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Bariatrische Chirurgie

Unter dem Begriff der bariatrischen Chirurgie fassen wir eine Gruppe von operativen Eingriffen zusammen, welche Patientinnen, Patienten mit erheblichem Übergewicht nachhaltig und dauerhaft bei der Gewichtsreduktion unterstützen können (bariatrisch: nach grch. Schwere, Gewicht).

Übergewichtige Menschen haben oft eine ganze Reihe von mehr oder weniger erfolgreichen Diätversuchen hinter sich, die nicht den gewünschten Erfolg erbracht haben, so dass hier die Chirurgie zur Unterstützung der nachhaltigen Gewichtsreduktion beitragen kann. Eine Umstellung der Lebens- und Essgewohnheiten ist jedoch auch mit einem chirurgischen Eingriff unabdingbar verbunden.

Was ist bei der Wahl des chirurgischen Verfahrens zu beachten?

In jedem individuellen Fall ist es wichtig, die Lebensgewohnheiten, die Essgewohnheiten und die Begleiterkrankungen des Patienten, der Patientin sorgsam zu evaluieren, da sich die chirurgischen Eingriffe in den Auswirkungen auf die Art und Weise der Reduktion der Kalorienaufnahme stark unterscheiden:

  • Ein Magenband/ Magenbanding empfiehlt sich eher für Menschen, die an Essattacken leiden und bei einzelnen Mahlzeiten unkontrolliert Nahrungsmittel zuführen - und weniger für Menschen, die ihre Kalorien hauptsächlich in Form von hochkalorischen Speisen wie Eiscreme, Schokolade, Sahne etc. aufnehmen. Ein Magenbanding wird nur mehr selten als Primäreingriff durchgeführt, weil es sehr häufig über die Jahre zu einer Magenbandunverträglichkeit und auch wieder zu einer Gewichtszunahme kommen kann. Die Anbringung eines Magenbands zählt jedoch zu den Vorreiteroperationen in der Chirurgie zur Unterstützung der Gewichtsreduktion.

  • Der Magenbypass ist momentan eine der Standardoperationen in der Adipositaschirurgie, die langfristig zu einer dauerhafteren Gewichtsreduktion führen kann. Der Eingriff ist im Kapitel Magenbypass näher beschrieben.

  • Die Bildung eines sogenannten Magenschlauchs / Magensleeves ist ein Verfahren zur Unterstützung der Gewichtsreduktion. Hierbei wird der sackförmige Magen zu einem Schlauch ausgedünnt. Dies führt neben der Reduktion des Fassungsvermögens des Magens auch zu einer Reduktion des Hungergefühls, da im entfernten Magenstück sich zahlreiche Zellen finden, die einen für das Hungergefühl verantwortlichen Botenstoff freisetzen, der nach dem operativen Eingriff nur noch in deutlich geringerer Menge im Blut zirkuliert. (Näheres dazu unter  Magensleeve-Resektion).

Folgen von Übergewicht

Übergewicht führt zu verschiedenen Folgeerkrankungen. So kommt es im Lauf der Zeit durch die übermässige Herz-Kreislaufbelastung zu einer generellen Erhöhung des Blutdrucks mit all seinen Folgeerscheinungen: Verkalkung und Verengung der Schlagadern, respektive ein deutlich ansteigendes Herzinfarkt- oder Schlaganfallrisiko. Zudem entwickelt sich bei stark übergewichtigen Menschen gehäuft ein Diabetes, da es durch die übermässige Kalorienzufuhr zu einer relativen Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse kommen kann, die dann nicht mehr in der Lage ist, entsprechend den eingenommenen Kalorien ausreichend Insulin freizusetzen.

Die Gruppe der Erkrankungen, die sich als Folge des starken Übergewichtes entwickeln, werden auch unter dem Begriff «metabolisches Syndrom» zusammengefasst. Gelingt es der betroffenen Person, ihr Übergewicht zu reduzieren, bessern sich die Blutdruck- und die Blutzuckersituation häufig derart, dass sie keiner weiteren Therapie (blutdrucksenkende Medikamente, Insulin, u.a.) mehr bedürfen.

Andererseits führen die Folgeerscheinungen des Übergewichtes auch bei jungen Menschen zu einem deutlichen Anstieg der Wahrscheinlichkeit, schwerwiegende Komplikationen wie einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden. Damit sinkt auch die Lebenserwartung merkbar.

Umstellen der Lebens- und Essgewohnheiten

Die Gewichtsabnahme kann dauerhaft nur über eine Reduktion der Kalorienzufuhr und über eine Steigerung des Kalorienverbrauches erfolgreich sein. Dies bedingt immer auch eine grundlegende Umstellung der Lebens- und Essgewohnheiten.

Übergewichtige Menschen haben oft eine ganze Reihe von mehr oder weniger erfolgreichen Diätversuchen hinter sich, die nicht den gewünschten Erfolg erbracht haben, so dass hier die Chirurgie zur Unterstützung der nachhaltigen Gewichtsreduktion beitragen kann. Auch für die chirurgischen Massnahmen zur Reduktion des Körpergewichtes gilt, dass eine Umstellung der Lebensgewohnheiten unabdingbar ist. Die Chirurgie kann die Gewichtsreduktion lediglich unterstützen.

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