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Qualität und Nutzung der öffentlichen Räume in der Stadt Zürich

Autor:
Helge Wiedemeyer (Stadtraum)

Letzte Aktualisierung:
10. September 2017

Ausgangslage

Das Interesse der Bevölkerung an der Nutzung und Gestaltung der öffentlichen Räume in der Stadt Zürich wächst kontinuierlich. Für die Qualitätskontrolle der städtischen Planungs- und Umsetzungsprozesse werden in diesen Zusammenhang die Daten zu den verschiedenen Aneignungs- und Nutzungsformen sowie zur Wahrnehmung der Stadträume durch die verschiedenen Nutzer und Nutzerinnen immer wichtiger. Es braucht ein Wissen darüber, was die Bevölkerung letztendlich über die Umgestaltung des öffentlichen Raums konkret meint. Welche Verbesserungswünsche werden gewünscht? Vor diesem Hintergrund führt das Tiefbauamt jährlich seit dem Jahr 2007 unter Einbezug der Bevölkerung an verschiedenen Orten sozialräumliche Untersuchungen durch.

Methodik

Im Grundsatz zielt eine sozialräumliche Untersuchung darauf ab, wichtige Erkenntnisse über die verschiedenen Aneignungs- und Nutzungsformen sowie die Wahrnehmung der Stadträume durch die jeweiligen Nutzer und Nutzerinnen zu erhalten. Je nach Untersuchungsort und thematischem Schwerpunkt der Baumassnahme bzw. Umgestaltung sind dabei unterschiedliche Fragestellungen relevant. Die Untersuchungen werden meist von externen Expertenteams durchgeführt. Im Folgenden werden einige Methoden kurz vorgestellt.

Befragungen
Den Einstieg bilden oft Befragungen der Nutzerinnen und Nutzern am zu untersuchenden Ort. Sie dienen dazu, repräsentative Aussagen zu den Meinungen der Bevölkerung bezüglich unterschiedlicher Themen zu erhalten. Neben Standardfragen, wie Angaben zur Person, Aufenthaltsgrund, Aufenthaltszeit und Aufenthaltshäufigkeit werden Themen wie «Was gefällt / Was gefällt nicht?» oder persönliche Wünsche zur Verbesserung abgefragt. Vor allem die Rückmeldung zur allgemeinen Zufriedenheit der Bevölkerung mit den getätigten Massnahmen soll dem Tiefbauamt helfen, den zukünftigen Erneuerungsprozess des öffentlichen Stadtraums noch positiver zu gestalten.

Teilnehmende Beobachtungen
Die Methode hat zum Ziel, die alltäglichen Handlungen der Menschen - unter direkter Anwesenheit von Forschenden - am konkreten Untersuchungsort zu beobachten und somit für eine sozialräumliche Erfassung zugänglich zu machen. Die durch Beobachtung entstehenden Momentaufnahmen erlauben einen wertvollen Einblick in das tatsächliche Alltagsgeschehen an einem Ort und geben somit Belege für Themenbereiche, die in Befragungen noch im Verborgenen lagen. Die Beobachtungen werden als Protokolle in Form eines beschreibenden Lauftextes dokumentiert.

Zählungen
Neben den Befragungsmodulen geben Zählungen wichtige Informationen zur Nutzung der befragten Stadträume. Meist werden dazu manuelle Zählungen durchgeführt, nach Möglichkeit aber auch Daten der automatischen Zählgeräte genutzt.

Untersuchte Stadträume

Seit dem Jahr 2007 werden vom Tiefbauamt der Stadt Zürich jährlich unterschiedliche Räume zur sozialräumlichen Untersuchung ausgewählt. Alle bisher untersuchten Orte sind in der Übersichtskarte dargestellt.

Erhebungen 2016 - Bucheggplatz und Röschibachplatz

Im Jahr 2016 wurden die beiden Orte Bucheggplatz und Röschibachplatz untersucht. An beiden Orten wurde eine Befragung der Bevölkerung durchgeführt. Der Röschibachplatz wurde zusätzlich mit der Methode einer Teilnehmenden Beobachtung untersucht, um die verschiedenen Aktivitäten, Nutzungen und Aneignungen, die auf dem Platz stattfinden, zu erfassen. Auf eine zusätzliche Zählung der Passantinnen und Passanten wurde am Röschibachplatz verzichtet. Am Bucheggplatz hingegen konnte auf die automatischen Zählungen des Fussverkehrs des Tiefbauamts (Mai-Juni) zurückgegriffen werden. Gezählt wurde einerseits auf der „Spinne“, andererseits auf dem Trottoir. Zusätzlich wurden im Juli 2016 weitere Kontrollzählungen durchgeführt, um allfällige Verzerrungen der automatisierten Zählgeräte zu korrigieren und den Veloanteil unter den erfassten Passantinnen und Passanten zu ermitteln.

Kennwerte der Befragungen 2016

 Geschlecht der befragten PersonenAltersgruppe der befragten PersonenWohnort der befragten PersonenTätigkeiten der befragten Personen
Häufigste Antwort am BucheggplatzWeiblich
(65 %)
25 – 64 Jahre
(63 %)
Im Quartier
(70 %)
Wohne in der Nähe
(70 %)
Häufigste Antwort am RöschibachplatzWeiblich
(59 %)
25 – 64 Jahre
(83 %)
Im Quartier
(72 %)
Wohne in der Nähe
(71 %)

Tabelle 1: Kennwerte der Befragungen 2016.

Projektbeschrieb Bucheggplatz

Der Bucheggplatz ist ein bedeutender Platz und Verkehrsknoten im Übergang vom Stadtzentrum nach Oerlikon. Charakteristisch sind die oberirdischen Fussgängerbrücken, die sich spinnenartig über den ganzen Platz spannen. Von den Quartierbewohnerinnen und -bewohnern bestand seit Längerem der Wunsch nach einer direkten und sicheren Fusswegverbindung zum stark genutzten Gemeinschaftszentrum Buchegg, die nun im Zuge der Umgestaltung umgesetzt werden konnte. Neben der neuen Fusswegverbindung, sind durch die Aufweitung des Weges neue platzartige Nischen entstanden, die zum Verweilen einladen. Zudem wurden im gesamten Bereich des Platzes neue Sitzbänke aufgestellt. Bunte Blumenrabatten steigern die Attraktivität und Aufenthaltsqualität. Durch die Entfernung des grossen Erdwalls wurde eine optische Öffnung des Platzes erreicht, so dass der Platz mit seiner markanten roten «Spinne» wieder besser erkennbar ist und die Plastik «Die Artisten», von Kurt Laurenz Metzler, entsprechend zur Geltung kommt. Als weitere Massnahmen wurden die Übergänge für den Fussverkehr und körperlich beeinträchtigte Menschen hindernisfrei umgestaltet, der Velounterstand erneuert sowie weitere Veloabstellplätze ergänzt.

Blick aus Osten auf neue Wegeverbindung. Vorher.
Blick aus Osten auf neue Wegeverbindung. Vorher.
Blick von Wartebereich auf neue Wegeverbindung. Vorher.
Blick von Wartebereich auf neue Wegeverbindung. Vorher.
Blick aus Osten auf neue Wegeverbindung. Nachher.
Blick aus Osten auf neue Wegeverbindung. Nachher.
Blick von Wartebereich auf neue Wegeverbindung. Nachher.
Blick von Wartebereich auf neue Wegeverbindung. Nachher.

Bucheggplatz - Fragestellungen der stadträumlichen Untersuchung

Am Bucheggplatz stand in erster Linie die Frage nach der Akzeptanz und dem Gefallen der Umgestaltung des Platzes im Vordergrund. Zudem wurde besonderes Augenmerk auf die Aneignung der neuen Wegverbindung zum Gemeinschaftszentrum (GZ) gelegt. Die Befragungen wurden im Mai 2016 durchgeführt.

Bucheggplatz – Ergebnisse der Zählungen

Insgesamt konnte von 130 angesprochenen Personen in drei bis fünf minütigen Befragungen die Meinung von 108 Personen (65% weiblich / 35% männlich) eingeholt werden, wovon die grosse Mehrheit der Befragten aus der unmittelbaren Nachbarschaft (70%) kam bzw. in der Stadt Zürich (96%) wohnte.

Unterm Strich war die grosse Mehrheit der befragten Personen (84%) mit dem Ergebnis der Umgestaltung des Platzes zufrieden. Insbesondere die neue Fusswegverbindung zum Gemeinschaftszentrum, die Vegetation (Blumen, Bäume) sowie die zentrale Lage des Platzes wurde als sehr positiv bewertet. Hingegen war der Verkehrslärm der am häufigsten genannte negative Punkt (19%). Den Charakter des Platzes als Umsteigeplatz des öffentlichen Verkehrs (70%) bestätigten die Antworten zu Aufenthaltsgrund und Aufenthaltsdauer. Insbesondere in den frühen Morgen- und Abendstunden ist der Platz stark frequentiert. Fast die Hälfte der Befragten (46%) gaben an, sich täglich auf dem Platz aufzuhalten, wobei der eigentliche Grund nicht der Aufenthalt selbst (Verweilen, Ausruhen, Lesen, Beobachten) ist (2%), sondern neben der Umsteigefunktion auch der Zugang zum Verkehr für weitere Nutzungen wie z.B. Einkaufen, Kinderbegleitung oder das Umsteigen vom Velo auf ÖV. Das unterstreicht auch die Funktion des Platzes als wichtigen Durchgangsort des täglichen Lebens.

Bucheggplatz – Ergebnisse der Befragungen

Circa ein Drittel der Bevölkerung gab an, dass sie den Platz täglich zu Fuss queren. Die Auswertung der automatischen Zählungen und der zusätzlichen Handmessungen bestätigen eine regelmässige Frequentierung des Bucheggplatzes durch den Fussverkehr. Zudem spiegeln sie die an Werktagen für einen ÖV-Umsteigeplatz typischen Tagesspitzen wieder (morgens zwischen 7 und 8 Uhr, abends zwischen 16 und 19 Uhr). Am Wochenende war der Tagesverlauf dagegen weniger von einzelnen Spitzen gekennzeichnet.

Die separat durchgeführten Handzählungen fanden auf der «Spinne» und auf dem Trottoir statt. Dabei wurden auf der «Spinne» während des gesamten Zeitraums im Durchschnitt knapp doppelt so viele Personen (45%) erfasst als auf dem Trottoir. Darüber hinaus zeigten die Messungen, dass rund jede dritte auf der «Spinne» erfasste Person mit dem Velo unterwegs war, während auf dem Trottoir der Veloanteil nur circa 2% betrug. Somit wird die Bedeutung der «Spinne» als Fussgänger und Veloverbindung und Kennzeichen des Platzes nochmals  bekräftigt.

Bucheggplatz

 AufenthaltsgrundAufenthaltshäufigkeitWas gefällt?Was gefällt nicht?
Häufigste AntwortUmsteigen vom / zum / innerhalb ÖV
(70 %)
Mehr als 10 mal wöchentlich
(46 %)
Blumen
(18 %)
Verkehr und Verkehrslärm
(19 %)
Rang 2Durchgang zu Fuss
(33 %)
Maximal einmal pro Woche
(20 %)
Bäume und Vegetation
(18 %)
Sitzmöglichkeiten
(10 %)
Rang 3Kinder zur Schule bringen
(5 %)
2 bis 4 mal wöchentlich
(19 %)
Gute ÖV-Verbindung und zentrale Lage
(10 %)
Kunst und Skulpturen
(7 %)
Rang 4Einkauf
(5 %)
5 bis 10 mal wöchentlich
(16 %)
Spinne
(7 %)
Bodenbelag
(7 %)
Rang 5Umstieg ÖV <-> Velo
(4 %)
 Sitzmöglichkeiten
(7 %)
Kurze Zeitfenster an Ampel
(5 %)

Tabelle 2: Resultate der Befragungen 2016 am Bucheggplatz, Mehrfachnennungen möglich.

Fazit Bucheggplatz

Die Ergebnisse der sozialräumlichen Untersuchung am Bucheggplatz spiegeln die Funktion des Platzes als Umsteigeplatz und Zustieg für den ÖV wieder. Somit kann festgestellt werden, dass die Wahrnehmung der Bevölkerung letztendlich auch die eigentliche Funktion des Platzes - als zentraler Umsteigeort mit guten Verkehrsanbindungen - abdeckt. Gleichzeitig erklärt sie auch die geringe Erwartungshaltung hinsichtlich seiner Funktion als Aufenthaltsort.

Die Massnahmen der Umgestaltung des Platzes führten in den Befragungen letztendlich zu einer sehr hohen Gesamtzufriedenheit (84%) bei den Nutzenden. Als positive Aspekte werden am häufigsten die Blumen und die Vegetation hervorgehoben, während der Verkehrslärm als besonders negativ eingeschätzt wird. Daher lässt sich resümieren, dass am Bucheggplatz mit den eingesetzten Ressourcen viel an Zufriedenheit der Bevölkerung erreicht wurde. Somit ist die Umgestaltung des Bucheggplatzes aus Sicht des Tiefbauamts erfolgreich verlaufen.

Projektbeschrieb Röschibachplatz

Der Röschibachplatz hat sich zum pulsierenden Zentrum des Wipkinger Quartiers entwickelt. Hier finden regelmässig Frisch- und Flohmärkte, Spielanlässe und im Sommer ein Openair-Kino statt. In enger Zusammenarbeit mit Anwohnenden, Quartier- und Gewerbeverein sowie lokalen Parteien wurde vor Beginn der Neugestaltung im Jahr 2015 intensiv am gemeinsamen Zukunftsbild des Platzes gearbeitet. Ziel war es, eine möglichst grosse freie Platzfläche für Quartieranlässe zu schaffen und deren Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Statt eines Asphaltbelags hat der Platz nun eine kiesige, wasserdurchlässige Materialisierung und ist etwas weniger stark geneigt. Zudem konnte die Fahrbahn dank der Einrichtung der Begegnungszone und des Einbahnregimes verschmälert werden, was dem Restaurant Nordbrücke mehr Platz für die Aussenbestuhlung bietet. Zudem führen die neuen Baumstandorte und die Verschiebung des Brunnens zu einer offeneren Platzfläche für viele alltägliche Nutzungen. Rund um die Bäume sind Sitzbänke für den Aufenthalt platziert.

Vogelschau auf Röschibachplatz. Vorher.
Vogelschau auf Röschibachplatz. Vorher.
Vogelschau auf Röschibachplatz. Nachher.
Vogelschau auf Röschibachplatz. Nachher.

Röschibachplatz - Fragestellungen der stadträumlichen Untersuchung

Am Röschibachplatz stand die Frage nach der allgemeinen Akzeptanz und dem Gefallen des neu gestalteten Platzes im Vordergrund. Dabei interessierten die neue Verkehrs- und Infrastruktursituation, die unterschiedlichen Formen der Aneignung und Aufenthaltsqualität des Platzes sowie der Umgang mit dem Wochenmarkt. Die Befragungen wurden an einem Werktag (Dienstag) und einem Wochenendtag (Samstag) durchgeführt.

Röschibachplatz – Ergebnisse der Befragungen

Am Röschibachplatz konnte von rund 250 angesprochenen Personen die Meinung von 207 Personen (59% weiblich / 41% männlich) eingeholt werden. Der Grossteil der Befragten (72%) wohnte in unmittelbarer Nähe oder anderswo in der Stadt Zürich (19%). Insgesamt war die grosse Mehrheit der befragten Personen (88%) mit der Neugestaltung des Platzes zufrieden. Dabei wurden vor allem die neuen Sitzmöglichkeiten (21%) und die allgemeine Belebung des Platzes (21%) als positiv hervorgehoben. Hingegen herrschten bezüglich der neuen Vegetation unterschiedliche Meinungen. Obwohl die Vegetation auf der positiven Seite (18%) am dritt häufigsten genannt wurde, rangierte das Fehlen von Grün (28%) auf der negativen Seite an erster Stelle. Hier war das zu Wenig an Vegetation und die geringe Anzahl der noch zu kleinen Bäume ausschlaggebend.

Befragt nach dem eigentlichen Grund des Besuchs auf dem Platz standen werktags vor allem die Nutzungen für den Aufenthalt an oberster Stelle (Verweilen, Ausruhen, Lesen, Beobachten, 38% / Picknick, Lunch, Essen, Trinken, 15%). Etwa ein Drittel der Befragten (33%) gab an, sich mehrmals täglich auf dem Röschibachplatz aufzuhalten, wobei der Samstag der am häufigsten frequentierte Tag der Woche und der Sonntag der Ruhigste war. Während der Befragung am Samstag fand zeitgleich der Flohmarkt statt, dementsprechend wurde dieser neben «Einkaufen» (34%) auch als häufigster Grund (54%) für den Besuch genannt. Etwa drei Viertel aller Befragten waren an diesem Tag öfters auf dem Platz unterwegs. Zuletzt bestätigen die Antworten in Bezug auf den «Durchgang zu Fuss» (27%), dass der Platz auch eine wichtige Verbindungsfunktion innerhalb des Quartiers übernimmt. Sonstige Nutzungen, wie «Treffen von Leuten» oder «Umsteigen auf ÖV» spielten unabhängig vom Wochentag eine eher untergeordnete Rolle.

Röschibachplatz – Ergebnisse der Teilnehmenden Beobachtung

Ein besonderes Augenmerk der teilnehmenden Beobachtung galt den Themen Aufenthalt,  Verkehr und Nutzung der Infrastruktur. Sie umfasste den Zeitraum von drei Wochen zwischen Ende August und Mitte September zu unterschiedlichen Wochentagen, Tages- und Abendzeiten. Über die Werktage wurde von 7.30 Uhr bis 20.00 Uhr beobachtet. Am Freitag fanden die Beobachtungen bis Samstagmorgen 1.00 Uhr statt. Am Wochenende wurde ausschliesslich der Samstag einbezogen.

Laut abschliessenden Bericht der Teilnehmenden Beobachtung lässt sich die Atmosphäre am Röschibachplatz als angenehm, vielseitig und belebt, aber nicht überlaufen beschreiben. Der Platz wird von Nutzenden jeglicher Alters- und Interessengruppen gleichermassen besucht. Diese heterogene Mischung verleiht dem Platz einen besonderen Charakter, der auch die Funktion des Quartierplatzes als Treffpunkt und Begegnungsort unterstreicht. Man sitzt oder liegt auf den Bänken in unterschiedlich langen Pausen oder passiert den Platz zu Fuss bzw. mit dem Velo. Während in den Morgenstunden und am Nachmittag der Platz überwiegend gequert wird, nehmen im Verlauf des Tages bzw. Abends die Verweildauer und die Gruppengrössen der Besuchenden zu. Die Beobachtungen lassen vermuten, dass sich einzelne Nutzende (flüchtig) kennen und im Quartier wohnhaft sind.

Zur angenehmen Aufenthaltsqualität tragen die beruhigte Verkehrssituation und die gut ausgebaute Infrastruktur bei. So laden die Sitzbänke zum Verweilen oder kurzen Innehalten ein und der Brunnen wird in der warmen Jahreszeit rege zur Erfrischung und als Trinkwasserspender genutzt. Dies alles zeigt sich in der Teilnehmenden Beobachtung und wird von den befragten Personen bestätigt, welche die Sitzmöglichkeiten, die Belebung des Platzes, die Funktion des Platzes als Treffpunkt sowie das schwache Verkehrsaufkommen als positiv hervorheben.

Röschibachplatz

 Aufenthaltsgrund an WerktagenAufenthaltsgrund an SamstagenAufenthaltshäufigkeitWas gefällt?Was gefällt nicht?
Häufigste AntwortVerweilen, ausruhen, lesen und beobachten
(38 %)
Flohmarkt
(54 %)
Mehr als 10 mal wöchentlich
(33 %)
Sitzmöglichkeiten
(20 %)
Zu wenig Bäume und Vegetation
(28 %)
Rang 2Durchgang zu Fuss
(27 %)
Einkauf
(33 %)
Maximal einmal pro Woche
(29 %)
Belebung
(20 %)
Verkehr und Verkehrslärm
(19 %)
Rang 3Verpflegung
(16 %)
Durchgang zu Fuss
(14 %)
2 bis 4 mal wöchentlich
(22 %)
Bäume und Vegetation
(18 %)
Bodenbelag
(18 %)
Rang 4Einkauf
(13 %)
Verpflegung
(4 %)
5 bis 10 mal wöchentlich
(16 %)
Als Treffpunkt
(16 %)
Zu wenig Schatten und zu heiss
(11 %)
Rang 5Umsteigen vom / zum / innerhalb ÖV
(9 %)
Leute treffen
(3 %)
 Wenig Verkehr und Verkehrslärm
(12 %)
Kargheit des Platzes
(10 %)

Tabelle 3: Resultate der Befragungen 2016 am Röschibachplatz, Mehrfachnennungen möglich.

Fazit Röschibachplatz

Die Ergebnisse der sozialräumlichen Untersuchung am Röschibachplatz spiegeln die Funktion des Platzes als wichtigen Treffpunkt im Wipkinger Quartier wieder. Das beweist u.a. die hohe Kenntnis über den partizipativen Prozess während der Vorbereitungsphase für die Umgestaltung - mehr als die Hälfte der lokalen Bevölkerung wusste davon. Zudem werden die regelmässigen Anlässe wie der Wochenmarkt, der Flohmarkt oder das Open Air Kino von der Bevölkerung als bedeutende Angebote wahrgenommen und daher sehr geschätzt. Daneben haben die offene Platzgestaltung mit den Sitzmöglichkeiten und der Verkehrsberuhigung dazu beigetragen, dass auch weitere Nutzergruppen wie z.B. Bocciaspieler oder Kinder gefördert werden. Die dadurch entstandene «Belebung» des Platzes für ein gemischtes Publikum wurde in den Befragungen als besonders positiv hervorgehoben und gewürdigt.

Bezüglich der neu angelegten Vegetation herrschen dagegen unterschiedliche Meinungen. Einerseits wurden die neuen Schattenplätze unter den Bäumen zwar sehr begrüsst, andererseits wurden die Bäume aber hinsichtlich ihrer Anzahl und Grösse als zu wenig bzw. zu klein wahrgenommen. Trotzdem ist die Zufriedenheit der Bevölkerung (88%) mit dem Platz sehr hoch und letztendlich auf die angenehme Atmosphäre und sehr gute Nutzungsbalance zurückzuführen. Vor diesem Hintergrund kann resümiert werden, dass die Umgestaltung des Röschibachplatzes zu einer Stärkung seiner Funktionen als Quartierplatz geführt hat und somit der Erneuerungsprozess aus Sicht des Tiefbauamts erfolgreich verlaufen ist.

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