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Die Chirurgie der endokrinen Drüsen

Hormone sind körpereigene Botenstoffe, die von Zellen in den Blutkreislauf abgegeben werden und an andere Körperzellen Informationen übermitteln, welche je nach der Konzentration des zirkulierenden Botenstoffes ihre eigene Aktivität steigern oder senken. Wir verfügen über eine schier unüberschaubare Anzahl solcher Botenstoffe, von denen wir noch lange nicht alle in ihrer komplexen Wirkung erforscht haben.

Die Summe der hormonproduzierenden Zellen wird als „endokrines System“ zusammengefasst (endokrin = nach innen abgebend, resp. die produzierten Substanzen werden von der Drüse direkt ins Blut abgegeben). Ein grosser Teil der Hormone wird in Drüsen produziert und so an den Blutkreislauf abgegeben. Es handelt sich um ein ausgeklügeltes und sehr fein reagierendes System von Wirkung und Gegenwirkung, von Steigerung und Hemmung.

Zu den endokrinen Drüsen gehören die Zirbeldrüse im Hirn (Hypophyse), die für eine Anzahl weiterer Drüsen eine übergeordnete und koordinierende Rolle spielt. Weitere wichtige endokrine Drüsen sind die Schilddrüse, die Nebenschilddrüsen, die Bauchspeicheldrüse, die Nebennieren, die Geschlechtsdrüsen.

Erkrankungen in Form von Über- oder Unterfunktion

Prinzipiell gilt, dass alle diese Drüsen Erkrankungen in Form einer Über- und auch einer Unterfunktion entwickeln können, die sich dann mit charakteristischen Krankheitsbildern bemerkbar machen. Zudem können auch in den endokrinen Drüsen Tumoren, bösartige wie auch gutartige, heranwachsen, die je nach Situation einer chirurgischen Therapie bedürfen.

Entwicklungsgeschichte

Die endokrinen Zellen sind nicht nur in ihrer Funktion sondern auch in ihrer Entwicklung im menschlichen Organismus eng miteinander verkoppelt, sie stammen zum Teil auch von denselben Gewebe (sogenannte Neuralleiste in der Embryologie, APUD I-III-System) ab und wandern an ihren Bestimmungsort aus, wo sie sich dann ihre spezifische Funktion aufnehmen.

Mögliche „Fehlentwicklungen“

Auf diesem Weg können sich auch Fehler einschleichen, die Zellen können sich am falschen Ort versprengt festsetzen, oder aber Informationen für die korrekte Hormonproduktion und die Rückkoppelung verlieren und dann unabhängig vom übrigen endokrinen System Botenstoffe abgeben, was ebenfalls zu charakteristischen Krankheitsbildern führen kann. Zudem können sich auch diese Zellen unkontrolliert teilen und Tumoren in den verschiedensten Organen (Darm, Leber, Bauchspeicheldrüse etc.) ausbilden. Diese Tumoren werden unter dem Begriff der neuroendokrinen Tumoren zusammengefasst.

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