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Hardturmstrasse

stadt-zuerich.ch/hardturmstrasse
Die Hardturmstrasse mit den FGSO-Markierungen

Anfang 2022 startete die Projektierung für ein neues Sanierungsprojekt. Die Projektentwicklung einer grundlegend neuen Oberfläche inklusive Werkleitungen nimmt aufgrund der Grösse und Komplexität mindestens vier bis fünf Jahre in Anspruch. Die Umsetzung des Sanierungsprojekts ist für 2027 geplant. Daher setzt die Stadt in der Zwischenzeit Sofortmassnahmen mit dem Ziel um, die Quartierstrasse vom Durchgangsverkehr zu entlasten und die Einhaltung der Geschwindigkeit zu verbessern.

Aktuell

Wirkungsanalyse

Die Realisierung aller Sofortmassnahmen konnten wir Anfang Oktober 2022 abschliessen. Bis Ende Oktober wurde eine Onlinebefragung der Bevölkerung durchgeführt. Wir bedanken uns für Ihre Teilnahme. Nebst der Onlinebefragung fanden Verkehrsmessungen statt, um die Wirksamkeit der Massnahmen auf die Geschwindigkeit sowie auf die Reduktion des Autoverkehrs zu erheben. Die Ergebnisse der Messungen und der Befragungen werden nun ausgewertet und demnächst auf dieser Website kommuniziert.

Übergabe ans Quartier

Treffen der Projektverantwortlichen mit dem Quartier (© Thomas Raosetta)

Am Donnerstag, 14. Juli 2022 übergab das Tiefbauamt dem Quartier bei einem gemeinsamen Spaziergang die Sofortmassnahmen. 

Sofortmassnahmen 2022

Die Stadt setzte bis Mitte Juli 2022 Sofortmassnahmen mit dem Ziel um, die Quartierstrasse vom Durchgangsverkehr zu entlasten und die Einhaltung der Geschwindigkeit zu verbessern. Das war auch der Wunsch des Quartiers. Die vor den Sofortmassnahmen verkehrsorientierte Strasse wurde quartierfreundlicher gestaltet. An vereinzelten Stellen ersetzte das Tiefbauamt die schadhaften Beläge. Die Sofortmassnahmen überbrücken bis zur Gesamtsanierung und liefern wichtige Erkenntnisse für die Projektentwicklung.

Neuaufteilung der Fahrspuren

Durch eine Neuaufteilung der Fahrspuren und Banketten in der Fahrbahn wird der motorisierte Individualverkehr (MIV) gebremst. Der markierte Mittelstreifen wurde auf weiten Abschnitten entfernt, sodass eine sogenannte Kernfahrbahn entsteht. Die Velostreifen wurden in diesen Bereichen mit einer Breite von 2,20 m markiert. Mit vier Fahrbahnengstellen, an denen jeweils nur Platz für ein Auto bleibt, wird der MIV gezwungen, langsam zu fahren, anzuhalten und gegebenenfalls dem Gegenverkehr Vortritt zu lassen. Dies erzeugt die gewünschte bremsende Wirkung. Velofahrende werden dabei nicht tangiert, da sie ausserhalb der Engstelle ungehindert weiterfahren können.
Als Pilotversuch wurde entlang des Fahrbahnrands ein 40 cm breites, grünes Farbband markiert. Damit testet die Stadt die Erkennbarkeit und Wirkung von künftigen Velovorzugsrouten. 

Kreuzung Förrlibuckstrasse Ost

Bei der Kreuzung Förrlibuckstrasse Ost baute das Tiefbauamt die bestehende Fussgängerschutzinsel zurück, um den Velostreifen von 1,25 m auf 1,80 m zu verbreitern. Die Verkehrssteuerung wurde so angepasst, dass Zufussgehende nicht mehr auf eine Schutzinsel angewiesen sind. 

Abschnitt Förrlibuckstrasse West bis Höhe Hardeggsteg

Im Abschnitt Förrlibuckstrasse West bis Höhe Hardeggsteg führten zwei Fahrspuren stadtauswärts. Damit die Radstreifen Platz auf der Fahrbahn finden und das Trottoir gänzlich für Zufussgehende frei gegeben werden kann, wurde eine Fahrspur aufgehoben. Auf Höhe Hardeggsteg richtete das Tiefbauamt eine neue Fuss-/Veloquerungsstelle mit Schutzinseln ein. 

Priorisierung der Velofahrer*innen

Veloampel an der Hardturmstrasse
Dank der Veloampel können die Velofahrenden vor den Autos losfahren.

Damit der Veloverkehr an den bestehenden Lichtsignalanlagen priorisiert werden kann, werden stadteinwärts beim Knoten Förrlibuckstrasse Ost und West zusätzliche Veloampeln angebracht. Im ganzen Abschnitt werden die Lichtsignalanlagen künftig so gesteuert, dass für den MIV keine grüne Welle entsteht und der Veloverkehr bevorzugt wird. Ein Fahrverbot für Lastwagen und Cars wird diese Massnahmen ergänzen. Der Zubringerdienst zum Gebiet wird weiterhin gestattet.

Möblierung Trottoir Süd

Das südliche Trottoir wertete das Tiefbauamt an drei Örtlichkeiten mit Sitzgelegenheiten, Pflanzkisten, Tisch-Bank-Kombination und Spielangeboten wie eine Boccia-Bahn auf. Auf Wunsch des Quartiers wurden zwei Draisinen auf die Industriegleise gestellt. Alle Elemente werden zwischengenutzt und können wiederverwendet oder recycelt werden. 100 neue Veloabstellplatze ergänzen das Angebot.

Hindernisfreier Ausbau der Tramhaltestellen durch die VBZ

Die Haltestelle «Bernoulli-Häuser» wird mit teilweise erhöhten Haltekanten ausgebaut. Ebenfalls hindernisfrei ausgestaltet wird die Haltestelle «Fischerweg» in Fahrtrichtung stadteinwärts. Stadtauswärts kommt die mobile Rampe der Trams mit Personalhilfe zum Einsatz, weil hohe Haltkanten aus technischen Gründen zurzeit nicht möglich sind. Der hindernisfreie Ausbau wird im Herbst 2022 umgesetzt.
Ein durchgehender Ausbau aller Haltekanten ist im Rahmen des Gesamtsanierungsprojekts vorgesehen.

Projektziele der Gesamtsanierung

Das neue Sanierungsprojekt verfolgt eine quartiergerechte, aufgewertete und auf verkehrlicher Koexistenz beruhende Tempo-30-Zone. Dabei ist der Strassenraum neu aufzuteilen und neu zu organisieren. Nebst den zahlreichen verkehrlich-funktionalen Ansprüchen und der Reduktion des Durchgangsverkehrs sind grosszügige und attraktive Bereiche zu schaffen. Die Wiederherstellung der ehemaligen Baumallee, hitzemindernde Massahmen, Begrünung, Entsiegelung, Flächen zum Begegnen und Verweilen stehen dabei im Vordergrund. 

Situation

Der Projektperimeter des neuen Sanierungsprojekts Hardturmstrasse erstreckt sich von der Kreuzung mit der Pfingstweidstrasse im Westen bis zur Kreuzung mit der Förrlibuckstrasse im Osten, Höhe Fischerweg/Ampèresteg. Die Förrlibuckstrasse zwischen der Hardturmstrasse West und der Duttweilerstrasse wird in die Gesamtbetrachtung miteinbezogen.

Der Perimeter ist rot markiert.

Mitwirkung Bevölkerung

Sowohl im Rahmen der Sofortmassnahmen als auch bei der Erarbeitung des Sanierungsprojekts wird grossen Wert auf eine offene, transparente Information der Bevölkerung gelegt. Eine Dialoggruppe, bestehend aus Quartier-, Gewerbe-, und Grundeigentümervertretungen, arbeitet bereits mit der Stadt zusammen. Es werden regelmässige Austauschsitzungen durchgeführt.

Aktuelle Mitglieder der Dialoggruppe:

  • Quartierverein 5 Industrie
  • IG Hardturm
  • Bau- und Wohnungsgenossenschaft Kraftwerk1 
  • Gewerbeverein Kreis 5 Zürich-West
  • Verein Grundeigentümer Zürich West

Das Tiefbauamt wird beim Beteiligungsprozess durch das Büro für Sozialraum und Stadtleben des Sozialdepartements unterstützt.

Weiter ziehen wir auch für das Sanierungsprojekt nach Möglichkeit die Bevölkerung in den Planungsprozess ein.

Vorgeschichte

Für die Ausarbeitung eines Vor- und Bauprojekts für Strassen-, Kanal- und Gleisbau sowie Gestaltungsmassnahmen in der Hardturmstrasse, Abschnitt Förrlibuckstrasse West bis Hardturmrampe, wurde mit dem Stadtratsbeschluss STRB Nr. 211/2018 ein Kredit von zwei Millionen Franken gesprochen. Da befürchtet wurde, der Kanal würde der mit dieser Oberflächengestaltung einhergehenden baulichen Belastung nicht standhalten, bewilligte der Stadtrat einen Ausführungskredit von 23,06 Millionen Franken (STRB Nr. 1052/2019). Damit hätte der Kanal vor der Neugestaltung der Strassenoberfläche saniert werden sollen.

Der Stadtrat verzichtet gemäss Stadtratsbeschluss STRB Nr. 712/2021 nun gänzlich auf das Sanierungsprojekt der Hardturmstrasse von 2018. Bereits geleistete Planungsarbeiten werden abgeschrieben. Die noch nicht genutzten Gelder werden abgeschrieben. Das Projekt wird von Grund auf neu geplant. Die bisher erarbeiteten Unterlagen bilden jedoch eine wesentliche Grundlage für die neuen Projektierungstätigkeiten.

Mehrere Gründe haben Anfang 2021 zum Entscheid geführt, das Strassenbauprojekt Hardturmstrasse von 2018 zu stoppen und neu zu planen. Ein Postulat des Gemeinderats (GR Nr. 2020/471) möchte sowohl durch Sofortmassnahmen als auch im langfristigen Projekt die Hardturmstrasse wirksam vom Durchgangsverkehr entlasten. Das Sanierungsprojekt von 2018 hätte diese Anforderung nicht gewährleisten können. Die Strassenraumaufteilung basierte mehrheitlich auf der heutigen Tramlage. Die nördlichen Trottoirbereiche wären eng und unattraktiv geblieben. Die heutige Trennwirkung der Fahrbahn in Verbindung mit dem Tramtrassee hätte fortbestanden. Bäume hätten nur einseitig und nicht durchgehend Platz gefunden. Weiter äusserten Anwohnende Zweifel an der Sicherheit des separaten Zweirichtungsvelowegs entlang des Tramtrasses und des Schulwegs, sowie an der Verbesserung der Verkehrsbelastung.   

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