei Draisinen auf die Industriegleise gestellt und können von der Bevölkerung für verschiedene Aktionen genutzt werden.
Die Möblierung wird teilweise aus Beton Off Cut Elementen erstellt, die mit Holz beplankt werden. Im Sinne der Nachhaltigkeit werden diese Betonabbruchplatten in der Hardturmstrasse als Sitzgelegenheiten zwischengenutzt und danach recycelt. 100 neue Veloabstellplatze ergänzen das Angebot.
Die Aufwertung und Bespielung des Trottoirs wirkt auf den MIV zusätzlich bremsend und verändert das Erscheinungsbild der heute sehr verkehrsorientiert wirkenden Strasse.

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